{"id":2322,"date":"2004-01-12T08:45:27","date_gmt":"2004-01-12T08:45:27","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-20T17:15:47","modified_gmt":"2014-12-20T16:15:47","slug":"aus-der-raubfisch-die-kleinen-grundewaldseen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/aus-der-raubfisch-die-kleinen-grundewaldseen\/","title":{"rendered":"Aus DER RAUBFISCH: Die Kleinen Grundewaldseen"},"content":{"rendered":"<p><P><IMG style=\"WIDTH: 125px; HEIGHT: 97px\" height=102 alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935270_wilmer_teaser.jpg\" width=119 align=left border=0>Angeln mitten in Berlin. Das geht nicht nur an Havel und Spree. Johannes Dietel erkundete f\u00fcr Sie gleich vier Seen auf einmal.<\/p>\n<p>Das Berliner Umland ist ja bekannt einen unendlich gro\u00dfen Schatz an Flie\u00dfgew\u00e4ssern und Seen. Und so wundert es nicht, dass viele Berliner am Wochenende f\u00e4cherf\u00f6rmig ausschw\u00e4rmen und Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern unsicher machen. Stellt sich nur die Frage: Muss das sein? Denn das Gute liegt oft so nah. In Wilmersdorf fast direkt an der Avus (der ehemals als Rennstrecke genutzte Teil der Stadtautobahn) zum Beispiel befindet sich die &#8222;Kleine Grunewaldseenkette&#8220;. Da die komplette Kette schon seit Jahrzehnten allein vom SFV Wilmersdorf 1947 e.V. gepachtet und besetzt wird, hat sich hier ein erstaunlicher Fischbestand entwickelt. Vier Seen sind es, die durch Kan\u00e4le miteinander verbunden sind: der Hubertussee, der Hertasee, der K\u00f6nigssee und der Dianasee. Die habe ich mir k\u00fcrzlich zusammen mit <STRONG>Pitti<\/STRONG>, seit 20 Jahren an diesen Gew\u00e4ssern aktiv, mal etwas n\u00e4her angeschaut und kann ihnen ein hervorragendes Zeugnis ausstellen.<\/P><P>Eine Gesamtwasserfl\u00e4che von etwa 8,5 macht die vier durchschnittlich 3 Meter tiefen Seen zu einem recht \u00fcberschaubaren Terrain. Doch so klein die Gew\u00e4sser auch sind, so interessant sind sie auch f\u00fcr den Raubfischangler. Denn an Unterst\u00e4nden mangelt es hier wahrlich nicht. Kein Wunder also, dass es neben dem f\u00fcr Friedfischangler sensationellen Karpfenvorkommen hier reichlich Barsche, Hechte, Zander, Aale und Welse gibt &#8211; populationstechnisch betrachtet auch genau in dieser Reihenfolge. Doch nicht nur die vielen Verstecke sorgen f\u00fcr einen dichten Bestand. Jedes Jahr investieren die Mitglieder ihren Jahresbeitrag unter anderem in den Besatz von laichf\u00e4higen Zandern. Und die f\u00fchlen sich in dem tr\u00fcben Wasser so wohl, dass sie &#8211; wie alle anderen Seebewohner au\u00dfer den Aalen auch &#8211; selbst f\u00fcr Nachwuchs sorgen. Zusammen mit den anderen R\u00e4ubern verhindern sie einen \u00fcbergro\u00dfen Wei\u00dffischbestand. So erwischt man hier selten Brassen oder Rotaugen von \u00fcber 500 Gramm (woran nat\u00fcrlich auch die Karpfendichte ihren Anteil hat). <\/P><br \/>\n<P align=center><IMG alt=\"\" hspace=0 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935271_wilmer_see1.jpg\" align=baseline border=0><\/P><br \/>\n<P><br \/><STRONG>Massig Hotspots f\u00fcr Hechte<\/STRONG><\/P><br \/>\n<P>Schon beim ersten Betrachten der Gew\u00e4sser scheint es, als steige einem so ein merkw\u00fcrdiger Geruch ins N\u00e4schen. Riecht es hier tats\u00e4chlich nach Hecht? Zumindest sieht es an allen Ecken und Enden so aus, als w\u00fcrde hier ein Hecht sein Unwesen treiben. Massenweise umgefallene B\u00e4ume, kleine und gro\u00dfe Schilfg\u00fcrtel, \u00fcberh\u00e4ngende B\u00fcsche, kleine Stege, Seerosenfelder und Inselchen bieten den Entenschn\u00e4beln optimale Jagdgr\u00fcnde. <\/P><br \/>\n<P><IMG alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935272_pitti_hecht.jpg\" align=right vspace=10 border=0>Und wenn man einmal einen Hecht aus einem komfortablen Unterstand weggefischt hat, so stellt sich schon nach wenigen Tagen ein neuer Bewohner ein. Wer sich also mit dem Boot auf den See begibt, wei\u00df eigentlich gar nicht, wo er seinen Spinner oder Blinker lang ziehen soll. (Des weichen und hindernisreichen Gew\u00e4sseruntergrundes halber sind diese K\u00f6der hier im \u00dcbrigen weit besser geeignet als Twister oder Gummifische.) W\u00e4hrend im Sommer, wenn das Wasser doch sehr tr\u00fcb ist, eindeutig grelle Farben oder silberne Fischimitate bessere Fangergebnisse liefern, sind es im Herbst und Winter dann die etwas gedeckteren Modelle, die den Fisch an den Haken bringen. Auf die beste Jahreszeit hin befragt, meinte Pitti, dass es hier nicht anders ist als an jedem relativ flachen See. Im Sommer sind haupts\u00e4chlich die Fische bis zur 60 cm-Klasse aktiv. Ab Oktober aber erwachen die alten Hechtdamen aus ihrem D\u00e4mmerzzustand und hauen sich den Ranzen voll. Jetzt schl\u00e4gt die gro\u00dfe Stunde der Hechtspezialisten, die pro Angeltag mit mehrere Attacken rechnen d\u00fcrfen. Die drei Hechte, die Pitti und ich w\u00e4hrend unseres Ausflugs haken konnten (der beste ging leider kurz vor der Landung verloren), best\u00e4tigen diese These. Die gr\u00f6\u00dften Exemplare sollen sich \u00fcbrigens im K\u00f6nigssee aufhalten, wobei sich die Hechte mengenm\u00e4\u00dfig auf alle vier Seen gleichm\u00e4\u00dfig verteilen.\u00a0\u00a0 <\/P><br \/>\n<P><br \/><STRONG>Zander am Tag und in der Nacht<\/STRONG><\/P><br \/>\n<P>Wie bereits erw\u00e4hnt, verdanken die Seen ihren guten Zanderbestand vor allem der Bem\u00fchungen des AS Wilmersdorf, hier f\u00fcr ein ordentliches Aufkommen zu sorgen. Inzwischen kann man hier zuversichtlich sein, auch einen Zander zu fangen, wenn man es gezielt drauf anlegt. Die Kollegen mit den glasigen Augen bei\u00dfen sowohl am helllichten Tag auch in der Nacht. Lediglich bei der K\u00f6derwahl sollte man sich nach der Tageszeit ausrichten. Tags\u00fcber lockt man die Zander am besten mit Kunstk\u00f6dern aus der Reserve &#8211; grelle Spinner mit gro\u00dfen Bl\u00e4ttern funktionieren am besten. Nachts lohnt sich mehr der Ansitz mit dem toten K\u00f6derfisch. Allerdings haben die Fische hier die Angewohntheit, den K\u00f6der nur supervorsichtig zu nehmen. Deshalb sind sehr fein austarierte Posen unglaublich wichtig. Pitti verwendet seit einiger Zeit sogar nur feinste Waggler und hat damit die besten Erfahrungen gemacht. Er lotet den Angelplatz genau aus und bietet die kleinen Lauben (zwischen 5 und 10 cm gro\u00df) dann etwa 10 cm \u00fcber dem Grund an. Wenn dann ein Zander kommt, spielt er richtig mit dem Fischchen und bringt die Pose zum wackeln, bevor er mit dem Fisch im Maul abzieht. Die Fische haben hier verdammt viel Zeit, sich ihre Beute zurecht zu legen. Und wenn ihnen dabei etwas nicht passt, lassen sie es eben. Gute Stellen sind das flache Ende des Hubertussees, die kleine Insel im Hubertussee, das Westufer des Hertasees und am Ostufer des Dianasees.<br \/>Fette Aale, feiste Barsche <\/P><br \/>\n<P>Mit den Zandern werden jedes Jahr auch eine Menge Aale eingesetzt. Und da sich die Kormorane nicht soweit nach Berlin hineintrauen, kann man auch in den Genuss der Ergebnisse dieser Ma\u00dfnahme kommen. Schon so mancher Zanderangler hat beim n\u00e4chtlichen Ansitz Bekanntschaft mit einem fetten Raubaal gemacht, der sich am K\u00f6derfisch vergriffen hat. Nat\u00fcrlich geht es auch mit Tauw\u00fcrmern. Die Aale treiben sich in den Sommern\u00e4chten am liebsten vor den Seerosenfeldern, Schilfg\u00fcrteln und im Holz herum. Hier ziehen sie ihre Runden. Die dicksten Dinger werden regelm\u00e4\u00dfig im Hubertussee erbeutet. <\/P><br \/>\n<P><IMG alt=\"\" hspace=10 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935273_pitti_barsch.jpg\" align=left vspace=10 border=0>Die Barsche erreichen ebenfalls sch\u00f6ne Gewichte. Doch sind sie weit weniger standorttreu wie die anderen Fische. Sie sind heute mal da und morgen schon wieder dort. Wer also gezielt auf die Damen und Herren im breitgestreiften Schuppenkleid angeln will, muss sie suchen. Dabei bietet es sich an, erst einmal die klassischen Hechtstandorte mit relativ gro\u00dfen Spinnern (ab Gr. 3) oder Blinkern abzuklappern (Silber geht immer). Ein Stahlvorfach ist dabei nat\u00fcrlich Pflicht. Denn so schl\u00e4gt man evtl. zwei Fliegen mit einer Klappe. Wenn die Barsche woanders sind, schaut man gleichzeitig, ob da nicht gerade ein Hecht Appetit auf einen kleinen Happen hat.<\/P><br \/>\n<P>Gelegentlich schnappt auch mal einer der wenigen im See ans\u00e4ssigen Waller zu, wenn man ihm den K\u00f6der vor die Nase wirft. Pitti hat schon den einen oder anderen erwischt. Aber dazu braucht man entweder viele Angeltage auf der Seenkette oder eine Menge Gl\u00fcck.<\/P><br \/>\n<P><br \/><STRONG>&#8222;Schlauchboot mitbringen oder Mitglied werden&#8220;<\/STRONG><\/P><br \/>\n<P>So lautet die Devise f\u00fcr jeden, der es hier nicht auf die an den Kanten entlang ziehenden Karpfen abgesehen hat. Denn die meisten Grundst\u00fccke um die Seen sind in privater Hand. Das macht das Angeln vom Ufer somit nicht \u00fcberall m\u00f6glich, was die Erfolgsaussichten ein wenig schm\u00e4lert. Wer kein eigenes Boot hat, aber mitten in Berlin an einem tollen Gew\u00e4sser angeln will, und das regelm\u00e4\u00dfig, der kann sich ja \u00fcberlegen, ob er in den Verein eintreten will. Denn f\u00fcr Mitglieder stehen eine Menge Ruderboote am Vereinsheim kostenlos bereit. Besonders Jugendliche sind hier sehr gern gesehen. Junge Interessenten nimmt der Lokalmatador dann auch ganz gern mal mit auf sein Hausgew\u00e4sser, um ihnen zu zeigen, was man hier so alles fangen kann. F\u00fcr jeden, der auf die &#8222;\u00d6ffentlichen&#8220; angewiesen ist, bietet die Kleine Grunewaldseenkette auf jeden Fall eine Menge Spa\u00df und stellt eine hervorragende Alternative zu den Seen im Umland dar.<\/P><br \/>\n<P align=center><IMG alt=\"\" hspace=0 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935274_wilmer_karte.jpg\" align=baseline border=0><\/P><br \/>\n<P><STRONG>Methoden<\/STRONG><br \/>Spinnfischen vorwiegend auf Barsche, Zander und Hechte. Ansitzangeln auf Hechte, Zander und Aale.<\/P><br \/>\n<P><STRONG>Ger\u00e4t<\/STRONG><br \/>Zum Barsch- und Zanderangeln: leichte Spinnrute; kleine Station\u00e4rrolle mit 10er Geflochtener und Stahlvorfach.<br \/>Zum Spinnfischen auf Hecht: steife Spinnrute (Wg. 30 &#8211; 60 g); mittlere Station\u00e4rrolle mit 14er Geflochtener und\u00a0 Stahlvorfach.<br \/>Zum Ansitzangeln auf Hecht und Aal: kr\u00e4ftige Grundrute mit Pose oder elektronischen Bissanzeiger <\/P><br \/>\n<P><STRONG>K\u00f6der<\/STRONG><br \/>Wegen des tr\u00fcben Wassers kommen beim Spinnfischen auff\u00e4llige K\u00f6der zum Einsatz: gro\u00dfe Wobbler im Barschdekor oder im Firetiger-Design; helle Spinner f\u00fcr Barsche, Effzett-Blinker in Silber und im Barschdeskor. <\/P><br \/>\n<P align=center><IMG alt=\"\" hspace=0 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935275_was_wilmer_wann.jpg\" align=baseline border=0><\/P><br \/>\n<P><STRONG>Extra-Tipp<\/STRONG> <br \/>Das Angeln mit Gummifischen ist weitgehend sinnlos, da der Gew\u00e4sseruntergrund an den meisten Stellen recht schlammig ist, und die K\u00f6der beim Aufprall einsinken. Wenn mit Gummis geangelt wird, dann indem man sie wie einen Blinker einfach einholt.<\/P><br \/>\n<P><STRONG>Bestimmungen<\/STRONG><br \/>Da der Verein gen\u00fcgend Fischereiaufseher stellt (wird von der Stadt Berlin vorgeschrieben), kann hier nachts geangelt werden! Ansonsten gelten die Bestimmungen des Berliner Fischereigesetzes. <\/P><br \/>\n<P><STRONG>Erlaubnis<\/STRONG><br \/>Jahreskarte: 75 Euro (f\u00fcr die 4 Seen und die Hundekehle sowie den Halensee, Gesamtwasserfl\u00e4che von 21,4 ha)<\/P><br \/>\n<P><STRONG>Ausgabestellen<\/STRONG><br \/>Angelhaus Koss, Tegeler Str. 36-37, 13353 Berlin, Tel.: (030) 4542135<br \/>Angelladen Fielusch, Kaiser-Friedrich-Str. 54, 10627 Berlin, Tel.: (030) 3245118<\/P><br \/>\n<P><STRONG>Anfahrt<br \/><\/STRONG>Stadtausw\u00e4rts: Von der Stadtautobahn (A 100) an der Ausfahrt Kurf\u00fcrstendamm runter, nach der Ausfahrt rechts halten, nach ca. 200 m links (entgegengesetzt der Richtung des ausgeschilderten Zentrums), dann geradeaus \u00fcber die erste Kreuzung in die Hubertusallee. Direkt vor dem Hubertussee parken. Mit dem Bus geht&#8217;s auch (Buslinie 110 und 129).<\/P><br \/>\n<P><STRONG>Weitere Infos<\/p>\n<p><\/STRONG><STRONG><A href=\"http:\/\/www.sfvw.de\" target=_blank><STRONG>www.sfvw.de<\/STRONG><\/A><A href=\"http:\/\/www.sfvw.de\/\"><\/A><\/STRONG><\/P><br \/>\n<P><STRONG><br \/>Erschienen in:<\/STRONG><\/P><br \/>\n<P align=center><A href=\"http:\/\/www.raubfisch.de\/\" target=_blank><IMG alt=\"\" hspace=0 src=\"\/1import\/impArtclImgs\/10738935276_raubfisch_logo.jpg\" align=baseline border=0><\/A><\/P><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angeln mitten in Berlin. Das geht nicht nur an Havel und Spree. Johannes Dietel erkundete f\u00fcr Sie gleich vier Seen auf einmal. Das Berliner Umland ist ja bekannt einen unendlich gro\u00dfen Schatz an Flie\u00dfgew\u00e4ssern und Seen. Und so wundert es nicht, dass viele Berliner am Wochenende f\u00e4cherf\u00f6rmig ausschw\u00e4rmen und Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern unsicher machen. 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