{"id":2395,"date":"2003-11-18T08:17:04","date_gmt":"2003-11-18T08:17:04","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-20T17:16:01","modified_gmt":"2014-12-20T16:16:01","slug":"die-tiger-vom-kariba-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/die-tiger-vom-kariba-see\/","title":{"rendered":"Die Tiger vom Kariba See"},"content":{"rendered":"<p><P><IMG alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10691398240_tiger1.jpg\" align=left vspace=10 border=0>Ich habe die folgende Geschichte schon oft erz\u00e4hlt, und je weiter sich das Erlebte entfernt, desto unrealer und m\u00e4rchenhafter erscheint mir das, was sich damals zugetragen hat. Kein Vorwurf w\u00fcrde mir indes mehr zusetzen, als der, dass es sich bei der Geschichte um \u00dcbertreibung handelt. Daher nehme ich mir jedes Mal auf&#8217;s neue vor, meine mitschwingenden Emotionen zur\u00fcckzunehmen und die Erz\u00e4hlung auf die Fakten zu beschr\u00e4nken. Aber jedes Mal versage ich auf&#8217;s Neue. Ich wei\u00df gar nicht mehr genau, wann es war. Vielleicht ist es drei Jahre her, vielleicht auch vier. Ich fuhr im Fr\u00fchjahr nach Simbabwe, einem der letzten wilden Paradiese unserer Erde. Mein Bruder lebt dort schon seit einiger Zeit, und mit ihm zusammen wollte ich in einem Landrover die afrikanische Steppe umpfl\u00fcgen. Neben vielerlei Geschichten, die es wert w\u00e4ren erz\u00e4hlt zu werden, will ich hier aber nur diese Eine erz\u00e4hlen. Sie trug sich am &#8222;Kariba See&#8220; an der Grenze zu Sambia zu. Dort hatten wir eine 4-t\u00e4gige Pause eingelegt, mit dem alleinigen Ziel, angeln zu gehen. Jeder der einmal in der Gegend gewesen sein sollte, wird wissen, was f\u00fcr ein Zielfisch f\u00fcr uns auf dem Programm stand. Es war der &#8222;Tiger&#8220;.<\/P><P>Ich hatte mich schon in Deutschland informiert, und gelesen, dass es sich bei dem &#8222;Tigerfisch&#8220; um einen entfernten Verwandten der s\u00fcdamerikanischen Piranhas handelt, welcher sich in seiner Aggressivit\u00e4t, Ausdauer und Schnelligkeit mit keinem europ\u00e4ischen Fisch vergleichen l\u00e4sst. Unser Bootsvermieter vor Ort, war ebenfalls voller Respekt vor dem Fisch und wiederholte mehrmals, dass es sich bei dem &#8222;Tiger&#8220; um den Mike Tyson unter den Fischen handeln w\u00fcrde, welcher zudem im Drill \u00fcber eine Trickkiste verf\u00fcgt, die weltweit ihres Gleichen sucht. Er sagte uns auch, dass wir von Gl\u00fcck sagen k\u00f6nnten, wenn es uns gel\u00e4nge, innerhalb von 4 Tagen auch nur einen von den &#8222;Kleineren&#8220; zu \u00fcberlisten. Als klein, also als Federgewicht, werden alle Kampfmaschinen unter 3 Kilo bezeichnet. Das Superschwergewicht bewegt sich in Simbabwe bei Tigerfischen von \u00fcber 10 Kilo. <\/P><br \/>\n<P>Ich f\u00fcr meinen Teil h\u00f6rte bei den Vortr\u00e4gen des Bootsverleihers nur mit einem Ohr hin, hielt ich meine pers\u00f6nliche Trickkiste doch angesichts einiger pr\u00e4chtiger Boddenhechte und Meerforellen, f\u00fcr ausreichend, um mich innerhalb von 4 Tagen auf einen Dreikilofisch im afrikanischen Busch einzustellen. Mit guter Erwartung und siegesgewiss fuhr ich dann mit meinem Bruder raus. Es ist eine absolute Wonne, sich mit den ersten W\u00fcrfen ein so v\u00f6llig unbekanntes Gew\u00e4sser zu erschlie\u00dfen. Mit jeder Kurbelumdrehung erwarteten wir die Er\u00f6ffnung des lang erhofften Kampfes. Nach einer halben Stunde lies die Anspannung jedoch nach. Die vielger\u00fchmte Trickkiste des Tigers, blieb an diesem Vormittag f\u00fcr uns verschlossen. Entt\u00e4uschung machte sich breit. Den ganzen Tag \u00fcber hatten wir nicht einen einzigen Fischkontakt. Dazu kam, dass ich einen Spinner verlor, weil das Vorfach riss, als ich einen kurzen H\u00e4nger hatte. Den Angeltag legten wir erstmal zu den Akten, und unsere K\u00f6rper in die Sonne. Dabei genossen wir den Anblick von Flusspferden, Krokodilen und Seeadlern. <\/P><br \/>\n<P>Mir war am n\u00e4chsten Morgen allerdings nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dem Bootsverleiher unter die Augen zu treten. Wer gesteht sich schon gerne ein, dass er ein kontinentaleurop\u00e4ischer Brackwasseramateur ist&#8230;? Der Mann am Pier empfing uns l\u00e4chelnd. Neben ihm stand ein junger Mann, den er uns als Mitchek vorstellte. Mitchek war 1998 simbabwescher Tigerpokalgewinner, einem Pokal, welcher jedes Jahr im Oktober in einem Wettbewerb an den erfolgreichsten Angler vergeben wird. An unserer Seit befand sich also ein ausgewiesener Fachmann. Stolz hin, und Anglerehrgeiz her, wir z\u00f6gerten in Anbetracht des gestrigen Tages nicht lange, und g\u00f6nnten uns den Luxus, der durch Mitchek angebotenen Fischf\u00fchrung.<\/P><br \/>\n<P>Mitchek \u00fcbernahm den Au\u00dfenborder und fuhr uns erstmal an das gegen\u00fcberliegende Ufer. Allein hier, so teilte er uns mit, h\u00e4tten wir bei dieser Jahreszeit eine Chance. Er griff in seinen Beutel und zog eine Hand voll getrockneter K\u00f6derfische heraus. Als diese das Wasser ber\u00fchrten, kommentierte Mitchek das Geschehen mit:&#8220;Sie sind in der Gegend&#8220;. Dieser Kommentar war indes \u00fcberfl\u00fcssig. Mit offenem Mund und weichen Knien, nahmen wir die schwarze Schatten war, die in wahnsinniger Geschwindigkeit \u00fcber den Gew\u00e4ssergrund huschten, und in sekundenschnelle die K\u00f6derfische einsammelten, noch ehe sie den Grund ber\u00fchrt hatten. Gebannt starrte ich weiter auf den Gew\u00e4ssergrund, w\u00e4hrend ich nach meiner Angel tastete. Mitchek hatte uns inzwischen mit der richtigen Montage versorgt. Zwei getrocknete K\u00f6derfische wurden, auf einem Einzelhaken aufgespie\u00dft und mit einem Blei beschwert, damit z\u00fcgig durchs Wasser gezogen. Ich dachte noch: &#8222;So gro\u00df kann die Trickkiste von dem Vieh ja nicht sein, wenn er auf einen getrockneten K\u00f6derfisch hereinf\u00e4llt&#8220;, da war mein Haken schon zum zweiten Mal blank. Meinen Bruder traf es noch schlimmer. Kurz nachdem er seinen K\u00f6der reingeworfen hatte, sp\u00fcrte er ein leichtes Zucken, und sein Vorfach war, wie das meine am Vortag, sauber durchtrennt. Jetzt wuchs langsam mein Respekt vor dem Tiger. Was waren das f\u00fcr Monster, die innerhalb von Sekundenbruchteilen ein Stahlvorfach durchbissen. Ich \u00fcberlegt mir langsam, ob ich diese Fische wirklich hier an Bord haben wollte.<\/P><br \/>\n<P>W\u00e4hrend mein Bruder und ich uns erstmal setzen mussten, um uns mit offenem Mund anzustarren, kreischte die Drillbremse von Mitchek auf. Mit gen\u00fcgend Respekt vor der &#8222;Trickkiste&#8220; des Tigers, traten wir einen Schritt zur\u00fcck. Mitchek k\u00e4mpfte eine ganze Weile, und wollte uns schlie\u00dflich die Rute f\u00fcr den &#8222;Enddrill&#8220; \u00fcberlassen. Wir lehnten dankend ab. Ich bin seit jeher der Meinung, dass es sich nicht geh\u00f6rt, anderer Leute Fische zu drillen; au\u00dferdem wollte ich erstmal sehen wie sich der &#8222;Mick Tyson unter den Fischen&#8220; im Ring verh\u00e4lt. Als der z\u00e4he K\u00e4mpfer dann schlie\u00dflich gekeschert wurde, erschien der Held des Geschehens in seinem vollen Kampfgewicht. Es war&nbsp; ein Fliegengewicht von 2 Kilo. Wenn dass ein Fliegengewicht war, wie mussten dann erst die 10-kg-Fische abgehen&#8230;.? Mitchek erz\u00e4hlte uns, auf unsere Nachfrage hin, dass die 10-kg-Fische gar nicht so spektakul\u00e4r w\u00e4ren, wie man es vielleicht erwarten w\u00fcrde. Sie seien, so Mitchek, schlichtweg &#8222;zu fett&#8220;. Die besten Gegner, sind angeblich die &#8222;Mittelgewichtler&#8220; von 5 Kilo. Er musste es ja wissen&#8230;. Wir probierten weiter unser Gl\u00fcck. Aber die Tiger waren verschwunden. Mitchek meinte, dass sie Angst bekommen h\u00e4tten, und wir es morgen noch mal versuchen sollten.<\/P><br \/>\n<P>Diese Nacht schlief ich sehr unruhig. Noch nie hatte ich etwas Vergleichbares erlebt. Dieser Fisch \u00fcbertraf alle meine Vorstellungen. Noch vor dem Morgengrauen stand ich mit meinem Bruder wieder am Pier. Mitchek war leider verhindert. Statt seiner, fuhr ein Gehilfe des Bootsverleihers mit uns raus. Er bekam die Anweisung, mit uns zum &#8222;Killing Spot&#8220; zu fahren. Der Platz an dem wir gestern waren, so sagte uns der Bootsverleiher, sei &#8222;zum \u00dcben&#8220; gewesen. Heute aber, geht es zu den &#8222;schweren Jungs&#8220;. Am &#8222;Killing Spot&#8220; wimmelte es nur so von abgestorbenen B\u00e4umen, und die aufgehende Sonne malte uns den Hintergrund f\u00fcr einen weiteren atemberaubenden Angeltag. Unser Begleiter hatte eine alte Angel, mit welcher er auf &#8222;Queker&#8220; angelte. Das waren Fische, die bei Gefahr einen quietschenden Laut aussto\u00dfen. Er fing einige davon, und in dieser eigenen Spezies l\u00e4sst sich erahnen, welche \u00dcberraschungen die Natur in ihrer G\u00f6ttlichkeit immer wieder bereith\u00e4lt. Wir waren allerdings wegen dem Tiger hier. Der Vormittag begann gleich Schlag auf Schlag. Immer wieder kreischte die Drillbremse von meinem Bruder kurz auf. Alles was er jedoch aus dem Wasser zog, waren weitere durchgebissene Vorf\u00e4cher. Es war wirklich be\u00e4ngstigend. Ich \u00fcberlegte mir damals, einen Protestbrief an die Herstellerfirma zu schicken, aber die h\u00e4tten mir auch nur erkl\u00e4rt, was ich l\u00e4ngst wusste. Ein normales Hechtvorfach ist f\u00fcr den Tiger einfach nicht ausgelegt. W\u00e4hrend mein Bruder wieder und wieder ein Vorfach verlor, wartete ich vergebens auf ein Anzeichen des Tigers. Ich begann ihm Vorw\u00fcrfe zu machen. So hielt ich ihm zum Beispiel vor, dass er stets den&nbsp; richtigen &#8222;Anhieb&#8220; vers\u00e4umte. Wenn der Haken richtig platziert w\u00e4re, h\u00e4tte der &#8222;Tiger&#8220; schlie\u00dflich auch keine Chance, das Vorfach anzuknabbern. Mein Bruder lachte nur. Dann hatte unser Bootsf\u00fchrer direkt unter dem Boot einen Biss. Seine kleine Angel bog sich zum Halbkreis und zitterte, als sein sie elektrisch geladen. Gleich darauf entspannte sie sich wieder. Als er reinholte, hing am anderen Ende ein &#8222;Queker&#8220;, dessen K\u00f6rper in der Mitte derart sauber abgetrennt wurde, dass man meinen k\u00f6nnte, es w\u00e4re jemand mit einem Filettiermesser am Werk gewesen.<\/P><br \/>\n<P><IMG alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10691398241_tiger3.jpg\" align=right vspace=10 border=0>Wir schauten uns erschrocken an, w\u00e4hrend der restliche Fisch am Haken leise quietschte und sein Blut langsam ins Boot tropfte. Die Szene wirkte auf mich fast wie eine Warnung, durch den gro\u00dfen Unbekannten. Die augenscheinliche Brutalt\u00e4t des Tigers, zog das ganze Boot in den Bann. F\u00fcr Minuten sah man uns nur noch schweigend die K\u00f6pfe sch\u00fctteln. Ich war mehr und mehr ratlos. Ich w\u00fchlte, immer noch den zerteilten Fisch vor Augen, in meiner K\u00f6derkiste, und nahm meinen schweren Effzett in die Hand. Die Boddenhechte konnten ihm bisher schwer widerstehen. Er schien mir angesichts der Lage nun gerade richtig. Sollten die Burschen sich doch ihrer Z\u00e4hne an dem heiligen Blech ausbei\u00dfen. Kaum hatte ich ihn mit leicht zitternden H\u00e4nden an dem Boot runtergelassen, sp\u00fcrte ich ein heftiges Ziehen. Eine solch heftige Attacke hatte ich nicht erwartet. Kaum das ich realisiert hatte, was gerade geschieht, war der Spuk auch schon wieder vorbei. Niedergeschlagen und nun komplett ratlos, holte ich ein weiteres zerbissenes Vorfach ins Boot.<\/P><br \/>\n<P>&#8222;Wo war denn Dein ber\u00fcchtigter Anhieb?&#8220; fragte mich mein Bruder. Er hatte Recht. F\u00fcr den Anhieb l\u00e4sst einem der Tiger einfach keine Zeit. Langsam n\u00e4herte sich der Abend. Fast verzweifelt blickten wir in die anr\u00fcckende D\u00e4mmerung. Auch an diesem Tag hatten wir das Geheimnis um den Tiger nicht l\u00fcften k\u00f6nnen. Zudem zeichnete sich f\u00fcr den morgigen Tag ein Engpass an Spinner, Haken und vor allem an Vorf\u00e4chern ab. Die Materialschlacht am &#8222;Killing Spot&#8220; hatte ihren Preis. Auf dem Weg in den Hafen, erz\u00e4hlte uns unser Begleiter, dass die Tigerfische so schlau seien, dass sie einem Artgenossen, welcher am Haken h\u00e4ngt, zur Hilfe eilen, indem sie die Angelschnur durchbei\u00dfen. Bei allem Respekt vor dem &#8222;Tiger&#8220;, aber diese Geschichte konnte und wollte ich nicht glauben. Dass es sich um einen besonderen Fisch handelt, ahnte ich inzwischen, aber letztendlich blieb es doch ein Fisch. Und so ein Fisch musste doch wohl zu fangen sein. Meine inzwischen eingetretene Resignation begann einem Trotz und einem Selbstappell an die Fischerehre zu weichen. Die in Simbabwe kursierenden Legenden, um die Gef\u00e4hrlichkeit, Gerissenheit und Brutalit\u00e4t des &#8222;Tigers&#8220;, machten jedoch deutlich, wie viele Angler schon an seiner Trickkiste gescheitert waren. <\/P><br \/>\n<P>Ein neuer Morgen brach an, und damit ein neuer Versuch. Den ganzen Abend hatte ich \u00fcberlegt, wie ich das Vorfachproblem l\u00f6sen konnte. Ich kramte in der Werkzeugkiste unseres Jeep&#8217;s und fand dort eine Rolle Wickeldraht. In Deutschland w\u00fcrde man mit diesem &#8222;Stahltau&#8220; wohl nur Spot von den Kollegen ernten, aber hier sollte es seine Wirkung entfalten, zumal der Tiger ja nicht all zu w\u00e4hlerisch zu sein schien. Letztendlich, war diese Rolle Wickeldraht dann auch die Erl\u00f6sung. Zwar lie\u00dfen jetzt die Kontakte am &#8222;Killing Spot&#8220; nach, doch war unser K\u00f6derfisch nun mit einem ausreichend starken Drahtvorfach gegen die brutalen \u00dcberf\u00e4lle abgesichtert.<\/P><br \/>\n<P>Kurz vor Mittag, dann die Erl\u00f6sung. Mein Bruder f\u00e4ngt vor Erregung fast zu schreien an. &#8222;I got him&#8220; (ich hab&#8216; ihn), &#8222;Brother, I got hiiiiiiim&#8220;. Die Rute von meinem Bruder zitterte wie elektrisiert. Mit beiden H\u00e4nden hielt mein Bruder den Kork fest, w\u00e4hrend die Rolle Meter um Meter der geflochtenen Schnur preisgab. Ich war mir zuerst gar nicht so sicher, wer hier wen hatte. V\u00f6llig in Panik drehte er dann die Drillbremse fest. Sofort spannte sich die Schnur und die Rute bog sich zu einem be\u00e4ngstigenden Halbkreis. Jetzt begann uns der Tiger ein paar Showeinlagen aus seiner viel ger\u00fchmten Trickkiste zu zeigen. Der Winkel der Schnur wurde flacher, der Tiger nahm Anlauf, und sprang mit einem gewaltigen Satz aus dem Wasser. Um nicht in den Verdacht der \u00dcbertreibung zu geraten, m\u00f6chte ich vorsichtig sch\u00e4tzen, dass er so 2 bis 3 Meter \u00fcber dem Wasser war, als er sich einmal in der Mittagssinne sch\u00fcttelte, und den Haken wieder ausspukte. Und so verabschiedeter sich dieser, gar nicht so \u00fcble Bursche aus dem Ring. <\/P><br \/>\n<P><IMG alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10691398242_tiger2.jpg\" align=left vspace=10 border=0>Egal, das Erlebnis machte uns Mut. Schon nach kurzem ein erneuter Biss. Diesmal schwamm der Fisch immer wieder in wilden Fluchten aufs Boot zu. Das hatte zur Folge, dass damit quasi der Innenkampf er\u00f6ffnet war. Wir zogen alle unsere Angeln ein, weil der Fisch, ein ums andere Mal um das Boot herumschwamm, bzw. unter ihm hindurch tauchte. Schlie\u00dflich gelang es meinem Bruder doch noch ihn zu keschern. Ich hatte bis dahin weniger Gl\u00fcck. Es schien an der geflochtenen Schnur zu liegen. Mein Bruder \u00fcberlie\u00df mir daher f\u00fcr den Rest des Tages seine Rute. Schon nach zwei W\u00fcrfen, hing auch einer bei mir. Ich hatte vor dem Tiger noch nie wirklich das Gef\u00fchl, dass ich einen Fisch nicht unter Kontrolle h\u00e4tte. Aber was der &#8222;Tiger&#8220; f\u00fcr einen Tanz liefert, spottet allen Vergleichen mit deutschen Salz- und S\u00fc\u00dfwasserfischen. Die ersten Minuten hatte man damit zu tun, ihn nur &#8222;machen&#8220; zu lassen. Wichtig ist dabei wohl, dass man den Kontakt h\u00e4lt und ihn nicht zum Sprung kommen lassen darf. Aber wie man es nun richtig macht, wei\u00df ich bis heute noch nicht so richtig. In dem Drill entlud sich die ganze Spannung von 4 Tagen. Mein Bruder und der Guide schrieen mir von allen Seiten &#8222;n\u00fctzliche&#8220; Tipps zu. Ich kann mich an die Einzelheiten des Drills eigentlich gar nicht mehr so gut erinnern. Nur dass Eine wei\u00df ich noch. Mein Bruder schrie: &#8222;Pass auf, er setzt zum Sprung an&#8220;, und da war er auch schon in der Luft. Er sch\u00fcttelte sich mehrmals, wurde den K\u00f6der aber nicht los. Kaum hatte er das Wasser wieder ber\u00fchrt, zischte er gleich wieder ab. Irgendwie hab&#8216; ich ihn dann wohl \u00fcber die Bordwand gezogen. Wie gesagt, so genau, wei\u00df ich das auch nicht mehr. An dieser Stelle m\u00f6gen mir alle Sportsfreunde verzeihen, denn ich lie\u00df ihn nicht wieder frei, sondern zog mein Messer. Der Tiger wog zwar nur 3 Kilo, aber in meinen Augen w\u00e4re es absoluter Wahnsinn, zu versuchen, einem lebendigen Tiger den Haken aus dem Mund zu entfernen. (Meiner hatte \u00fcbrigens zwei Haken. Einer wahr wohl noch vom Vorg\u00e4nger &#8211; mit Vorfach!!!!).<\/P><br \/>\n<P>Diese 4 Tage am Karibasee, w\u00fchlen noch bis heute in meiner Seele. Unweigerlich vergleicht man alle anderen Angelabenteuer mit diesem einen. F\u00fcr mich steht fest, dass ich sofort wieder an den Kariba See fahre, wenn meine Zeit und die politische Situation es dort zulassen. Aber diesmal mit einer T\u00fcte voll guter Vorf\u00e4cher.<\/P><br \/>\n<P>Sadu<\/P><br \/>\n<P>J\u00f6rn<br \/><\/P><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe die folgende Geschichte schon oft erz\u00e4hlt, und je weiter sich das Erlebte entfernt, desto unrealer und m\u00e4rchenhafter erscheint mir das, was sich damals zugetragen hat. Kein Vorwurf w\u00fcrde mir indes mehr zusetzen, als der, dass es sich bei der Geschichte um \u00dcbertreibung handelt. 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