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DWTobi

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Moin zusammen,

ich möchte mir ein "Otter Mercator" zulegen, stehe aber vor der Wahl C75 oder 1.4034 Klinge.
Ich weiß, dass hier einige Messerfreaks unterwegs sind und hoffe, dass ihr mir die Vor- und Nachteile der Materialien auflisten könnt, bzw. ein Material für am Wasser empfehlen könnt.
Vermutlich wäre die Rostfreie Variante besser, allerdings liebäugel ich mit dem Messer in der "Sahara" Ausführung, welche mit einer "C75 Stonewash" Klinge geliefert wird.
Dient Stonewash nur der Optik oder auch dem Korrosionsschutz?

Ich möchte das Messer am Rucksack befestigen und bei Wind und Wetter mit mir tragen. Welche Klinge macht mehr Sinn? Welche Pflege muss Betrieben werden?
 

Seppel

Gummipapst
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Moin,
also im Grunde ist es ja so, Carbonstahl lässt sich leichter selbst schärfen, braucht aber mehr Pflege. Das bedeutet, regelmäßig trocknen, ölen und schärfen. Trocknen nach jedem Einsatz!
Rostträger (rostfrei gibt es nicht) Stahl ist nicht so anfällig, (je nach Stahlsorte) und benötigt weniger Pflege, dafür lässt er sich selbst schwerer auf den gleichen Grad von Carbon schärfen.
Selbst nutze ich beim Angeln bis auf eine Ausnahme nur noch rostträgen Stahl. Aber grade bei Trips über mehrere Tage nur noch rostträge!
Stonewash schützt grundsätzlich die Klinge vor Rost, entscheidend ist da aber die Schneidefase beim Messer. Das ist der Teil mit dem Du wirklich schneidest und die hat kein Stonewash, ergo sehr rostanfällig bei Carbonstahl.

Zum Mercator an sich, weiß nicht wie festgelegt Du da bist!? Hatte ich auch und folgende Punkte sind mir negativ aufgefallen:
1. kam total unscharf an, was ich aber bei vielen Otter Messern festgestellt habe.
2. schön schmal, aber leider echt schwer.
3. der Backlock war für mich zu schwer eingestellt und nicht entgratet.
4. die goldfarbene Applikationen der Katze waren nach rund acht Monaten weg.

Habe hier viele Messer von diversen Marken, da ich ein kleiner Sammler bin. Wenn ich Dir eine Empfehlung für einen Folder aus der Praxis geben darf. An der Elbe und am NOK nutze ich das Spyderco Paramilitary 2 (mein Traummesser) und an der Ostsee/Norwegen das Spyderco Pacific Salt. Letzteres habe ich seit 2015 im Einsatz und finde es rein zum Fischen perfekt.
Leicht, gut zu reinigen, groß genug um auch mal zu filetieren und absolut kein Rost! Hab das Salt auch echt nie geschont.
 

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DWTobi

Twitch-Titan
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Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das hilft mir schon mal sehr.

Grundsätzlich bin ich bei der Wahl des Messers flexibel, allerdings möchte ich gerne auf einen deutschen Hersteller zurückgreifen, im Idealfall soll es auch in Deutschland gefertigt werden. Einfach weil ich gerne deutsche Firmen "unterstützen" möchte, bzw. ich nicht einsehe, ein importiertes Messer zu kaufen, wenn vor der Haustüre Messer gefertigt werden.

Für das Mercator habe ich mich lediglich entschieden, weil es seit hunderten Jahren unverändert gebaut wird und bereits im 1. und 2. Weltkrieg zum Einsatz kam - kann also nicht allzu schlecht sein.
Natürlich ist der Preis auch attraktiv, ich würde aber auch mehr zahlen...
 

WildLife

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Kauf das Mercator, das sollte man sowieso zuhause haben
Zum Angeln würde ich aber nie ein Klappmesser mitnehmen, habe nur feststehende Klingen dafür…
Einhandmesser mit feststellbarer Klinge würde ich auch grundsätzlich mal nicht empfehlen, gibt im schlimmsten Fall nur unnötig Ärger.
Wenn du das Messer einfach nur benutzen willst, ohne viel Zeit in die Pflege etc. investieren zu wollen, dann würde ich auch zu rostträgen Stählen raten. Und da auch keine Wissenschaft draus machen. Zum Fische abstechen brauchts kein Magnacut und Konsorten. 440C reicht da lange für… Kunststoffgriff und Scheide erleichtert das Sauberhalten zusätzlich.
Mit Made in Germany wirds halt etwas schwieriger, gefühlt wird mittlerweile alles in Asien produziert. Auch von deutschen Herstellern.
 

Seppel

Gummipapst
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Kauf das Mercator, das sollte man sowieso zuhause haben
Zum Angeln würde ich aber nie ein Klappmesser mitnehmen, habe nur feststehende Klingen dafür…
Einhandmesser mit feststellbarer Klinge würde ich auch grundsätzlich mal nicht empfehlen, gibt im schlimmsten Fall nur unnötig Ärger.
Wenn du das Messer einfach nur benutzen willst, ohne viel Zeit in die Pflege etc. investieren zu wollen, dann würde ich auch zu rostträgen Stählen raten. Und da auch keine Wissenschaft draus machen. Zum Fische abstechen brauchts kein Magnacut und Konsorten. 440C reicht da lange für… Kunststoffgriff und Scheide erleichtert das Sauberhalten zusätzlich.
Mit Made in Germany wirds halt etwas schwieriger, gefühlt wird mittlerweile alles in Asien produziert. Auch von deutschen Herstellern.
Wie soll es da Ärger geben? Also meine Empfehlung galt ganz klar zum Angeln und nicht durch die Stadt schlendern. Das bezieht sich bei mir auf Deutschland, in Dänemark darfst Du auf keinen Fall mit Einhandmesser erwischt werden (übrigens ist auch der Priest verboten).

Wo ich Dir grundsätzlich recht gebe, festehende Klingen eignen sich eigentlich besser.
 

kiwifahrer

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In aller Bescheidenheit hier mein Senf, der zu allem Überdruss auch noch aus "Meinungen" der Jagd-Welt versaut sein dürfte ;):

Exakt wie @WildLife das schon andeutete: Das Mercator ist unter den Messer-Freaks ein Klassiker, der in jeden Haushalt gehört, Punkt. Ich habe selbst noch keinen, aber ein Freund mahnt mich regelmäßig wegen dieser Besitz-Pflicht an. :emoji_metal:

Natürlich kann man das Mercator für den beschriebenen Zweck verwenden, aber es gibt dazu dutzende, zweckmäßigere Messer, wie von den Kollegen bereits beschrieben. Die Spydercos von @Seppel sind natürlich Beispiele edlerer Natur!

Der 1.4034 gilt als leicht schärfbar, aber nicht besonders Schnitthaltig. Ich weiß es bei diesem Stahl nicht explizit, aber ich vermute, dass du damit niemals die hohe Endschärfe eines C75 erreichst, egal wie wild und toll du schleifst, weil die Härtebildner bildlich gesprochen so grob sind, dass sie eine wirklich feine Schneide nicht zulassen. Da gibt es inzwischen wesentlich ausgebufftere rostarme Stähle, in letzter Konsequenz Pulver-metallurgische wie bei den meisten Spydercos verwendet.

Ich habe mir als Angelmesser neulich erst das mit ca. 20€ günstige Sanrenmu 328M-PY kommen lassen:
  • Haupt-Kaufgrund für mich: Es lässt sich mit einer Hand öffnen (braucht etwas Übung), verriegelt aber nicht, sondern lässt sich gegen moderaten Federdruck wie ein klassisches Schweizer Messer wieder einklappen. Daher ist es bezüglich der Waffengesetze nicht vom pauschalen Führ-Verbot betroffen, obwohl Einhand-Öffnung möglich ist. Finde ich wichtig, falls es nach dem Fischen zufällig in der Jackentasche verbleibt.
  • Sanremu ist zwar chinesisch, aber die haben in manchen Provinzen sehr ähnliche Messer-führ-Gesetze wie wir zur Zeit und solche Messer (Einhand-Slip-joint) gibt es eher selten, und wenn dann wohl kaum "wirklich made in Germany"
  • Schlanker Griff, schlanke, nicht zu dicke Klinge
  • Eher leicht als schwer
  • Sandvik 12C27-Stahl: preislich günstig, gilt als rundum eine Klasse besser als 1.4030, vor allem feinkörniger
  • Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Das Sanrenmu 328M-PY kam rasierscharf bei mir an
  • Die Verarbeitungs-Qualität ist in meinen Augen auf sehr hohem Niveau, vergleichbar mit schweizer-Messern. Ich habe noch ein anderes Sanremu und beide sind wirklich toll verarbeitet.
Gruß Kiwi
 

WildLife

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Wie soll es da Ärger geben? Also meine Empfehlung galt ganz klar zum Angeln und nicht durch die Stadt schlendern. Das bezieht sich bei mir auf Deutschland, in Dänemark darfst Du auf keinen Fall mit Einhandmesser erwischt werden (übrigens ist auch der Priest verboten).

Wo ich Dir grundsätzlich recht gebe, festehende Klingen eignen sich eigentlich besser.
Wenn er das Messer schon bei Wind und Wetter an seinen Rucksack hängen will, wird er das für den Weg zum Angeln sicher nicht extra gesetzeskonform wegpacken… und damit bekommt er ggf. Probleme, die man vermeiden könnte.


Von Sanremu habe ich auch Messer, da gibts viel Messer fürs Geld. Und auch feststehend… aber Chinamesser waren ja nicht unbedingt gewünscht.

Für am Rucksack baumelnd finde ich Neck-knifes praktisch. Ich habe meist das Spike von Cold Steel beim Angeln dabei, das macht alles mit…
 

Seppel

Gummipapst
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Wenn er das Messer schon bei Wind und Wetter an seinen Rucksack hängen will, wird er das für den Weg zum Angeln sicher nicht extra gesetzeskonform wegpacken… und damit bekommt er ggf. Probleme, die man vermeiden könnte.


Von Sanremu habe ich auch Messer, da gibts viel Messer fürs Geld. Und auch feststehend… aber Chinamesser waren ja nicht unbedingt gewünscht.

Für am Rucksack baumelnd finde ich Neck-knifes praktisch. Ich habe meist das Spike von Cold Steel beim Angeln dabei, das macht alles mit…
Stimmt natürlich, ich trage meine Spyderco auf dem Weg zum Angeln außen an der Weste oder in der beintasche - auch nicht immer gesetzestreu. Muss sagen, hatte da in DE aber noch nie ein Problem.
Will da aber keinen animieren!

Durch den Thread hier war ich mal wieder auf der Otter HP und jetzt juckt mich es doch mal wieder ein Mercator zu besitzen.:p
 

kiwifahrer

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Dient Stonewash nur der Optik oder auch dem Korrosionsschutz?
Habe gerade recherchiert weil es mich interessiert hat: Solche Klingen sind in einem Tumbler mattiert: Eine Waschtrommel mit Keramik-Schleifkörpern verschiedenster Art nach Wahl des gewünschten Ergebnisses. Das gibt Oberflächen auf denen Gebrauchsspuren viel weniger auffallen als auf polierten Oberflächen. Mir gefällt das. Wenn dir das entsprechende Mercator gefällt dann kauf es und arbeite damit!
 

kiwifahrer

Twitch-Titan
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Stimmt natürlich, ich trage meine Spyderco auf dem Weg zum Angeln außen an der Weste oder in der beintasche - auch nicht immer gesetzestreu.
Solange dich dein unmittelbarer Weg zum Angeln nicht durch Messer-Verbots-Zonen führt oder in Öffis sollte das Gesetzeskonform sein. Ich bin aber kein Anwalt und will hier keine größere Diskussion lostreten.
 

Seppel

Gummipapst
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Solange dich dein unmittelbarer Weg zum Angeln nicht durch Messer-Verbots-Zonen führt oder in Öffis sollte das Gesetzeskonform sein. Ich bin aber kein Anwalt und will hier keine größere Diskussion lostreten.
Also im ÖPNV oder in ausgewiesen Verbotszonen wirst Du mich nie mit Angelzeug sehen :D - ergo nie mit Messer!
Der Weg zum Angeln und das ist durch die Rute(n) Kescher etc. ja ersichtlich für einen Dritten ist Safe!
Wir haben einen Polizisten in der Familie, mit dem hab ich das mal erörtert, weil ich keinen Bock auf Stress habe und der hat mir das bestätigt.
 

DWTobi

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Erstmal danke für die ganzen Anregungen, jetzt bin ich definitiv etwas schlauer.
Ich habe mich für die C75 Klinge entschieden und werde das Messer nicht dauerhaft am Rucksack befestigen, sondern es als "EDC" nehmen, oder wie ich es nennen würde: einfach trocken am Mann tragen.
Für am Rucksack werde ich bei Zeiten etwas mit starrer Klinge und Scheide besorgen - zum Beispiel das Böker Bronco?! Vielleicht springe ich da aber auch über meinen Schatten und hole was asiatisches, Vorschläge nehme ich gerne entgegen.:emoji_smiley:
 

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