DropSCHROTT? - Ein Finesse-Einsteiger mit Startschwierigkeiten

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Lumpi99

Keschergehilfe
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Hallo zusammen und allen ein frohes neues Jahr.

Meine Neujahrsvorsätze, sich mehr mit den Finesse-Methoden, insbesondere im Winter, zu beschäftigen, wurden gestern direkt in die Tat umgesetzt.
Dabei ergaben sich ein paar Startschwierigkeiten.

Kurz zum Setup:
Rute: Westin W3 Powershad 270 7-25 g
Rolle: Daiwa Ninja 3000
Schnur: 0,13er Daiwa J-Braid
Vorfach: 0,30/0,35 Fluo (Berkley Sick)
Rig: DS-Haken Balzer Shirasu 1/0, DS-Blei 15-18g, Abstand Köder/Blei ca. 30 cm
Köder: Rapala Crush City The Stingman 4"

Gewässer: Stillgewässer / Hafen, maximale Wurfdistanz erforderlich

Problem 1:
Beim montieren der Bleie ergab sich die erste Herausforderung: Blei ins Fluo eingeclippt... Fluo durch.
Alles klar, von dieser Problematik hörte ich bereits.
Aufgrund der erforderlichen Gewaltwürfe, entschied ich mich nach dem ersten Blei, das ohne meinen Köder gen Nirvana flog, für einen kleinen Snap in den das Blei eingehängt wird.
Das widerspricht natürlich dem Kniff des Dropshots - Nämlich der variablen Höhenführung des Köders.
So stand ich vor dem Risiko entweder mein Fluo durchs einclipsen des Bleis zu zerstören oder das Blei aufgrund mangelnder Festigkeit zu verlieren.

Problem 2 (Das größte Problem):
Zuerst knotete ich den DS-Haken am 0,30er Fluo per reduziertem Springerknoten (Anleitung aus dem Forum).
Nicht nur einmal riss das Fluo bei den erforderlichen Gewaltwürfen direkt am Knoten.
Um das zu umgehen, bin ich auf 0,35er Fluo umgestiegen. Nun hielt die Montage zwar länger, riss nach einiger Zeit jedoch erneut, auch hier natürlich direkt am Knoten.
Beim Knoten habe ich stets darauf geachtet, dass alles gut befeuchtet ist und sich langsam sauber zuziehen lässt.
Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kennt vielleicht andere Knoten oder was sonst Abhilfe schafft?

Problem 3:
Die Bissverwertung. Innerhalb von drei Stunden bekam ich drei Bisse, was mich grundsätzlich erstmal sehr positiv stimmt
und m.E. auch eine höhere Bissquote darstellt als ich sie vermutlich beim Jiggen gehabt hätte.
Nur hängen geblieben ist keiner.
Der 4 Inch Rapala Stingman wurde klassisch per Nosehook montiert.
Habt ihr auch so eine hohen Fehlbissquote beim DS? Vom Jiggen ist mir das in der Häufigkeit eher unbekannt.

Vielleicht hat einer von euch Finesse-Pros ja 'nen Tipp für einen (noch) Finesse-Muffel und kann aus dem DropSCHROTT
wieder ein DropSHOT machen. :wink:

TL
Lumpi
 

BarschPadawan

Master-Caster
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Problem 3:
Die Bissverwertung. Innerhalb von drei Stunden bekam ich drei Bisse, was mich grundsätzlich erstmal sehr positiv stimmt
und m.E. auch eine höhere Bissquote darstellt als ich sie vermutlich beim Jiggen gehabt hätte.
Nur hängen geblieben ist keiner.
Der 4 Inch Rapala Stingman wurde klassisch per Nosehook montiert.
Habt ihr auch so eine hohen Fehlbissquote beim DS? Vom Jiggen ist mir das in der Häufigkeit eher unbekannt.
Bei DS Vorallem Nosehook kann ein verzögerter Anhieb helfen. Wenn du direkt anschlägst ziehst du den Köder weg wenn sie ihn wie typisch im Winter nicht direkt komplett weg inhalieren
 
Zuletzt bearbeitet:

Mohrchen

Barsch Vader
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Hallo Lumpi,

ich bin jetzt auch nicht der DropShot-Profi, aber als erstes würde ich mal das Berkley Sick Fluo durch ein Berkley Trilene Fluo ersetzen.

Für Problem 1 probiere es mal ganz am Ende des Fluo einen ganz einfachen Knoten zu machen, dann kann das festgeklemmte Dropshot-Blei nicht so schnell ganz nach unten durchrutschen.

Für Problem 2 einen ganz einfachen Palomar-Knoten benutzen.

Bei Problem 3: Fehlbisse sind bei einem mit Nosehook-montierten 4"-Köder keine Seltenheit. Am besten nicht gleich anschlagen sondern ähnlich wie beim C-Rig mit dem Anschlag warten (dem Fisch mit der Rutenspitze entgegen gehen). Ansonsten kleinere Köder oder ein klein bisschen den Köder in Richtung Rücken aufziehen.

PS: Ansonsten ist im Winter das C-Rig mein absoluter Liebling!
 

buebue

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Ich versuche mal, das Punkt für Punkt durchzugehen. Bin zwar definitiv kein Profi, aber vielleicht hilft es dir trotzdem.

1. Das mit den Bleien und dem kaputten FC durch die Klemme hatte ich auch schon, war meist bei eher günstigen Bleien oder solchen, die sehr "fest" zuzwicken. Problem: Wenn sie weniger fest zwicken, fliegen sie dir davon. Sprich, sie rutschen ab. Ich muss gerade im Winter auch sehr weit raus und brauche daher schwere Gewichte und ziehe voll durch. Das einzige, mit dem ich zufrieden bin sind normale Birnenbleie mit Ösen, die ich anknote oder einschlaufe: Schlaufe per Chirurgenknoten, im Ganzen durch die Öse und dann das Blei durch die Schlaufe. Dann kann man das Gewicht wechseln und die Montage ohne Blei aufbewahren und transportieren. Normaler Knoten hält am besten. Den Nachteil mit dem Abstand verstehe ich, aber ich habe mich daran gewöhnt, dass ich den Abstand nicht allzuviel verändern kann und lebe damit gut.

2. FC ist leider einfach anfällig am Knoten. Ich hatte das Problem auch gerne beim Kickback-Rig, bis ich angefangen habe, den Knoten wirklich in Zeitlupe und quasi im Mund zuzuziehen. Richtig viel anfeuchten ist wichtig, sonst wird das Material heiß. Ich fische wenig Dropshot, weil bei mir das Kickback-Rig besser funktioniert. Bei letzterem kann man (Anleitung vom Dietel findest sicher irgendwo auf der Startseite) statt Springer- oder Palomarknoten zwei Stücke FC parallel legen und einen doppelten Knoten machen, das hält bei mir erstaunlicherweise mehr als der Springerknoten, auch wenn ichs nicht sehr logisch finde. Und hochwertiges FC benutzen.

3. Versuch mal, beim Biss nicht sofort hart anzuschlagen, sondern einen Sekundenbruchteil mitgehen und dann eher mit stetigem Zug als einem harten Ruck anschlagen. Die Haken sind so spitz und Barschmäuler so weich, dass die eigentlich immer greifen.

PS: Die anderen beiden waren schneller, aber immerhin deckt sich das. Kann also nicht ganz verkehrt sein :D
 

elitärer_scheiner

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Vielleicht noch ein kurzer Aspekt zu Punkt 1 - bin u.a. aus den von Dir genannten Gründen vollkommen weg von den klassischen Dropshot-Gewichten. Nutze hierzu seit Jahren ausschließlich verschlissene Jigköpfe (aufgebogen, rostig). Muss dazu sagen, dass ich im Jahr maximal auf 15 Stunden Dropshotten komme und dass ich für diese kurze Zeit mehr als gut ausgestattet bin. Klar, man kann dadurch nicht den Abstand zum Haken variieren. Grundsätzlich macht man aber im Winter mit einem kurzen Abstand zum Köder generell wenig verkehrt. Dieser beträgt je nach Spot bei mir in der Regel 15-50cm, meist so etwa 30cm. In der wärmeren Jahreszeit oft auch deutlich länger. Mit ein paar in Polen bestellten Owner Mosquitos und teils vom Jiggen verstochenen Gummis, die sich aber noch wunderbar nosehooked recyceln lassen, ist dies dann für mich ein wahrhaftes Sparangeln...
 

Timkilian

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Habe mit Ködern von über 3,5 inch nur Erfahrungen beim Bass angeln und da ist das verzögern des Anhiebs sehr sehr wichtig. Einfach mal die Schnur schlaff lassen und zwei drei Sekunden warten. Was man auch machen kann, habe ich aber noch nie, das man einen Stinger hinzu fügt. Könnte man mal testen falls ansonsten nix funktioniert. würde aber erst mal andere oben genannte Tipps testen.
 

Lumpi99

Keschergehilfe
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Wow, das ging schnell.
Erstmal besten Dank für die detaillierten Rückmeldungen!

Dem einfachen Knoten am Blei traue ich ehrlicherweise nicht ganz über den Weg, die Option mit dem Chirurgenknoten werde ich mir aber definitiv mal ansehen.
Ebenfalls werde ich mir den Palomarknoten wohl nochmal vornehmen, auch wenn er gefühlt mehr oder minder vom reduzierten Springerknoten abgelöst wurde (mein Eindruck).

Das mit dem verzögerten Anhieb habe ich auch schon mal grob im Kopf durchgespielt und bin noch sehr zwiegespalten. Zielfisch ist übrigens der Zander.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich es am gleichen Spot mit C-Rig (ebenfalls zum ersten Mal seit >10 Jahren) probiert.
Auch dabei kamen einige Bisse, dabei blieb es allerdings ebenfalls.
Beim C-Rig habe ich es auf den Offset-Haken geschoben, der für den Zander ja auch nicht unbedingt als Empfehlung gilt.

Gefühlt denke ich mir, dass der Barsch mit dem Köder im Maul eher noch "losmarschiert" als der Zander,
der hingegen einmal mit mehr oder weniger sattem Tock attackiert, um den Köder dann auch schnell wieder loszuwerden.
Das ist nur meine rein persönliche Wahrnehmung, die sicher auch falsch sein kann.

Aufgrund der eher weichen Rute, habe ich daher eher normal/hart angeschlagen, um den Haken ins Zandermaul zu bekommen. Zudem kamen die Bisse eben auch oft weit draußen, wodurch die Kraft ja auch gewissermaßen verpufft.

Der Spartipp von @elitärer_scheiner klingt auch nicht verkehrt. :)
 

fragla

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Witzig, ich nenne das DS auch immer Dropschrott.:D

Gefühlt denke ich mir, dass der Barsch mit dem Köder im Maul eher noch "losmarschiert" als der Zander,
der hingegen einmal mit mehr oder weniger sattem Tock attackiert, um den Köder dann auch schnell wieder loszuwerden.
Löse dich von dem Gedanken das Zander Bisse immer ein Tock sind.
Ich habe die beim Barsch angeln auch mit C und F- Rig mit Offset Haken gefangen, auch mit verzögerten Anhieb, das funktioniert also.
 

Mescalero

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Mir hat das Blei am Anfang auch das FC gekappt, ich bin dann auf Mono umgestiegen und habe seitdem Ruhe. Eigentlich ist FC härter und sollte stabiler sein...
 

dgspec

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Versuche beim Biss mal folgendes:
Nicht anschlagen, stattdessen einfach Rute anheben und einkurbeln.
Funktioniert bei mir seit Jahren, ja gelegentlich hakst du den Fisch trotzdem nicht, aber zu 90% klappt es. Give it a try!

Wegen des Bleis:
.......der einfache Knoten dient in dem Fall nicht als Knoten am Blei sondern lediglich als "Stopper" am Schnurende und soll das Durchrutschen der Schnur am Drahtclip verhindern.
 
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Texasroach

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Moin,
ich habe sehr viel getestet und der stärkste Dropshotknoten ist ein 4-5fach Uniknoten, der von unten in das Hakenöhr gezogen wird. Das ist außerdem unauffällig und richtet den Haken sicher aus.
Beim Nosehooking gewinnst Du schon einfach durch nen Final Keeper oder ne Spirale mehr Haken, der dann auch besser dreht. Da ist dann noch Luft nach oben für Tüftler.
 

Le Toque

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Hatte das jetzt auch schon mehrmals, dass die Schnur am Blei reisst. Ich angel deshalb nur noch mit fest montiertem Blei am Snap um es zu wechseln, und den Haken befestige ich mit jeweils 2 Schnurstoppern oben und unten, um ihn verschieben zu können. Rutscht beim Drill zwar runter, macht aber nix.
Bei viel Gerümpel am Grund montiere ich den Haken mit dem Bogen nach unten, was deutlich weniger Hänger provoziert aber dennoch die Fische sicher hakt.
 

PhilippPDM

Barsch Vader
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Nosehooking beim DS ist kein ehernes Gesetz. Nimm einfach einen normalen langschenkligen Haken und zieh den Gufi wie bei einem Jigkopf auf.
Ganz genau!!!!! Mach ich schon immer so und hatte noch nie Probleme mit höherer Fehlbissequote im vergleich zu anderen Methoden.
 

Lumpi99

Keschergehilfe
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Wirklich tolle Resonanz hier!

@Texasroach Was meinst du genau mit einem Uniknoten? Gibt es da vielleicht sogar Veranschaulichungsmaterial zu?
Ich dachte mir bei meiner kurzen Session nur, dass es doch wohl nicht wahr sein kann, dass dieser blöde Knoten, der auf den ersten Blick nicht schwer zu binden erscheint, einfach nicht hält.:mad:

Ansonsten schätze ich am Nosehooking insbesondere bei den ganzen Pintails, V-Tails etc. natürlich die Bewegungsfreiheit des Köders.
Da ich vom Jiggen/Faulenzen an meinem Hausgewässer auch keine außerordentlich hohe Fehlbissquote kenne und zu 99% ohne Stinger fische, war ich beim DS und Nosehook auch der Meinung, dass die Bissausbeute durch den verringerten Ansaugwiderstand des Köders zufriedenstellend ausfallen dürfte.

Ich werde mich mal nach langschenkligeren Haken umsehen und den Shad normal aufziehen, möchte dem Nosehooking aber wohl trotzdem noch eine Chance geben.
Macht es beim Aufziehen Sinn einen etwas kürzeren Haken als beim normalen Gufi-Angeln zu verwenden, um weiterhin Bewegungsfreiheit zu gewährleisten? Falls jemand einen konkreten Haken besonders empfehlen kann, nehme ich den Vorschlag gerne an. :)

@Le Toque Auch eine sehr interessante Methode, die ich so noch nicht kannte. Zeigt wie vielfältig so ein Rig gehandhabt werden kann.

@Mescalero Das ist vielleicht gerade der springende Punkt. Aufgrund der Weichheit der Mono, verzeiht diese ein Einclipsen/Eindrücken ggf. besser als ein hartes Fluo, das an einem gewissen Punkt bricht.
 

Texasroach

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Moin,
Wenn du „Uni Knot“ googelst, findest Du zig Diagramme des Knotens, die ich hier nicht anhängen möchte wg. ggf. urheberrechtlicher Verstöße. Du lässt einfach beide Enden lang, ziehst das untere Schnurende von unten nach oben durchs/ ins Öhr und schneidest das nach unten zeigende Schnurstück zum Blei deinen Vorstellungen entsprechend ab.
 

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