{"id":20645,"date":"2018-09-21T08:12:46","date_gmt":"2018-09-21T06:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/?p=20645"},"modified":"2018-09-21T08:47:35","modified_gmt":"2018-09-21T06:47:35","slug":"going-wild-kanuurlaub-in-nordschweden-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/going-wild-kanuurlaub-in-nordschweden-ii\/","title":{"rendered":"Going wild &#8211; Kanuurlaub in Nordschweden (II)"},"content":{"rendered":"<p>Ein kurzes Anfangsgepl\u00e4nkel bevor es los geht: Nach der Tour auf dem Hornavan im vergangenen Jahr wollten wir uns eine Route suchen, welche uns dieses Jahr noch etwas mehr fordert (nicht dass es nicht anstrengend gewesen w\u00e4re..), und vor Allem landschaftlich etwas mehr Abwechslung bietet. So entschieden wir uns f\u00fcr eine ca. 140km lange Tour beginnend in Nikkaluokta am Fu\u00df des Kebnekaise (dem mit ca. 2100m h\u00f6chsten Berg Schwedens) und endend in Lappaesuando, einem kleinen Nest am Ufer des Kalix. Unsere Tour bestand also aus mehreren Gew\u00e4ssern, darunter 4 Bergseen und verschiedenen Flussabschnitten. Daf\u00fcr hatten wir 15 Tage Zeit. Das ist viel, man kann die Tour sicher auch in der H\u00e4lfte der Zeit schaffen, hat dann aber keine Zeit zum Angeln. Da hatten wir lieber mehr Puffer. Gut ein halbes Jahr habern wir uns auf die Tour vorbereitet, darunter unz\u00e4hlige Stunden am PC verbracht (Google Maps ist da Gold wert) und letztendlich unser Kanu bei Sven von Kanotcentral Norr reserviert. Super cooler netter Typ. Im Gegensatz zur letzten Reise hatten wir einiges mehr an eigenem Equipment dabei. Neues Zelt, gute Schlafs\u00e4cke und Isomatten und vern\u00fcnftige Kleidung sollte daf\u00fcr sorgen dass wir da oben keine gro\u00dfen Probleme kriegen. Man befindet sich ja schlie\u00dflich 200km oberhalb des Polarkreises, am letzten Zipfel der europ\u00e4ischen Zivilisation. Da muss alles stimmen.<\/p>\n<p><b>Tag 1<br \/>\n<\/b><br \/>\nWecker klingelt fr\u00fch um 4. V\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet kriechen Vincent und ich aus dem Bett. Der Abend zuvor ist durch Packerei, Koffer wiegen und Vorbereitungen etwas eskaliert (Danke an meinen Nachbarn der uns selbstlos seine Waage geliehen hat), so dass wir schon ziemlich fertig waren bevor das ganze \u00fcberhaupt los ging. Aber gut. Wir hatten Bock. Unsere ca. 60kg Gep\u00e4ck, verteilt auf zwei Rucks\u00e4cke und zwei Packs\u00e4cke (keine Koffer mit sch\u00f6nen Rollen..) lagen schon echt schwer in den H\u00e4nden als wir irgendwann in Berlin Tegel ankamen. Ich machs kurz: Gegen 14 Uhr trudelten wir mit dem Flieger in Kiruna ein, alles lief glatt. Drau\u00dfen stand ein wei\u00dfer Volvo mit gr\u00fcnem Kanu auf dem Dach, der uns ans kleine Ende der Welt bringen sollte. Sven; ein alter Schwede der sein ganzes Leben hier verbracht hat; erkl\u00e4rte uns noch einige Besonderheiten der Gegend, warnte uns vor den Stromschnellen im Kalix und \u00fcberreichte und unser Kartenmaterial. Ich machte erstmal gro\u00dfe Augen als ich den Papierstapel sah, eine handgezeichnete (!) Karte der Strecke von 1975, dazu auf schwedisch. Gl\u00fccklicherweise habe ich so viele N\u00e4chte mit Google Maps verbracht, dass ich die Strecke fast schon auswendig kannte. Wir fuhren noch etwas Nahrung und die Angellizenzen kaufen. Wir haben nun beide eine Jahreskarte f\u00fcr die Gegend, die war billiger als zwei Wochenkarten.<\/p>\n<p>Irgendwann gegen 17 Uhr kamen wir dann in Nikkaluokta an, Sven verabschiedete uns und da standen wir nun. Ganz Allein mit gut 30kg Essen und einem gr\u00fcnen Plastikkahn, mitten im schwedischen Nichts. Bei strahlendem Sonnenschein. Nach einer kleinen Packeskapade mit dem Kanu ging es dann auch direkt los auf den Vistas\u00e4lven. Einen Gebirgsfluss mit typisch blau milchigem Schmelzwasser, kaum w\u00e4rmer als 4 Grad.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235476-jpg.63090\/\" alt=\"P7235476.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Fluss sollte f\u00fcr uns stromauf ca. 10km befahrbar sein, dann w\u00fcrde die Str\u00f6mung zu stark werden und wir m\u00fcssten umkehren. Der Vistas\u00e4lven f\u00fchrt durch ein Tal, welches ein einziges Labyrinth aus Flussarmen und kleinen Seen ist. Bereits nach etwa einer Stunde Paddelei entschieden wir uns in einem Nebenarm f\u00fcr eine kleine Angelpause. Das Wasser des Vistas ist echt verdammt kalt, die Nebenarme und Seen sind aber ziemlich flach und somit auch deutlich w\u00e4rmer. Der Wind blie\u00df ziemlich kr\u00e4ftig, das ist auf einem Kanu immer recht ung\u00fcnstig, da man ungef\u00e4hr so standhaft ist wie eine alte A-Klasse beim Elchtest. Zumindest h\u00e4lt man sich so recht schwer auf der Stelle. F\u00fcr mich gabs dann doch recht fix den ersten kleinen Pike der Tour; erleichternd, da wir letztes Jahr erstmal 2 Tage nichts gefangen haben.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235490-jpg.63091\/\" alt=\"P7235490.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Fluss f\u00fchrte uns weiter durch eine wirklich wahnsinnige Landschaft, und das bei bestem Wetter! 20 Grad und pralle Sonne am Polarkreis, Angeln und sich dabei den R\u00fccken br\u00e4unen lassen. Unglaublich.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235500-jpg.63092\/\" alt=\"P7235500.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235501-jpg.63093\/\" alt=\"P7235501.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235508-jpg.63094\/\" alt=\"P7235508.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der See sah mit seinen vielen flachen Buchten und Krautfahnen einfach unglaublich aus. Da rutscht jedem Hechtangler das Herz in die Hose! Stickbait dran und ab gehts.. Es dauerte nicht lange bis die ersten zwei kleineren Pikes sich das komische ploppende Teil von der Oberfl\u00e4che einschl\u00fcrften.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235518-jpg.63095\/\" alt=\"P7235518.JPG\" \/><\/p>\n<p>Vince legte dann mit einem richtig ordentlichen Fisch auf Stickbait dann schonmal gut vor!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235532-jpg.63096\/\" alt=\"P7235532.JPG\" \/><\/p>\n<p>Dann passierte lange erstmal nicht wirklich viel. Der See war wirklich gro\u00df, wir fuhren eine ganze Runde und fanden keinen Weg mehr heraus. Da der Fluss mit ordentlich Str\u00f6mung in den See m\u00fcndete musste er auch irgendwo wieder raus kommen. Wir fanden den Ausgang lange nicht, auch nicht als wir auf einen kleinen H\u00fcgel stiegen um einen \u00dcberblick \u00fcber die Gegend zu bekommen. Na klasse. Im hinteren Teil des Sees war das Wasser auch derart flach und warm, dass sich nichtmal die Hechte dort hin verirrt haben. Irgendwann fanden wir den Ausgang dann in der N\u00e4he der M\u00fcndung des Flusses, etwas versteckt in einer kleinen Bucht. Endlich weiter!<br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235542-jpg.63097\/\" alt=\"P7235542.JPG\" \/><br \/>\nIrgendwann wurde es dann sp\u00e4t und die Sonne verschwand hinter dem m\u00e4chtigen Bergkamm. Wir suchten uns ein Lager an einem kleinen See im Schatten des Berges. Innerhalb von einer Stunde fiel die Temperatur sicher um 15 bis 20 Grad, wo wir eben noch oberk\u00f6rperfrei durch die Sonne gepaddelt sind, froren wir nun in Merinounterw\u00e4sche und Fleecejacke. Es war sicher kaum w\u00e4rmer als 3 oder 4 Grad und damit die k\u00e4lteste Nacht unseres Urlaubs.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235551-jpg.63098\/\" alt=\"P7235551.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7235556-jpg.63099\/\" alt=\"P7235556.JPG\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tag 2<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fch am Morgen war ich der erste der aus dem Zelt kroch. W\u00e4hrend es letzte Nacht fast gefroren hatte, komme ich mir in meinen Merinosachen und meinem Schlafsack nun vor wie in einer finnischen Dampfsauna. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel, direkt auf unser Zelt. Und das fr\u00fch um 5!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245568-jpg.63182\/\" alt=\"P7245568.JPG\" \/><\/p>\n<p>Ich fackelte nicht lange und zog mir kurze Sachen an. Schnappte mir die Rute und d\u00fcmpelte mit unserem Kahn \u00fcber den kleinen See, w\u00e4hrend Vince noch schlief. In dem kaum knietiefen Wasser fing ich in etwa einer Stunde 6 kleinere Hechte auf meinen Softjerk. Geile Angelei, Bisse auf Sicht und das mit einer ungeheuren Aggressivit\u00e4t. Manche Hechte verlor ich im Drill kurz vorm Boot, bevor sie zwei Sekunden sp\u00e4ter nochmal auf den K\u00f6der knallten. Unglaublich wie die Kerle da oben drauf sind. Irgendwann wurde mein Kumpel im Zelt dann auch wach und wir g\u00f6nnten uns erstmal eine dicke Portion M\u00fcsli mit Trockenfr\u00fcchten, N\u00fcssen und Vollmilchpulver. Genau die richtige Mahlzeit f\u00fcr so eine Tour. Lange hielten wir uns nicht mehr an dem See auf, so dass wir unseren Weg hoch ins Gebirge fortsetzten. Krass was die Sonne hier f\u00fcr eine Kraft hat, wir hatten total vergessen wo wir uns \u00fcberhaupt hier befinden.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245583-jpg.63183\/\" alt=\"P7245583.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Fluss war spiegelglatt, es ging deutlich schneller voran als den Tag davor. Immer wieder splittete sich der Fluss in einige kleine Nebenarme auf, welche h\u00e4ufig mit einem See verbunden waren. Die kleinen Einbuchtungen konnte man schnell \u00fcbersehen, waren aber wie gemacht f\u00fcr unser Kanu. Kleine geheime Wege als direkter Weg zu unseren Traumspots. Zu flach f\u00fcr jedes Motorboot. Auf einer Sandbank direkt an einem dieser Zufl\u00fcsse entschieden wir uns zu baden. Es war echt super warm und man will ja auch nicht stinken. Da kann man das gute Wetter auch mal nutzen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245575-jpg.63184\/\" alt=\"P7245575.JPG\" \/><\/p>\n<p>Das Bad war aber schnell vorbei. Das ganze f\u00fchlte sich eher an als w\u00fcrde man sich in ein angetautes Calippo legen und danach \u00fcber ein Nagelbett laufen. War trotzdem super. Wir fuhren anschlie\u00dfend noch etwas flussauf und hoben uns ein paar Nebenarme f\u00fcr den R\u00fcckweg auf. Das gro\u00dfe Massiv auf der linken Seite des Tals hatte schon lange meine Aufmerksamkeit gewonnen und auch Vince fand die Idee ganz cool mal da oben auf einem Berg zu stehen. Zumal die H\u00e4nge mit riesigen Schneefeldern und kleinen Wasserf\u00e4llen geschm\u00fcckt waren. Wir kannten die Bergsteigerei ja schon vom letzten Urlaub, da hatte uns das Gel\u00e4nde f\u00fcr den 700m H\u00fcgel schon ordentlich gefordert. In einer absolut m\u00fcckenverseuchten Bucht strandeten wir unser Kanu visierten die m\u00e4chtige Felswand vor uns an. Krasser Anstieg, hier und da ein Wasserfall, Baumgrenze, Gras, Ger\u00f6ll, Schnee. Wir \u00fcberlegten noch ob wir vorher Mittag essen oder erst hoch gehen und uns das Mittag verdienen. Nat\u00fcrlich entschieden wir uns vor lauter sportlichem Ehrgeiz f\u00fcr Option Nummer zwei. In zwei Stunden w\u00e4ren wir ja sicher zur\u00fcck. Uns so gings los, im Gep\u00e4ck hatte ich nichts weiter als die Fleecejacke, eine halbe Tafel Schoki und die Wasserflasche. Vince nahm seine Flasche einfach in die Hand und band sich sein Hemd um die H\u00fcfte. Jeder der schonmal sowas \u00e4hnliches gemacht hat, kann ahnen wo die Reise hin ging..<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245598-jpg.63185\/\" alt=\"P7245598.JPG\" \/><\/p>\n<p>Vorweg: Vince und ich studieren beide Sport und sind definitiv keine Stubenhocker. Wir sind zwar nicht die Gebr\u00fcder Messner, aber ich w\u00fcrde uns schon eine ordentliche Kondi zusagen.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Kilometer schl\u00e4ngelten wir uns erstmal durch das Unterholz, bis wir den Gebirgsbach erreichten. War anstrengend, aber doch etwas besser zu laufen als beim letzten mal. In einem alten ausgetrockneten Flussbett kamen wir gut voran. Der Weg \u00e4nderte sich aber irgendwann schlagartig als wir den Bach erreichten. Aus dem ebenen Anstieg wurde ein schroffer felsiger Untergrund mit gro\u00dfen Vorspr\u00fcngen, kleinen Felsw\u00e4nden und losen Steinen. Anfangs machte es noch richtig Spa\u00df \u00fcber die Felsen zu klettern, irgendwann wurde es aber echt richtig anstrengend, und da war der Wasserfall auf halber h\u00f6he des Berges noch nichtmal zu sehen. Jedenfalls hatten wir keine Probleme uns mit frischem Wasser zu versorgen. Nach einer gut 10m hohen senkrechten Felswand brauchten wir erstmal eine kleine Verschnaufpause. Unsere amateurhaften Boulderskills raubten doch einiges an Kraft und bereits jetzt war das irgendwie eine aussichtslose Sache. Nur mit einem M\u00fcsli im Bauch rennt man eben keine Berge hoch, schon gar nicht ohne Weg und erst recht nicht in Nordschweden. Naja, wir waren einmal hier und jetzt kam der Ehrgeiz. Irgendwann war die Baumgrenze erreicht, aus B\u00fcschen wurde Gras, aus Gras wurde Moos und aus Moos wurde Ger\u00f6ll. Und aus Ger\u00f6ll wurden richtig fiese gro\u00dfe Steine mit super scharfkantigen Ecken. Es war echt ein Trauerspiel. 100m Weg, 3min Pause. Waden und Oberschenkel meldeten schon nach halber Strecke absoluten Notstand und so nutzten wir die Wegpausen doch recht reichlich um uns mal etwas Fl\u00fcssigkeit und ein halbes St\u00fcck Schokolade zu g\u00f6nnen. Aber da wollten wir hoch. Die H\u00e4nde in den Schnee tauchen und Gletscherwasser trinken.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245607-jpg.63187\/\" alt=\"P7245607.JPG\" \/><\/p>\n<p>Ich hab schon einige k\u00f6rperliche Anstrengungen hinter mir, aber das war wirklich der absolute Killer. Wanderschuhe sind auch einfach keine Bergschuhe die einem in dem Gel\u00e4nde einen ungeschickten tritt verzeihen. Es war ein absoluter Ritt an der Grenze von Kondition und Konzentration als wir endlich das Schneefeld erreichten, unsere H\u00e4nde in den Schnee tunkten und rum hampelten wie zwei Schimpansen die das erste mal in ihrem Leben Schnee sahen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245622-jpg.63188\/\" alt=\"P7245622.JPG\" \/><\/p>\n<p>Aber hey, wir waren ja noch nicht oben. War noch ein ganzes St\u00fcck bis zum Gipfel den ich unbedingt erreichen wollte. Die Felsen wurden immer schlimmer, das geborstene Granit schnitt sich teilweise recht ordentlich in die Gummisohlen unserer Wanderschuhe. Die letzten Meter war noch einmal eine wirkliche Kletterei, aber unsere Kr\u00e4fte waren wieder da, wir wollten da hoch, wir hatten einfach Bock drauf! Und dann wars auch so weit, wir genossen den besten Ausblick den man wohl haben kann. Das Tal mit dem Vistas\u00e4lven unter uns, rechts die Seen die wir noch befahren werden und hinter uns eine riesige Ger\u00f6llfl\u00e4che und der Kebnekaise, der mit seiner Schneekuppe h\u00f6her als alle anderen war. Aber dann irgendwie doch nicht so viel h\u00f6her als wir gerade waren.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245639-jpg.63189\/\" alt=\"P7245639.JPG\" \/><\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245657-jpg.63190\/\" alt=\"P7245657.JPG\" \/><\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245644-jpg.63191\/\" alt=\"P7245644.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir verweilten noch etwa eine halbe Stunde, machten Bilder und freuten uns wie kleine Kinder unseren Berg erklommen zu haben. Da es im S\u00fcden ordentlich regnete und es auf dem Gipfel auch richtig kalt und windig war, beschlossen wir z\u00fcgig wieder abzusteigen. Dabei war der Abstieg nicht unbedingt leichter als der Aufstieg, das Geh\u00fcpfe von Fels zu Fels verlangte einiges an Konzentration. Ein falscher Tritt und der Fu\u00df ist gebrochen. Und hier oben kommt keine Hilfe. Unsere Handys hatten wir bl\u00f6derweise am Kanu gelassen. Mit m\u00e4chtig Respekt liefen wir den gro\u00dfen Ger\u00f6llhang hinunter, immer wieder l\u00f6sten sich gro\u00dfe Steine, wir fielen auf den Hintern, stolperten, fingen uns ab. Alles ok. Bergab machten wir mindestens genau so viele Pausen. Der K\u00f6rper verlangt nach Brennstoff, die Tafel Schokolade war schon lange leer und der Abstieg w\u00fcrde auch noch lange dauern. Allerdings konnten wir nun das Tal des Vistas\u00e4lven in seiner vollen Pracht sehen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245706-jpg.63193\/\" alt=\"P7245706.JPG\" \/><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck kam irgendwann das Moos und Gras wieder, auf dem wir so viel schneller voran kamen. Der Hang wurde noch einmal richtig steil, bestimmt 50 Grad Gef\u00e4lle. Das langsame Absteigen tat irgendwann m\u00e4chtig an den F\u00fc\u00dfen weh, und so rannten wir den Hang irgendwann einfach im ZickZack runter. Das hat Spa\u00df gemacht und schnell kamen wir so auch voran. Irgendwann waren wir dann unten, fix und alle. 6 Stunden hatte unsere Tour gedauert. 1400 H\u00f6henmeter. That&#8217;s life!<b><br \/>\n<\/b><br \/>\nUnser Kanu war auch nach dieser langen Tour nicht unbedingt der einladendste Ort f\u00fcr eine Mittagspause. Die M\u00fccken in der Bucht waren unglaublich aufdringlich, so dass man keine Minute ruhig sitzen konnte. Auf dem Weg bergab sahen wir aus einiger Entfernung einen kleinen See mit augenscheinlich glasklarem Wasser, kaum 200m von unserem Boot entfernt. Wir waren kaum 5 Minuten am Boot nach unserer Tortur als wir unsere Ruten schnappten und zum T\u00fcmpel trotteten. Man muss schon ordentlich einen an der Leitung haben um nach einer 6 st\u00fcndigen Bergtour sofort ans Fischen zu denken. Statt glasklarem Wasser mit Kiloforellen erwartete uns aber ein v\u00f6llig zu gekrauteter Moort\u00fcmpel, dem wir auch schleunigst wieder den R\u00fccken kehrten. Wir sattelten unser gr\u00fcnes Plastikross und fuhren weiter auf dem See, weg von den M\u00fccken. So richtig \u00fcberzeugte uns der T\u00fcmpel aber nicht, so dass wir sicher noch gute 3km flussaufw\u00e4rts auf dem Vistas\u00e4lven zur\u00fcck legten, bis wir auf einer Insel eines gr\u00f6\u00dferen Sees unser Lager aufschlugen und uns endlich die verdienten Nudeln mit Pesto in den Bauch stopften. Jetzt wo ich mir dieses ganze Szenario so vor Augen f\u00fchre, komme ich zu der Erkenntnis, dass wir wohl wirklich richtig einen am laufen haben m\u00fcssen. Da sich das Wetter wieder von seiner besten Seite zeigte, und es sich nach Sonnenuntergang auch nicht merklich abk\u00fchlte, beschlossen wir direkt unter dem freien Himmel zu schlafen. Wir waren einfach zu kaputt um das Zelt auf zu bauen. Die Idee verwarfen wir nach gut f\u00fcnf Minuten. In Lappland schl\u00e4ft man eben nicht unter freiem Himmel, es sei denn man will sich freiwillig den M\u00fccken opfern.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245719-jpg.63313\/\" alt=\"P7245719.JPG\" \/><\/p>\n<p>Also bauten wir das Zelt doch auf. Bevor wir uns schlafen legten, wollten wir den See aber noch einmal kurz abchecken. Daf\u00fcr reichte unsere Kraft dann doch noch. Bald bekam ich einen ersten Biss auf Stickbait, welcher irgendwie gar nicht so richtig nach Hecht aussah. Vince starrte mit gro\u00dfen Augen ins Wasser und sichtete einen fetten Barsch, der im flachen seine Bahnen zog. Ganz oldschool fing ich den Kollegen dann mit einem 3er Mepps. Der Spinner war hier oben einfach eine super sichere Nummer.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245729-jpg.63316\/\" alt=\"P7245729.JPG\" \/><\/p>\n<p>Richtig gut, die dicken Barsche hatten wir hier oben nicht so recht auf dem Schirm. Nach ein paar Pikes konnte auch Vincent einen ordentlichen Punk an der Oberfl\u00e4che fangen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7245740-jpg.63317\/\" alt=\"P7245740.JPG\" \/><\/p>\n<p>Die Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe der Barsche hier ist schon echt enorm. Daf\u00fcr fingen wir sie wirklich nur recht vereinzelt. Zufrieden krochen wir dann in unser Zelt. Kurz bevor ich einschlief h\u00f6rte ich ein verd\u00e4chtiges Grummeln aus der Ferne. Sofort schalteten alle Alarmglocken in mir auf Dauerton, wie d\u00e4mlich wir doch waren und unser Zelt mitten auf einer Anh\u00f6he auf einer Insel im See stand, w\u00e4hrend der nordische Sommer ja auch gut f\u00fcr seine Gewitter bekannt ist. Ich schob kurz etwas Hektik und so warfen wir das Zelt samt Isomatten und Schlafs\u00e4cke auf das Kanu und paddelten mit vollem Tempo \u00fcber den See, um an einem uns bekannten See etwas fluss ab auf einer Sandbank zu n\u00e4chtigen. Wir hatten Gl\u00fcck, das Gewitter zog vorbei und wir blieben trocken. Aber sicher ist sicher. Ab dem Zeitpunkt achteten wir genau auf die Gewittertauglichkeit unseres Lagers.<\/p>\n<p><b>Tag 3<br \/>\n<\/b><br \/>\nUnsere Lagerstelle der letzten Nacht war wirklich ein Traumspot. Direkt an einem flachen See voller absolut krank bei\u00dfwilliger Hechte. Keine Riesen. Aber Bisse die man wohl nur in Lappland so bekommt. Teilweise hatte ich Nachl\u00e4ufer von zwei Hechten gleichzeitig auf meinen Stickbait! Wir fingen einige Fische, Vincent verlor einen guten Barsch im Drill und hatten den See auch recht fix durch. Also gings weiter. Das Wetter war traumhaft und so badeten wir noch vorm Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255750-jpg.63528\/\" alt=\"P7255750.JPG\" \/><br \/>\nWir entschieden uns nicht weiter gegen die Str\u00f6mung zu paddeln und den Vistas\u00e4lven zu verlassen, um unsere Tour \u00fcber die Seen weiter fortzusetzen. Auf dem Weg dort hin \u00fcberraschte uns jedoch ein recht ordentlicher Regenguss, der sich sp\u00e4ter in ein kr\u00e4ftiges Gewitter verwandelte. Da unser Zelt und unsere Sachen beim Aufbau total durchn\u00e4sst geworden w\u00e4ren, baute ich kurzerhand ein kleines Tarp aus der Bauplane, die wir als Zeltunterlage dabei hatten. Wir schauten schon etwas bl\u00f6d aus der W\u00e4sche, als wir unter dieser l\u00f6chrigen gr\u00fcnen Plastikplane im Platzregen kauerten. Das ganze schien in naher Zukunft auch nicht auf zu h\u00f6ren, und unser improvisiertes Dach stie\u00df recht schnell an seine Grenzen. In einer kurzen Regenpause bauten wir fix unser Zelt auf, legten uns mit nassen Sachen auf den Zeltboden und fr\u00f6stelten so lange bis der Regen endlich aufh\u00f6rte. In solchen Situationen muss man einfach mal improvisieren und durch halten. Gibt schlimmeres.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255765-jpg.63529\/\" alt=\"P7255765.JPG\" \/><\/p>\n<p>Irgendwann h\u00f6rte der Regen aber auch auf. Kaum kam die Sonne raus, war es wieder warm und sch\u00f6n. Wir nutzten die Sonnenstrahlen und trockneten unsere nassen Sachen und beluden unser Boot. Diese schnellen Wetterwechsel sind absolut typisch f\u00fcr diese Regionen, auch bei bestem Kaiserwetter hatte es sich immer bezahlt gemacht die Regenjacken im Gep\u00e4ck zu haben.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255767-jpg.63530\/\" alt=\"P7255767.JPG\" \/><\/p>\n<p>So nutzten wir die Gelegenheit und folgten dem Fluss stromabw\u00e4rts. Wir verabschiedeten uns vom Gebirge und den zahlreichen kleinen Seen und Flussarmen, als wir irgendwann auf dem ersten der vier Seen ankamen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255804-jpg.63531\/\" alt=\"P7255804.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255813-jpg.63532\/\" alt=\"P7255813.JPG\" \/><br \/>\nDas Wasser war noch deutlich angetr\u00fcbt durch das Schmelzwasser des Vistas\u00e4lven. Selbst 500m hinter der M\u00fcndung des Flusses war das Wasser derart flach, dass wir mit unseren Paddeln regelm\u00e4\u00dfig den Sand ber\u00fchrten. Wahnsinn was der Gebirgsfluss an Sediment mit sich tr\u00e4gt. Das gro\u00dfe Sandplateau wurde irgendwann von einer deutlich sichtbaren Kante unterbrochen, auf die endlich deutlich klareres Wasser folgte. Nat\u00fcrlich warteten wir nicht lange und fingen an zu fischen. Nat\u00fcrlich fingen wir innerhalb von 10min zwei gute Hechte. Nat\u00fcrlich passierte dann auch eine Stunde nichts mehr.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255817-jpg.63533\/\" alt=\"P7255817.JPG\" \/><\/p>\n<p>Erst als wir an unserem angepeiltem Lagerplatz ankamen und ich den geschleppten Wobbler z\u00fcgig einholte, knallte mir noch ein guter Pike auf den Wobbler. Der Fisch hing jedoch derart bl\u00f6d, dass wir uns entschlossen haben an diesem Abend einmal Fisch zu essen. Also bereitete ich die Filets zu einer deftigen, gut scharfen Fischpfanne mit Sahne, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer zu. Ich glaube so satt wie an diesem Abend waren wir selten zuvor.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255826-jpg.63534\/\" alt=\"P7255826.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Tag verabschiedete sich dann mit dem sch\u00f6nsten Sonnenuntergang den wir auf dieser Tour erleben durften. Wahnsinn wie gut das aussah, wahrscheinlich hielt dieses Schauspiel so gut wie die ganze Nacht an. Es wird ja schlie\u00dflich nicht wirklich dunkel.<br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7255830-jpg.63535\/\" alt=\"P7255830.JPG\" \/><\/p>\n<p>PS: verzeiht dass ich so wenig Fischbilder der ersten Tage habe. Die Landschaft entsch\u00e4digt hoffentlich daf\u00fcr. Ich gelobe Besserung! Wer jedoch immer mal ein paar Bilder und auch (krasse) Bissvideos aus dem Urlaub sehen will, der kann gerne mal bei <strong><a class=\"externalLink ProxyLink\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/hooksandfish\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" data-proxy-href=\"proxy.php?link=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fhooksandfish%2F&amp;hash=e8a1dba7f823e601ce9bc56ad917c98a\">https:\/\/www.instagram.com\/hooksandfish\/<\/a><\/strong> vorbei schauen. Eine andere M\u00f6glichkeit f\u00e4llt mir gerade nicht ein um euch die bewegten Aufnahmen zu zeigen.<\/p>\n<p><b>Tag 4<br \/>\n<\/b><br \/>\nImmer kleiner wurden die Berge, als wir unsere Tour \u00fcber den ersten Bergsee fortsetzten. Das Wasser des Sees war klar und sauber, generell konnten wir jederzeit das Wasser aus den Gew\u00e4ssern trinken. Dabei sollte man aber gesunden Menschenverstand walten lassen und seine Flasche nicht gerade in einer flachen Bucht mit lauwarmem Wasser f\u00fcllen. Leider gab es davon auf unserer Tour \u00fcber den See sehr viele. Generell war das Wasser sehr flach, nur in der Mitte schien eine tiefere Rinne zu verlaufen. Der Gro\u00dfteil des riesigen Sees war nicht tiefer als zwei Meter, wobei der Boden gr\u00f6\u00dftenteils von kargen Sand- und Steinfl\u00e4chen gepr\u00e4gt war. Wenig Struktur f\u00fcr dicke Fische, dazu noch strahlender Sonnenschein und Malle-Temperaturen \u00fcber viele Wochen. Das schl\u00e4gt auch den flossigen Bewohnern auf den Magen und so fingen wir im Seeabschnitt relativ schlecht. Den ein oder anderen Hecht konnten wir dennoch \u00fcberlisten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265840-jpg.64199\/\" alt=\"P7265840.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265842-jpg.64200\/\" alt=\"P7265842.JPG\" \/><\/p>\n<p>Doch bei den Pikes sollte es nicht bleiben. Wir wussten von riesigen \u00c4schen in den Gew\u00e4ssern und Vince gelang es als erstes eine ordentliche Fahnentr\u00e4gerin in einer flachen Bucht zu erwischen. Worauf? 2er Mepps nat\u00fcrlich..<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265856-jpg.64203\/\" alt=\"P7265856.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir fingen dann tats\u00e4chlich immer mal wieder eine \u00c4sche in den flachen Abschnitten, und entschieden uns auch mal einen Fisch mit zu nehmen. Schlie\u00dflich wollten wir schon letztes Jahr am Hornavan mal eine \u00c4sche essen, was uns damals aber nicht gelungen ist. Und Fisch stand eh auf der Speisekarte! (Von daher entschuldigt wenn hier ab und an ein Bild von einem toten Fisch erscheint, auf solch einer Tour geh\u00f6rt es einfach dazu und ist teilweise unumg\u00e4nglich. Sollte das daneben sein, sagt Bescheid.) Was soll ich sagen, die \u00c4sche hat sich schnell zu einem meiner Lieblingsspeisefische gemausert! Da kann keine Tiefk\u00fchlforelle mithalten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265845-jpg.64201\/\" alt=\"P7265845.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265848-jpg.64202\/\" alt=\"P7265848.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wobei man ehrlich sagen muss, dass die \u00c4schen hier oben eine fast unversch\u00e4mte Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe haben. 45+ Fische waren eher Durchschnitt als eine Seltenheit!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265862-jpg.64204\/\" alt=\"P7265862.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265864-jpg.64205\/\" alt=\"P7265864.JPG\" \/><\/p>\n<p>Die ganze Paddelei ist allerdings auch recht anstrengend, und so wurden im Laufe des Tages die Pausen l\u00e4nger und die Wege k\u00fcrzer, bis wir irgendwann einen ganz sch\u00f6nen Lagerplatz an einem kleinen Sandstrand gefunden hatten. Ich hatte bereits am Mittag ordentlich Teig f\u00fcr Stockbrot vorbereitet und so dauerte es nicht lange bis die Teigfladen \u00fcber dem knisternden Lagerfeuer brutzelten.. Besonders empfehlenswert ist \u00fcbrigens das fertige Brot ins Wasser zu tunken und mit Rohrzucker zu berieseln, um ihm dann \u00fcber dem Feuer eine sch\u00f6ne Karamellkruste zu verpassen!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7265870-jpg.64206\/\" alt=\"P7265870.JPG\" \/><\/p>\n<div class=\"messageContent\">\n<article><\/article>\n<article><b>Tag 5<\/b><\/article>\n<p>Bereits fr\u00fch um 6 kroch ich aus dem Zelt. Kaum auszuhalten, in der prallen Morgensonne erreicht das Zelt schnell das Feeling einer \u00fcbel riechenden Dampfsauna, nicht selten kroch ich v\u00f6llig durch geschwitzt aus dem Schlafsack und sprang direkt erstmal ins Wasser um mich abzuk\u00fchlen. Fr\u00fch um 6! 200km n\u00f6rdlich vom Polarkreis! Was&#8217;n hier los. Naja, irgendwie auch besser als der Regen und die 5 Grad Tagestemperatur vom letzten mal, mit mangelnder K\u00f6rperhygiene sollten wir zumindest diesmal keine Probleme bekommen.<\/p>\n<p>Heute wollten wir den gro\u00dfen See endlich verlassen und uns das kleine Flussst\u00fcck vornehmen, welches die ersten beiden Bergseen verbindet. Der See wurde immer schmaler, irgendwann tauchten wieder die ersten einzelnen Krautfahnen auf und wurden zu einem einzigen Krautteppich aus smaragdgr\u00fcn schimmerndem Dschungel, bedeckt von glasklarem Wasser aus den Bergen. Ein Bild wie aus dem Katalog, wir trauten uns fast nicht hier zu angeln so sch\u00f6n sah es aus. Und mitten drin schl\u00e4ngelte sich eine gewaltige schwarze Rinne wie ein Canyon durch das saftige Gr\u00fcn, mindestens 8m tief. Und randvoll mit Fisch!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275880-jpg.64237\/\" alt=\"P7275880.JPG\" \/><\/p>\n<p>Ich montierte erstmal einen fetten Gummi um die Tiefe abzuchecken, lie\u00df das wackelnde Ding zum Grund und wollte es gerade hoch kurbeln. Denkste. Direkt vom Grund muss sich irgend ein fetter Str\u00f6mungshecht das taumelnde Plastik geschnappt haben, neben ordentlich Gewicht in der Rute gab es auch einige derbe Kopfst\u00f6\u00dfe die mich aus meinem No-Fisch-Trauma der letzten Stunden r\u00fcttelten. Ich hab den Fisch nicht gesehen, da er wieder fix ausgestiegen ist, doch das war definitiv keiner der 70er Pikes die wir vorher gefangen hatten. Egal, kann man nicht \u00e4ndern und Fisch ist mehr als genug da. Kurz darauf pfl\u00fcckten wir die ersten dicken \u00c4schen aus dem Graben, brutal wie die Viecher selbst auf den 18g Spinmad ballern, in der Str\u00f6mung schl\u00e4gt das ein wie eine gute Kiezschelle!<br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275891-jpg.64238\/\" alt=\"P7275891.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275907-jpg.64239\/\" alt=\"P7275907.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275913-jpg.64240\/\" alt=\"P7275913.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275921-jpg.64242\/\" alt=\"P7275921.JPG\" \/><br \/>\nMeine Lieblingsfische sind diese \u00c4schen allerdings nicht geworden. Die Dinger sind wirklich unm\u00f6glich zu halten und zappeln mit Vorliebe beim Foto machen und Haken l\u00f6sen. Irgendwann entschieden wir uns f\u00fcr einen Mix aus Baden und Angeln, standen in Unterhose im Wasser und fingen eine dicke \u00c4sche nach der anderen. So gut, dass wir uns fragten ob man hier \u00fcberhaupt angeln d\u00fcrfe. Durften wir. Nach einer riesen Portion R\u00fchrei mit Reiscrackern und Stockfisch machten wir noch einmal richtig ordentlich Strecke und \u00fcberquerten auch den zweiten, kleineren Bergsee. Hier gab es aber so gut wie keinen Fisch f\u00fcr uns, auch hier war das Wasser flach, warm und strukturlos.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275923-jpg.64245\/\" alt=\"P7275923.JPG\" \/><\/p>\n<p>Doch auch der See hatte bald ein Ende und einzelne Krautfahnen k\u00fcndigten bereits den n\u00e4chsten Flussabschnitt an. Schon bald fingen wir die ersten Hechte in den Krautfahnen auf Softjerks. F\u00fcr uns war jetzt v\u00f6llig klar: Der Fluss bringt Fisch! Als wir \u00fcber ein ausgedehntes Krautfeld trieben, bekam Vince einen richtig guten Biss auf seinen wei\u00dfen Softjerk. Wie das aber mit den gro\u00dfen Offsethaken so ist, hing der Fisch auch nach 4 weiteren Fehlattacken nicht. Erst beim f\u00fcnften Versuch hing der fette 90er am 7\/0er Greifer. Fetter Fisch! Wir jubelten und freuten uns wie kleine Kinder \u00fcber den dicken Pike.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275944-jpg.64241\/\" alt=\"P7275944.JPG\" \/><\/p>\n<p>Anscheinend blieb unser Erfolg nicht ganz unbemerkt; ein alter Schwede trottete mit Rute und K\u00f6derbox zu seinem Motorboot und gr\u00fc\u00dfte uns. Rund um die Flussverbindungen waren immer mal wieder ein paar kleine Siedlungen und H\u00e4user. &#8222;Go over there, there are real crocodiles!&#8220; rief er uns zu und deutete mit einer ausladenden Handbewegung in eine super Flache kleine Bucht neben seinem Steg, die laut seinem wilden Gestikulieren wohl nur 1,20m+ Hechte beherbergen w\u00fcrde. Wir nahmen die Einladung dankend an, allerdings konnte ich au\u00dfer ein paar Bissen im knietiefen Wasser keinen Flossentr\u00e4ger f\u00fcr meinen Softjerk begeistern. Die Pikes hatten dann irgendwann keinen Bock mehr, nur die \u00c4schen lie\u00dfen sich noch weiterhin recht zuverl\u00e4ssig auf die tief laufenden Jigspinner fangen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275955-jpg.64243\/\" alt=\"P7275955.JPG\" \/><\/p>\n<p>Das war wirklich ein enorm fischreicher Tag, Wahnsinn wenn man so etwas erleben darf! Wer w\u00fcrde nicht gerne die Fische seines Lebens hinter solch einem Panorama fangen?<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7275951-jpg.64244\/\" alt=\"P7275951.JPG\" \/><b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 6<\/b><\/p>\n<\/div>\n<p>Wir verlie\u00dfen den str\u00f6menden Flussabschnitt und paddelten \u00fcber den dritten Bergsee. Mittlerweile war uns bewusst, dass sich die Fische vorwiegend an den Bereichen mit Flussanbindung fangen lie\u00dfen, und so verweilten wir noch etwas an der str\u00f6menden Verbindung. Hier gab es auch Unmengen an Kraut, welches bei unserem Weg \u00fcber den See wieder v\u00f6llig verschwinden sollte. Unter den herrschenden Bedingungen h\u00e4tte man in Deutschland wohl niemals einen einzigen Hecht aus den Krautfahnen gelockt. 25 Grad, ballernde Sonne, Windstille. Wir hatten ordentlich zu tun, dass wir keinen fetten Sonnenbrand bekommen, und so versuchten wir uns mit nasser M\u00fctze, 50+ Sonnenschutz, T-Shirt, Buff und Handtuch zu sch\u00fctzen. Half irgendwie alles nichts, eine ungesunde Br\u00e4une nahmen wir beide aus dem Urlaub mit. Auch die Fische bissen recht verhalten w\u00e4hrend des hei\u00dfen Wetters. In dem gro\u00dfen Flachwasserbereich konnten wir dennoch ein paar sch\u00f6ne Hechte fangen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7285958-jpg.64451\/\" alt=\"P7285958.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7285967-jpg.64452\/\" alt=\"P7285967.JPG\" \/><\/p>\n<p>Allerdings nutzten wir das gute Wetter dann doch lieber ausgiebig zum Baden und Essen. Den Abwasch \u00fcberlie\u00dfen wir dann den Unmengen von Kleinfischen..<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7285969-jpg.64453\/\" alt=\"P7285969.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7285984-jpg.64454\/\" alt=\"P7285984.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir waren ganz froh als wir den See \u00fcberquert hatten. So richtig war die Seenpaddelei doch nichts f\u00fcr uns. Die Flussabschnitte waren einfach spannender und Abwechslungsreicher; und so freuten wir uns auf den n\u00e4chsten Flussabschnitt der kommen sollte. Laut unserer alten Karte ein riesiges Labyrinth aus Flussarmen und kleinen Seeabschnitten. Trotz eigentlich perfekter Bedingungen taten wir uns schwer eine der \u00c4schen zu fangen. Nur eine einzige verirrte sich diesen Tag an Vince seinen Spinner. Umso mehr nutzten wir die Gelegenheit um uns im k\u00fchlen Flusswasser zu erfrischen. Vincent rutschte dabei einmal bl\u00f6d auf einem Stein aus und holte sich einen miesen Cut am Oberschenkel. Dank Pflaster und Verbandszeug war das aber zum Gl\u00fcck kein gro\u00dfes Drama.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7285997-jpg.64455\/\" alt=\"P7285997.JPG\" \/><\/p>\n<p>Auf unserer (handgezeichneten) Karte entdeckten wir eine Flussroute \u00fcber mehrere kleine Seen, die wir unbedingt fahren wollten. Leider schien die Karte nicht besonders genau zu sein, so dass wir zwei Stromschnellen zu viel passierten und unsere Einfahrt verpasst hatten. Wir wollten aber unbedingt dahin. Ich zog also das voll beladene Kanu gut 300m gegen die Str\u00f6mung, w\u00e4hrend Vince mit seinem blutenden Bein hinterher trottete. Na wenn das sich mal nicht lohnen w\u00fcrde..<\/p>\n<p>Als wir den Flussabschnitt erreichten fing es auch bereits an zu d\u00e4mmern. Ruhig und Breit schl\u00e4ngelte sich der Flusslauf hier durch die Landschaft. Gro\u00dfe Krautfahnen durchbrachen die Oberfl\u00e4che, und ausgedehnte Flachwasserzonen sorgten f\u00fcr Abwechslung. Wieder mal ein Spot wie aus dem Lehrbuch!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7286002-jpg.64459\/\" alt=\"P7286002.JPG\" \/><\/p>\n<p>Ab hier ging es Schlag auf Schlag. Schnell fing ich den ersten Hecht auf Softjerk (ich hatte einen wirklich enormen Verschlei\u00df an Softjerks in diesem Urlaub, so dass ich selbst meine beiden Shaker zerschneiden musste). Sp\u00e4ter dann einen richtig guten Barsch am Kraut. Und auch Vince erwischte einen fetten Gestreiften.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7286005-jpg.64456\/\" alt=\"P7286005.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7286009-jpg.64457\/\" alt=\"P7286009.JPG\" \/><\/p>\n<p>Dazu kamen noch unz\u00e4hlige Hechtbisse. Einmal verfolgte ein etwa 70er Hecht einen von mir gedrillten 50er Artgenossen, schoss immer wieder auf den kleineren Fisch. Dabei h\u00e4tte er den nie fressen k\u00f6nnen. Vince fing ihn dann auch direkt auf Spinnerbait. Wir lie\u00dfen uns von der Str\u00f6mung treiben und konnten so gut alles abfischen. Im glasklaren Wasser direkt unter unserem Boot sah ich auf einmal einen riesen Torpedo, gr\u00fcne Punkte, lang gestreckt und ein Kopf so gro\u00df wie eine Dose Pringles. Ein wirklich verdammt fetter Hecht stand da genau unter unserem Boot. Sicher 1m+, sicher noch gr\u00f6\u00dfer. Als ich ihn anwerfen wollte verschwand er mit einem kr\u00e4ftigen Flossenschlag im gr\u00fcnen Nichts. Auch ausdauerndes Werfen an dieser Stelle sollte ihn nicht \u00fcberzeugen. Nun gut. Wir konnten uns nicht beklagen. Schlie\u00dflich gab es an dem Tag noch einiges an Fisch. M\u00fcde und zufrieden fielen wir abends auf unsere Isomatten und tr\u00e4umten noch immer vom dicken Meterhecht..<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7286011-jpg.64458\/\" alt=\"P7286011.JPG\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tag 7<\/strong><\/p>\n<p>Ich st\u00f6bere gerade so durch die ganzen Bilder und versuche diesen Tag zu rekonstruieren, was mir zugegebenerma\u00dfen ziemlich schwer f\u00e4llt. Ich hab einfach kaum Bilder von diesem Tag. Vince schien jedenfalls einen sch\u00f6nen Barsch gefangen zu haben. Zu dem Bild hab ich leider diesmal keine Story im Kopf.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7296019-jpg.64756\/\" alt=\"P7296019.JPG\" \/><\/p>\n<p>Was ich aber noch wei\u00df:<\/p>\n<p>An diesem Tag wollten wir den letzten See \u00fcberqueren. Im Gegensatz zu den letzten Tagen blies der Wind mit voller Kraft von vorn in unsere Gesichter, die Wellen waren nicht unerheblich gro\u00df und wei\u00dfe Schaumkronen die gegen unser Kanu schlugen bremsten unsere Fahrt auf das Schritttempo meiner Oma beim Einkaufen. Jedenfalls kamen wir kaum voran und jede kleine Pause trieb uns wieder zur\u00fcck. \u00c4tzend. Wir spekulierten kurz woher der Wind kam und \u00fcberlegten auf welcher Seite des Sees wir wohl fahren sollten. Vince schlug vor den See zu kreuzen (wo wir eigentlich her kamen) und vermutete Windschatten auf der anderen Uferseite, w\u00e4hrend ich darauf beharrte an der linken Uferseite zu paddeln, da das der k\u00fcrzere Weg zu sein schien. Wir waren irgendwie ziemlich bedient von der ganzen Situation, und als der augenscheinliche Ausgang des Sees nur eine gro\u00dfe Bucht war, mussten wir den T\u00fcmpel doch noch kreuzen. Hatte Vince wohl doch irgendwie recht. Wir paddelten auf Hochtouren \u00fcber die gesamte Breite des Sees, nach einer guten halben Stunde kapitulierten irgendwann Arme und Schultern, so dass wir eine Pause auf einer Insel einlegten. In einer ausgiebigen Kochsession kam dann auch ein sehr schmackhaftes Gem\u00fcsecurry mit Reis heraus, was uns neue Kraft gab.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7296024-jpg.64757\/\" alt=\"P7296024.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7296028-jpg.64758\/\" alt=\"P7296028.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7296034-jpg.64759\/\" alt=\"P7296034.JPG\" \/><\/p>\n<p>Nach einem kurzen Nickerchen sattelten wir die Pferde (ok, wir beluden das Kanu..) und paddelten weiter. Wir angelten die ganze Zeit nicht, erst als wir am Ende des Sees angelangt waren, begannen wir zu fischen. Ich habe leider von diesem Abend kein einziges Angelbild, daf\u00fcr aber haufenweise Videos von Livebissen an der Oberfl\u00e4che. Die gro\u00dfe Bucht war ges\u00e4umt von Wasserpflanzen, gro\u00dfen Steinen und einer ganzen Menge Fisch. Wir fingen zwar gr\u00f6\u00dftenteils recht kleine Hechte, allerdings bissen diese teilweise in einer unglaublichen Aggressivit\u00e4t auf unsere Stickbaits. Neben den Pikes bekamen wir auch einmal einen richtigen Barschtr\u00fcmmer zu Gesicht, der einen 70er Hecht im Drill verfolgte. Allein dieses Verhalten ist so anders als das was ich von den heimischen Barschen gewohnt bin. Leider brach mir an diesem Abend meine schwere Globetrotter, so dass ich nur noch die leichte Rute \u00fcbrig hatte.. Ich hab anscheinend einfach kein Gl\u00fcck mit den Reiseruten, Vince hat seine schlie\u00dflich schon seit Jahren. Naja, jetzt im Fluss w\u00fcrde ich die schwere Rute eh nicht brauchen, und auf Hecht kann ich auch mit der &#8222;leichten&#8220; ganz gut fischen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7296053-jpg.64761\/\" alt=\"P7296053.JPG\" \/><\/p>\n<p>Direkt am Beginn des Flusses schlugen wir unser Lager auf und a\u00dfen noch eine dicke Reispfanne aus den Resten vom Mittag. Allerdings lie\u00dfen wir uns noch die Option offen, am n\u00e4chsten Tag eine gro\u00dfe Bucht gegen\u00fcber unseres Lagers zu befischen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 8<br \/>\n<\/b><br \/>\nBevor wir unsere Sachen packten und unsere Tour auf dem Fluss fortsetzten wollten wir die gro\u00dfe Bucht gegen\u00fcber unseres Lagers erkunden. Das Wasser war hier deutlich tiefer als in den Seenabschnitten, nur vereinzelt durchbrachen gro\u00dfe Krautfelder die Wasseroberfl\u00e4che in Ufern\u00e4he. Lange Krautfahnen schl\u00e4ngelten sich durchs Freiwasser zur Oberfl\u00e4che und schienen der optimale Platz f\u00fcr ein paar zahnige geschuppte M\u00e4dels zu sein.<\/p>\n<div class=\"messageContent\">\n<article>Lange dauerte es auch nicht bis ich den ersten Biss eines guten Fisches auf meinen Softjerk bekam. Leider blieb der Fisch nicht h\u00e4ngen. Mehrmals schoss der gute Mittachziger auf den Gummi, blieb aber nie h\u00e4ngen. So ging es mir oft an diesem Tag, den gro\u00dfen Offset konnte ich mit der leichteren Rute nur schwer durch bringen, allerdings hatte ich auch einen Heidenspa\u00df an den aggressiven Bissen auf Sicht. Vince fischte hingegen mit seinem geliebten Stickbait und war etwas erfolgreicher in der Bissverwertung als ich. Einen 75er sackten wir f\u00fcrs Mittag ein, ich hatte schon eine sensationelle Idee, die uns wieder Lust auf frischen Hecht machen sollte.. Wir gondelten noch eine ganze Weile in der Bucht rum, bekamen viele Bisse, fingen ein paar mittlere Hechte. Wir wollten eigentlich schon umkehren, als ich den Vorschlag machte die eine flache Bucht noch an zu fischen. Ein paar einzelne Krautfahnen bis 15m vorm Ufer, dann eine deutlich sichtbare Kante ins Tiefe. Vince pfefferte seinen Stick so weit es ging hinaus. Ich war total entspannt und schaute beim Fischen immer mal wieder auf seinen K\u00f6der, lief ja sch\u00f6n hin und her das kleine Plastewunder. Genau in diesem Moment spaltete sich das Wasser und ein zahniger H\u00f6llenschlund verschlang das hilflos wirkende Fischimitat (ok, ganz so heroisch war es vielleicht nicht, aber der Biss war schon wirklich beeindruckend) mit dem Sound eines ins Wasser fallenden Backsteins. Sofort war klar, dass das ein besserer Fisch sein musste. Irgendwann war der Fisch am Boot und es war klar dass wir unseren Meterfisch sicher hatten. Nach einigem Gehampel im Kanu und ein paar missgl\u00fcckten Landeversuchen (ich brauche einen gr\u00f6\u00dferen Kescher), hatten wir den Pike endlich im Boot. Freudenschreie. Ma\u00dfband raus. 1,04m. So ein fetter Fisch an der Oberfl\u00e4che, Wahnsinn!<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306080-jpg.65100\/\" alt=\"P7306080.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306082-jpg.65101\/\" alt=\"P7306082.JPG\" \/>\u00dcbergl\u00fccklich paddelten wir zur\u00fcck zum Lager. Viel sch\u00f6ner h\u00e4tte unser Lagerplatz auch nicht liegen k\u00f6nnen.<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306087-jpg.65102\/\" alt=\"P7306087.JPG\" \/><br \/>\nWir trafen noch einen jungen einheimischen Angler, der mit Wathose in der Str\u00f6mung stand und seine dicken Blinker in die Schaumkronen warf. Ich quatschte etwas mit ihm und er erz\u00e4hlte von gro\u00dfen Forellen im Kalix, die auf Grund des warmen Wassers aber sehr schwer zu fangen sein dieses Jahr. Er war hier aber auf Lachse aus. Lachse?! Hier oben? F\u00fcr ihn schien das eine v\u00f6llige Selbstverst\u00e4ndlichkeit zu sein, wir bekamen aber ganz glasige Augen bei dem Gedanken an den Traum eines jeden Anglers. Auf die Frage wie viele er dieses Jahr hier schon gefangen hat zuckte er nur mit den Schultern. Keinen einzigen. Gesehen hat er aber schon viele. Na gut, das macht nicht gerade Mut.Endlich sollte es Mittag geben. Ich filetierte den Hecht und schnitt mundgerechte St\u00fccken zurecht. In einer Panade aus Mehl, Milch- und Eipulver frittierten die Fischnuggets im hei\u00dfen \u00d6l vor sich hin. Dazu Kartoffelbrei. Das war echt lecker und hat uns unser Hechtfresskoma vom letzten Jahr total vergessen lassen. Also: Wer Hecht an sich nicht gerne mag, der sollte dieses Rezept mal probieren. Besser als Fish n\u00b4 Chips von Nordsee, ich schw\u00f6re!<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306096-jpg.65103\/\" alt=\"P7306096.JPG\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Mittag ging es auch endlich los. Endlich auf den Fluss. Der Kalix\u00e4lven ist einer der wenigen unverbauten wilden Fl\u00fcsse Europas. Gro\u00dfe St\u00fccke des Flusses sind v\u00f6llig menschenleer und f\u00fchren durch einsames Wald- und Sumpfgebiet. Unser Abschnitt hatte dazu noch einiges an Wildwasser zu bieten, die Stromschnellen zwischen Stufe I und IV waren auf Grund des niedrigen Wasserstandes nicht einfach zu fahren. F\u00fcr mich waren es die ersten gr\u00f6\u00dferen Stromschnellen mit dem Kanu, Vincent hatte zwar Wildwassererfahrung aus dem Kanusport in seiner Jugend, allerdings war schnell klar, dass ein wilder Fluss doch irgendwie etwas anderes war. Zu gro\u00dfen Teilen floss der Fluss jedoch recht gem\u00e4chlich dahin, was das paddeln wirklich erleichterte.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306107-jpg.65104\/\" alt=\"P7306107.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306109-jpg.65105\/\" alt=\"P7306109.JPG\" \/><\/p>\n<p>Teilweise wurde das Wasser aber auch etwas wilder. Ich sa\u00df vorne und musste Steine und Walzen spotten, gestikulierte dann wild rudernd mit den Armen in eine Richtung, um dann mit vereinten Kr\u00e4ften aus dem Unheil zu paddeln. Bl\u00f6derweise wurde es langsam sp\u00e4t am Tag als wir die ersten gr\u00f6\u00dferen Stromschnellen der Tour erreichten. Das Licht wurde weniger und es war schwierig die gro\u00dfen Steine im Wasser zu spotten. Ich wurde einige male ordentlich nass als das Wasser \u00fcber die Bordwand schlug und hatte mit dem Schwamm ordentlich zu tun das Wasser wieder aus dem Boot zu bekommen. Ich baute mir einen improvisierten Spritzschutz aus einem Regenponcho, der allerdings auch nur bedingt wasserdicht war. Gl\u00fccklicherweise waren alle Sachen im Boot mit Seilen gesichert, im Falle einer Kenterung w\u00e4re nichts verloren gegangen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306112-jpg.65106\/\" alt=\"P7306112.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir hatten einige male ordentlich Respekt vor den dicken Stromschnellen, ich wurde nass bis auf die Unterhose, hatte aber irgendwie schon meinen Spa\u00df. Die letzte Stromschnelle des Tages sollte mit Stufe IV auch gleichzeitig die gr\u00f6\u00dfte des Tagesabschnittes sein. Wir hatten etwas Schiss vor dem sprudelnden Wasser und konnten im schlechten Licht auch keine gute Route spotten. Deshalb entschlossen wir uns das Boot am Ufer entlang zu ziehen. Im Nachhinein war das ganze aber wohl nicht weniger gef\u00e4hrlich. Gut 300m zogen wir das Kanu durchs Wasser, rutschten immer wieder auf Steinen aus und standen bis zur Brust im Wasser. Wir waren komplett nass und ersch\u00f6pft als wir endlich am Ende der Stromschnelle angelangt waren.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306116-jpg.65107\/\" alt=\"P7306116.JPG\" \/><br \/>\nGl\u00fccklicherweise gab es hier einen guten Lagerplatz, an dem wir alle nassen Sachen aufh\u00e4ngen und trocknen konnten. Nach ein paar W\u00fcrfen versteht sich. Wenn man schonmal im Wasser steht..<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7306122-jpg.65108\/\" alt=\"P7306122.JPG\" \/><\/p>\n<\/article>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 9<\/b><\/p>\n<p>Der Tag begann erstmal ganz gem\u00e4chlich. Unser Lagerplatz sah auf Grund ganzen rum liegenden nassen Sachen ziemlich ghettom\u00e4\u00dfig aus. Gl\u00fccklicherweise hatte es nachts nicht geregnet, so dass die Sachen in der Mitternachtssonne recht gut trocken wurden.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316124-jpg.65199\/\" alt=\"P7316124.JPG\" \/><\/p>\n<p>Die Lagerstelle war mit der alten Bank und der Feuerstelle schon wirklich sehr luxuri\u00f6s. Gerne nutzten wir auf unserer Tour solche Pl\u00e4tze, da sie doch einiges an Arbeit ersparen. Wer auch immer sowas errichtet hat, abseits jeglicher Menschen und H\u00e4user&#8230; Danke! Mir ging der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass wir bereits seit \u00fcber einer Woche auf einem Gew\u00e4ssersystem mit enormem Potential f\u00fcr dicke Forellen paddeln und bis jetzt noch nicht mal eine einzige Trutte zu Gesicht bekommen haben. Selbst die Str\u00f6menden Abschnitte des Kalix brachten bisher nur \u00c4schen. Komisch. War es wirklich so warm, dass die Fische sich nicht \u00fcberreden lassen?<\/p>\n<p>Direkt nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machte Vince noch ein paar W\u00fcrfe in der letzten Rausche der Stromschnelle, die wir am Abend zuvor umtragen hatten. Und tats\u00e4chlich. Nach kaum merkbarem Widerstand zappelte eine kaum handlange, quirlige Kreatur am Haken seines zweier Mepps, die irgendwie diesmal nicht ganz nach \u00c4sche aussah. &#8222;Forelleeeeee!&#8220; schrie er, w\u00e4hrend ich im Vollstoff den Hang runter spurtete um unsere erste schwedische Forelle anzuschauen und zu fotografieren. Wahrscheinlich war es die kleinste Forelle die ich je gesehen habe. Aber egal, die Freude war riesig! Ob unser Bann nun endlich gebrochen war?<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316134-jpg.65200\/\" alt=\"P7316134.JPG\" \/><\/p>\n<p>Lange dauerte es jedenfalls nicht bis ich auch meine erste kleine Trutte am Mepps hatte. Das sollte doch ein gutes Zeichen sein.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316136-jpg.65202\/\" alt=\"P7316136.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir packten die Sachen und machten uns auf. Mittlerweile waren wir so gut eingespielt, dass wir uns im stehen den Fluss runter treiben lie\u00dfen und fischten. Kleinere Stromschnellen durchfuhren wir meistens auch so, oft nach einer kurzen Abstimmung: &#8222;Sollen wir das Boot lieber gerade stellen f\u00fcr die Stromschnelle?&#8220; &#8211; &#8222;\u00d6hm, wei\u00df nicht, ich kann eh nicht, ich hab gerade ausgeworfen.&#8220;<\/p>\n<p>Eine kleine Flussgabelung weckte unsere Neugierde, in dem tieferen Pool hinter der Rausche sollten doch eigentlich auch endlich mal ein paar Forellen stehen. Bei dem guten Wetter dauerte es nicht lange bis wir nur in Unterhose bis zur H\u00fcfte im Wasser standen und kr\u00e4ftig angelten. Nach kaum 10 Minuten passierte es tats\u00e4chlich. Fisch. Forelle! Und wieder an Vince seiner Rute. Diesmal endlich eine bessere. Der Bann schien gebrochen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316132-jpg.65201\/\" alt=\"P7316132.JPG\" \/><br \/>\nNun, einfach war es trotzdem nicht die Fische zu \u00fcberzeugen. Jeder Biss war hart erarbeitet und so freuten wir uns \u00fcber jeden Fisch.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316143-jpg.65204\/\" alt=\"P7316143.JPG\" \/><\/p>\n<p>Und dann passierte es auch bei mir. Hinter einem gro\u00dfen Stein knallte ein guter Fisch auf meinen Spinmad, machte sich deutlich schwerer als die \u00c4schen davor und nahm auch mal drei Meter Schnur von der Rolle. Endlich meine erste bessere Forelle! Die knapp 40er machte gut Radau und sorgte bei uns f\u00fcr breites Grinsen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316140-jpg.65203\/\" alt=\"P7316140.JPG\" \/><\/p>\n<p>Ich habe ja schon einige Forellen in Deutschland gefangen, auch deutlich gr\u00f6\u00dfere. Aber dieser Fisch machte mich dann doch schon irgendwie ordentlich stolz. Lange hatte ich daran gezweifelt, dass wir auf dieser Tour noch eine bessere Trutte sehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>An einem breiten Flussst\u00fcck fanden wir eine gute Stelle f\u00fcr eine kleine Mittagspause. Die Sonne knallte ziemlich vom Himmel und so badeten wir ausgiebig im Fluss. Profitipp: Immer die Crocs an lassen! Sonst hat man schnell blaue Zehen und aufgeschnittene F\u00fc\u00dfe. Zum Mitag gab es dann eine dick Nudelpfanne mit Sahne, Zwiebeln, Knobi und \u00c4sche. Schlecht gings uns nicht.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316158-jpg.65205\/\" alt=\"P7316158.JPG\" \/><br \/>\nSo lie\u00dfen wir uns den restlichen Tag noch \u00fcber den Fluss treiben, fingen noch einige Fische und lie\u00dfen die F\u00fc\u00dfe im Wasser baumeln. Allerdings waren die Forellen immer noch sehr selten anzutreffen, wir fingen sicher noch gut 20 \u00c4schen, aber nur eine weitere Forelle an diesem Tag.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316190-jpg.65206\/\" alt=\"P7316190.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Tag wurde dann mit Resten vom Couscous (wird nicht mein Lieblingsessen) und einem tollen Sonnenuntergang beendet.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316214-jpg.65208\/\" alt=\"P7316214.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p7316197-jpg.65207\/\" alt=\"P7316197.JPG\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 10<\/b><\/p>\n<p>Der Tag begann eigentlich wie immer. Dicke Luft im Zelt dank knallender Sonne und darum erstmal ein k\u00fchles Bad im Fluss. Wir versuchten sogar mittlerweile das Zelt so aufzustellen, dass wir am n\u00e4chsten Morgen nicht in der prallen Sonne standen, was aber irgendwie nie so richtig funktionierte. Ist ja auch eher ein Luxusproblem hier oben in Schweden.. Jedenfalls sorgte dieser Umstand daf\u00fcr dass wir nicht immer den halben Tag verpennten, daf\u00fcr aber um so zerknautschter und erm\u00fcdeter aus dem Zelt krochen.<\/p>\n<p>Wir verbrachten den Tag wieder damit uns den Fluss hinab treiben zu lassen und ein paar \u00c4schen zu fangen. Diesmal wirklich nur ein paar. An manchen Flussabschnitten waren die Fische extrem zickig, so dass wir kaum welche fangen konnten, w\u00e4hrend andere Abschnitte bei jedem Wurf einen Fisch brachten. Schon verr\u00fcckt. Irgendwann lief es aber ganz gut und wir entschlossen uns ein paar Fische mit zu nehmen f\u00fcrs Mittag. Ich hatte eine ziemlich knallige Idee und jeder der nur halbwegs Ahnung hat wird sich dabei wohl an den Kopf fassen: \u00c4schen Nuggets! Was ein paar Tage mit gutem Hechtfilet gezaubert hatten, wollten ich mir nicht mit der K\u00f6nigin der Salmoniden entgehen lassen. Zugegeben, diese Vorhaben ist wohl an Dekadenz nicht zu \u00fcbertreffen, aber bei gut 50 \u00c4schen pro Tag kann man schonmal auf d\u00e4mliche Ideen kommen. So sackten wir zwei gute \u00c4schen ein und lagerten an einer guten Stelle. Zwei Fische sollten uns aber nicht satt machen, und so schickte ich Vince noch ein zwei \u00c4schen fangen. Unter dessen angelte ich auch noch etwas und fing auch noch einen der &#8222;Alpenlachse&#8220;. Das h\u00f6rte sich leichter an als es war, wir brauchten bestimmt noch eine Stunde ehe wir unsere Fische zusammen hatten. Letzten Endes hatten wir 5 dicke \u00c4schen (keine Ahnung wie ich damals \u00fcberzeugt sein konnte dass wir easy f\u00fcnf 45er \u00c4schen essen w\u00fcrden), die ich am Wasser filetierte, w\u00e4hrend Vince das Feuer vorbereitete.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016238-jpg.65575\/\" alt=\"P8016238.JPG\" \/><\/p>\n<p>Die Schuppen und Eingeweide warf ich vor mir ins Wasser. Mitten beim Filetieren erschrak ich durch ein lautes Schmatzen im Wasser, vielleicht einen Meter von meiner Messerklinge entfernt. Ich schaute mich um und entdeckte ein Rudel dicker Barsche, die sich die \u00c4schenged\u00e4rme einverleibten und zwischendurch munter in die Kleinfische jagten. Sowas hatte ich noch nie erlebt, die Fische waren v\u00f6llig unbeeindruckt von mir und auch als ich die Kamera im Wasser positionierte h\u00f6rten sie nicht auf. Ich hatte tats\u00e4chlich ein paar Aufnahmen im Kasten und schnappte mir die Rute, lange kann ich da nicht ruhig bleiben, trotz zwei Wochen absolutem Angelterror. Schnell erwischte ich auch zwei ganz ordentliche Barsche aus dem Schwarm, dann war der Spuk auch schon vorbei.<\/p>\n<p>Pfanne mit \u00d6l aufs Feuer, Kartoffelbrei anger\u00fchrt und dazu ein Dip aus Tomatenmark, Sambal Olek und Honig. Die \u00c4schennuggets waren ein absolutes Gedicht! Ich glaube ich habe fischm\u00e4\u00dfig bisher nichts besseres gegessen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016247-jpg.65577\/\" alt=\"P8016247.JPG\" \/><\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016262-jpg.65578\/\" alt=\"P8016262.JPG\" \/><\/p>\n<p>Die (viel zu gro\u00dfe) Portion lie\u00df uns mit dicken B\u00e4uchen am Feuer zur\u00fcck, der Magen dr\u00fccke ordentlich, dabei hatten wir nicht mal die H\u00e4lfte von allem geschafft. Sollte es dann zum Abendbrot geben. Nach einer kurzen Pause fischten wir nochmal die Stelle an, an der ich die Barsche gefangen hatte. Und tats\u00e4chlich konnten wir nach einigen Versuchen noch zwei gute Fische \u00fcberlisten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016268-jpg.65579\/\" alt=\"P8016268.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016280-jpg.65580\/\" alt=\"P8016280.JPG\" \/><\/p>\n<p>Bl\u00f6derweise lief ich mit meinem kleinen Ikiru noch ein paar Meter und warf ihn neben ein Krautfeld, welches verd\u00e4chtig nach Hecht aussah. So wars dann auch. Mit einem kr\u00e4ftigen Ruck verabschiedete sich mein Hardbait in dem zahnigen Gierschlund eines guten Pikes, ich hatte vor den ganzen \u00c4schen v\u00f6llig vergessen wieder mein Titan zu montieren, da wir mitten im Fluss nie Hechte fingen.. Mist. Also ab aufs Boot und weiter fahren. Den Fisch wollten wir jedoch nochmal an fischen. Vince und ich fischten parallel mit Softjerks und bekamen beide einige Fehlbisse von dem \u00dcbelt\u00e4ter, bis Vincent ihn schlie\u00dflich fangen konnte. Vom Ikiru war keine Spur. Ich hab den Fisch dann in die Kamera gehalten, hat sich irgendwie so ergeben. Aber ums klar zu stellen: den hat Vincent gefangen!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016291-jpg.65581\/\" alt=\"P8016291.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir hatten uns da nie so und haben auch mal gegenseitig die Fische des anderen pr\u00e4sentiert, wenn es so eben einfacher und schonender zu machen war. Wir fuhren in eine extrem flache Bucht mit maximal 50cm Wassertiefe und fingen noch einige Pikes. Darunter fing ich den zweitgr\u00f6\u00dften Hecht der Tour bisher mit 96cm, der aber extrem d\u00fcnn und abgemagert aussah. Kein Wunder dass der so einen Hunger hatte.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016301-jpg.65582\/\" alt=\"P8016301.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Tag neigte sich langsam dem Ende, aber wir wollten noch etwas in der D\u00e4mmerung paddeln. Der Fluss wurde ruhig und breit und wir nahmen noch ein paar Buchten mit um ein paar Hechte zu fangen. In der tiefen Rinne in der Flussmitte konnten wir noch ein paar \u00c4schen &#8222;jiggen&#8220; und lie\u00dfen uns so v\u00f6llig zufrieden den Fluss runter treiben. An diesem Abend war es wirklich gespenstisch still. Nur unsere leisen Paddelger\u00e4usche sorgten ab und an f\u00fcr Unruhe, irgendwann lie\u00dfen wir uns einfach treiben und genossen die absolute Ruhe. Da merkt man wirklich mal wie klein und alleine man da drau\u00dfen ist. Keine Autos, keine Flugzeuge, keine Motoren, kein Wind, NICHTS. Einfach Stille. Ein Rentier direkt am Ufer entdeckten wir nur weil wir sein Geraschel im Busch schon einige Meter zuvor h\u00f6rten. Nur eine Sache trieb uns an diesem Abend schier in den Wahnsinn: die M\u00fccken!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016327-jpg.65584\/\" alt=\"P8016327.JPG\" \/><\/p>\n<p>Da hilft nur Vermummen und alle potenziellen Eing\u00e4nge absichern. An der Stelle mal ein kurzer Exkurs zum Thema &#8222;M\u00fccke&#8220; in unserem Urlaub:<\/p>\n<p>Generell hatten wir dieses Jahr sehr viel Gl\u00fcck mit den M\u00fccken, die andauernde Hitze tut auch den kleinen Tieren nicht gut und so waren bei knallender Sonne so gut wie keine M\u00fccken unterwegs. Auch bei aufkommendem Wind waren die Stechtiere nicht unterwegs und lie\u00dfen uns in Ruhe. Lediglich die dicken Bremsen st\u00f6rte die Sonne nicht, die Biester stechen sogar durch dicke Fleecepullis. Miese Teile, die sich aber gut abklatschen lassen. Dann sollte man aber auch durch ziehen. Nicht nur einmal ist eine Bremse &#8222;tot&#8220; auf dem R\u00fccken im Wasser vor mir gelandet um mich zwei Minuten sp\u00e4ter wieder in den R\u00fccken zu stechen.<br \/>\nSo bald es allerdings etwas dunkler oder k\u00fchler wurde, kamen auch die M\u00fccken und ihre gemeinen kleinen Freunde, die Kriebelm\u00fccken\/ Knots\/ Sandflies raus, um sich in f\u00fcnfzigk\u00f6pfigen Schw\u00e4rmen auf uns zu st\u00fcrzen. Dann hilft echt nur noch ein richtig gutes M\u00fcckenmittel (einheimische Mittel oder Antibrum Forte, Autan ist sinnlos) gegen die Biester, sowie einmurmeln und beten. Oder man dreht v\u00f6llig durch und widmet sich als Opfergabe den kleinen Soldaten des Nordens.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016314-jpg.65585\/\" alt=\"P8016314.JPG\" \/><br \/>\nDavon paddeln kann man jedenfalls nicht, wir habens versucht. Insgesamt war die M\u00fcckensituation aber recht \u00fcberschaubar, das ist man normalerweise hier in ganz anderen Ausma\u00dfen gewohnt. Au\u00dferdem: Wir lieben M\u00fccken! Wenn es die kleinen Kollegen nicht geben w\u00fcrde die einem den Urlaub zur H\u00f6lle machen k\u00f6nnen, w\u00e4re man wohl im Sommer in Nordskandinavien nicht so alleine in der unber\u00fchrten Natur unterwegs. Die kleinen Tierchen halten doch den Tourismus gut in Grenzen, und das ist auch gut so. Wer sich mit den Tierchen nicht arrangieren kann hat hier einfach nichts verloren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4t am Abend erreichten wir dann unsere Lagerstelle, gut gesch\u00fctzt in einer tiefen Flusskurve, und wieder ein absoluter Deluxe-Lagerplatz mit Feuerstelle und geradem Boden.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8016335-jpg.65586\/\" alt=\"P8016335.JPG\" \/><br \/>\n(Da sitze ich mit nassen Haaren am Feuer, auch sp\u00e4t Abends haben wir uns meistens noch ein Bad vorm Schlafen gehen geg\u00f6nnt. Man musste ja eh ans Wasser zum Z\u00e4hne putzen..)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 11<br \/>\n<\/b><br \/>\nJe weiter wir dem Fluss ins Flachland folgten, desto mehr wandelte sich die Landschaft. Bereits die Tage zuvor bemerkten wir, dass die einst dichten Birkenw\u00e4lder langsam hoch gewachsenen Nadelb\u00e4umen wichen. F\u00fcr uns ein kleiner Segen. Birkenrinde ist zwar ein sehr dankbarer Zunder und brennt auch in nassem Zustand, das Holz der Birke stellte sich f\u00fcr uns aber als recht z\u00e4hes Brennmaterial heraus. Nadelholz, am besten mit etwas Harz brennt auch etwas feucht wie die H\u00f6lle und vereinfachte uns nun das Feuer machen erheblich. Das sollte noch wichtig werden. Die hoch gewachsenen W\u00e4lder erinnerten uns etwas an Kanada, nur dass es hier gl\u00fccklicherweise keine Grizzlys gibt. Nur Braunb\u00e4ren, die aber vergleichbar scheu sind und sich nie blicken lassen. Dass aber auch gr\u00f6\u00dfere Tiere die W\u00e4lder bewohnen merkten wir sp\u00e4testens an diesem Morgen, als wir einen gro\u00dfen Elchsch\u00e4del in der N\u00e4he unseres Zeltes fanden.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026345-jpg.65764\/\" alt=\"P8026345.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Fluss war an diesem Tag so abwechslungsreich wie nie. Mal schl\u00e4ngelte er sich schmal durch dunkle Waldst\u00fccke, mal wurde er ganz ruhig und breit, um anschlie\u00dfend das Wasser in einer gro\u00dfen Stromschnelle schaumig zu schlagen. Wir lie\u00dfen uns wie die Tage zuvor einfach treiben und befischten den Fluss ausgiebig. Die meisten Stromschnellen trieben wir inzwischen v\u00f6llig unbeeindruckt hinunter, um hinter den gro\u00dfen Steinen ein paar W\u00fcrfe auf dicke \u00c4schen und Forellen zu machen. Dabei stellten sich wieder der 2er und 3er Mepps, und die kleinen Spinmads als wahre Fangmaschinen heraus, andere K\u00f6der brachten nicht einen Biss. Auf einen kleinen Wobbler fing ich den ganzen Urlaub lang keine einzige \u00c4sche oder Forelle.<\/p>\n<p>Wir fingen unglaublich gut in diesem Flussst\u00fcck. So gut wie jeder Wurf brachte einen Biss, und wenn mal wieder eine 40er \u00c4sche am Haken hing, sch\u00fcttelten wir die Fische einfach unbeeindruckt im Wasser ab. Wir wollten Forellen! \u00c4schen hatten wir mehr als genug gesehen. Noch dazu sind die Biester so unglaublich schlecht zu halten und zu l\u00f6sen. Wir fanden irgendwann heraus, dass sie in R\u00fcckenlage ganz handzahm wurden, und sich gut vom Haken l\u00f6sen lie\u00dfen. Komische Viecher, meine Lieblingsfische sind sie definitiv nicht geworden. Aber sch\u00f6n sind sie. Und gro\u00df!<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026355-jpg.65766\/\" alt=\"P8026355.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir fingen wirklich eine \u00c4sche nach der anderen, jeder Wurf ein Treffer. Doch auch die Forellen hatten Bock! Vince und ich fingen jeder zwei Trutten an dem Tag, wobei ich mich langsam als inoffizieller Forellenking des Urlaubs mauserte und die deutlich besseren Fische erwischte.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026349-jpg.65765\/\" alt=\"P8026349.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026361-jpg.65768\/\" alt=\"P8026361.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026358-jpg.65767\/\" alt=\"P8026358.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026367-jpg.65769\/\" alt=\"P8026367.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wundersch\u00f6ne Fische, und unglaublich kampfstark! Wer den Hintergrund der Bilder analysiert, wird feststellen dass das Wasser teilweise ziemlich wild ist. Wie ich sagte, treibend die Stromschnellen hinunter, auf der Jagd nach den dicken Fischen..<\/p>\n<p>Der Abschnitt war jedoch auch gespickt von Stromschnellen die uns wirklich gef\u00e4hrlich werden konnten. Eine Stromschnelle der Stufe 4 analysierten wir vorher kritisch um die ideale Route durch die dicken Walzen zu finden. Oder um \u00fcberhaupt eine Route zu finden. Die Stromschnelle war schwer zu fahren. Dicke Steine versperrten die eine Uferseite bis zur Flussmitte, w\u00e4hrend kaum 20m dahinter eine richtig dicke Walze die andere Uferseite unpassierbar machte. Wir mussten also innerhalb von 20m einmal die Uferseite komplett wechseln und wieder zur\u00fcck, in einem schnell str\u00f6mendem Fluss mit einem komplett beladenen Kanu.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026376-jpg.65771\/\" alt=\"P8026376.JPG\" \/><br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026370-jpg.65774\/\" alt=\"P8026370.JPG\" \/><\/p>\n<p>Diese beiden Stellen galt es tunlichst zu vermeiden. Auf den Bildern wirken die Walzen nur halb so eindrucksvoll, wie sie in wirklichkeit waren. W\u00e4ren wir da rein geraten, h\u00e4tten wir wirklich ein Problem gehabt. Wir paddelten auf Hochtouren als wir die Steinfront passierten und ich gab Vincent wild gestikulierend Bescheid, dass die gef\u00e4hrliche Walze wohl zu schnell n\u00e4her kommt und es eine richtig enge Sache werden w\u00fcrde. Da vorne im Kanu sah ich das Unheil immer als erstes auf mich zukommen und paddelte so gut ich kann um uns aus der misslichen Lage zu befreien. Vincent tat es mir gleich, die Str\u00f6mung dr\u00fcckte das Boot gegen das Ufer und wir drehten uns genau auf H\u00f6he der Stromschnelle auf die Seite. Ich schwitzte Blut und Wasser, aber irgendwie schafften wir es das Boot wieder gerade auszurichten, kaum eine Sekunde bevor wir die dicken Steine am Ufer touchiert h\u00e4tten. Das war auch wirklich gut so, denn nach dieser kniffligen Stelle kamen einige gr\u00f6\u00dfere &#8222;Drops&#8220;, die wir beide schlichtweg erst sahen, als es viel zu sp\u00e4t war. Panisch gab ich Bescheid dass es gleich einen halben Meter abw\u00e4rts gehen w\u00fcrde, dr\u00fcckte meine Beine gegen das Kanu und legte mich lang um den Schwerpunkt im Boot tief zu halten. Es rumpelte, das Kanu wackelte und wir rutschten \u00fcber den gro\u00dfen Stein ins Tiefe. Ich wurde nass, aber alles gut. So ein voll beladenes Kanu ist nicht wirklich wendig, daf\u00fcr aber ziemlich kippstabil. Wir wussten ab jetzt, dass uns auch gr\u00f6\u00dfere Walzen so schnell nichts an haben konnten, und hatten ab da eine Menge Spa\u00df beim befahren der restlichen Stromschnelle. Eine anschlie\u00dfende Pause mit einer guten viertel Stunde Wassersch\u00f6pfen musste dann doch sein.<\/p>\n<p>Wir paddelten an diesem Tag noch bis zu unserem Ziel, einem ruhigen, fast seenartigen Flussabschnitt, an dem wir unser Zelt aufschlagen wollten. Auf dem Weg dorthin passierten wir ein paar ruhige, krautige Buchten, mit direkter Verbindung zum tiefen Flusswasser. Im flachen bekamen wir eine Hand voll Bisse kleinerer Hechte. Ich warf meinen Softjerk an die Kante zum tiefen Wasser, dort wo gerade noch ein paar wenige Krautfahnen die Oberfl\u00e4che durchbrachen. Eine gewaltige Welle durchbrach die Stille und stoppte den zackigen K\u00f6derlauf. Meine Rute war krumm, der Hecht am anderen Ende machte sich richtig schwer und bockte im Tiefen. Irgendwann sah ich ihn unter dem Boot. Ein riesen Vieh! Mindestens einen Meter lang, und ein Kopf so gro\u00df wie ein A4 Blatt. Kurz nachdem ich den fetten Fisch gesehen hatte erschlaffte meine Schnur. Der Fisch war weg. Wieder einmal realisierte ich, dass 7\/0er Offsets und meine 40g Rute nicht harmonieren. Noch lange befischten wir die Stelle, einmal bekam ich noch einen zaghaften Biss auf einen gro\u00dfen Blinker, mehr sollte nicht gehen. Wir fuhren weiter.<\/p>\n<p>Am Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Lagerplatz. Wir waren ziemlich m\u00fcde, und in der ferne machte eine dicke dunkle Wolke Kurs auf unser kleines gr\u00fcnes Boot. Die Ufer waren unwegsam, v\u00f6llig ungeeignet zum lagern. Als wir an einer flachen Bucht ans Ufer wollten -ich stand gerade auf, als das Boot \u00fcber die letzten Meter kaum knietiefen Wassers glitt- platschte es gewaltig am Heck unsere Kanus. Vincent erschrak und ich flog vor Schreck fast aus dem Boot. Das war doch nicht..? Doch wars. Ein etwa 60er Hecht attackierte ein kleines orangenes Stoffst\u00fcck, welches an dem Seil unseres Bootes etwa 10cm ins Wasser hing. Richtig. EIN HECHT HAT UNSER BOOT ANGEGRIFFEN. Wir waren viel zu perplex um zu verstehen was hier gerade passiert ist. V\u00f6llig verr\u00fcckt. Unsere Stickbaits attackierte der Fisch noch einige Male, bevor er frustriert im Kraut verschwand.<\/p>\n<p>Am Ufer fanden wir keine Stelle zum Lagern. Alles uneben, alles zugewachsen, nichts zu machen. Wir fuhren weiter. Auf einer Anh\u00f6he entdeckten wir eine freie Stelle. Kein guter Platz, sollte uns aber gen\u00fcgen. Wir wollten endlich raus aus dem Boot und schleppten unser Zeug gut 30m den Hang hinauf und errichteten unser Lager. Bei Nudeln und Lagerfeuer tankten wir neue Kraft und besch\u00e4ftigten uns damit St\u00f6cke zu schnitzen und damit auf morsche Baumst\u00fcmpfe zu werfen. Ich h\u00e4tte mir wohl doch ein Buch mit nehmen sollen.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026393-jpg.65772\/\" alt=\"P8026393.JPG\" \/><\/p>\n<p>Der Abend verabschiedete sich mit einem sch\u00f6nen Sonnenuntergang. Sicherheitshalber verstauten wir alles regensicher bevor wir schlafen gingen, was sich auch als gute Entscheidung heraus stellen sollte.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8026405-jpg.65773\/\" alt=\"P8026405.JPG\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 12<br \/>\n<\/b><br \/>\nZu diesem Tag habe ich gar nicht so viele Bilder, dennoch ist er mir lebhaft in Erinnerung. Das hat einen einfachen Grund: Es hat den halben Tag gegossen wie aus Eimern. Wir verbrachten somit einen gro\u00dfen Teil des Tages im Zelt, lediglich f\u00fcr zwei Stunden trauten wir uns raus um etwas zu fischen. Was in diesen zwei Stunden allerdings so alles passierte, zauberte uns f\u00fcr den Rest des Tages ein dickes Grinsen aufs Gesicht.<\/p>\n<p>Wir befischten einen kleinen Flussarm neben unserem Lager, dessen etwa 3m tiefe Rinne von kleineren Krautfeldern ges\u00e4umt war. Lange dauerte es nicht, bis wir beide unseren ersten kleineren Hecht gefangen hatten, kurz darauf kam noch ein ca. 60er. Auf Grund des Regens machten wir nicht viele Bilder. Auf meinen gro\u00dfen Softjerk bekam ich immer wieder Bisse, die ich aber nicht verwerten konnte. Irgendwann blieb einer der unbekannten \u00dcbelt\u00e4ter h\u00e4ngen. Ein Rudel Barsche stand offensichtich in der Rinne und st\u00fcrzte sich auf alles was irgendwie nach Beute aussah.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036415-jpg.65863\/\" alt=\"P8036415.JPG\" \/><\/p>\n<p>Mein Softjerk war etwa 20cm lang, da mussten die Barsche die Luke schon weit auf machen. Generell fing ich auf das Ding die meisten Barsche in diesem Urlaub. Vince schaltete schnell und fing auf einen kleinen Squadminnow noch ein paar kleinere Barsche. Das wars aber auch erstmal. Wir paddelten den Flussarm weiter hinauf und gelangten durch eine kleine, flache Verbindungsstelle auf einen kleinen See. Wir dachten erst an m\u00f6gliche Topwaterhechte, als wir durch die flache Verbindung paddelten, stellten aber schnell fest, dass der kleine See irrsinnig tief ist. Etwa so gro\u00df wie ein Fu\u00dfballfeld war der T\u00fcmpel, aber stellenweise sicher tiefer als 10m. Beim Jiggen stellten wir daf\u00fcr fest: Der See ist voll mit Barsch! Keine Gro\u00dfen, aber eine Frequenz die ich selten so erlebt habe. Teilweise hing der K\u00f6der schon zwei Sekunden nach dem Auftreffen auf der Wasseroberfl\u00e4che schief auf dem Haken. Jeder Wurf brachte Kontakt. Wir fingen einige Fische, fuhren dann aber weiter, da die Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe doch etwas mickrig war.<\/p>\n<p>Wir paddelten den Fluss wieder einige Meter hinauf, zu einer Stromschnelle die wir den Tag zuvor passierten und noch nicht befischt hatten. Die Stromschnelle selbst war flach und steinig, direkt unterhalb der Rausche erstreckte sich aber ein gewaltiger Pool, welcher auch sicher tiefer als 10m war. Wir ankerten (improvisiert mit einem schweren Stein) an der Str\u00f6mungskante und jiggten im Tiefen auf ein paar Barsche die wir dort vermuteten. Schnell hatte ich den ersten 30er auf meinen 4&#8243; Shad, und auch Vince bekam recht z\u00fcgig Bisse auf seinen pinken Shaker am 14g Kopf. Wir mussten echt tief runter. Der Regen prasselte mit voller Kraft von oben, und ich stapfte mit meinen F\u00fc\u00dfen schon lange im nassen. Da ich mit meinem Gummi in der Str\u00f6mung nicht runter kam, montierte ich einen silbernen 4&#8243; Shad am 15g Kopf und feuerte ihn in die Str\u00f6mung. Keine Chance zum Grund zu kommen. Irgendwo im Mittelwasser zuppelte ich den Shad auf und ab, bis meine Rute irgendwann blockierte. Widerstand, schwerer Fisch! Der Barsch meines Lebens! Dachte ich. Der Fisch machte sich ordentlich schwer, tauchte tief unter dem Boot hindurch, nahm immer wieder ordentlich Schnur von der Rolle. Einen Hecht konnten wir ausschlie\u00dfen, den h\u00e4tte ich lange am Boot gehabt. Irgendwann lie\u00df sich der Fisch nach oben dirigieren, ich sah einen dunklen Schatten aus der Tiefe kommen, wusste aber nicht was das da f\u00fcr ein Fisch sein sollte. &#8222;\u00c4sche! Barsch! Doch ein Hecht!&#8220; rief ich durcheinander. Der Fisch kam hoch und zeigte seine Flanke, Panik wurde breit. Ein richtiger Forellenbrecher hatte sich meinen Shad gekrallt. Kaum war der Fisch am Boot sackte Vince ihn blitzschnell mit dem Kescher ein. Perfekte Aktion! Perfekter Fisch. Eine makellose Bachforelle lag vor uns im Boot, keine Ahnung wie gro\u00df, wir haben sie nicht gemessen. \u00dc50 definitiv. Da war sie also, die gro\u00dfe Forelle. Endlich! So ein Fisch ist auch hier oben im Norden nicht allt\u00e4glich.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036422-jpg.65871\/\" alt=\"P8036422.JPG\" \/><\/p>\n<p>Das Grinsen war an dem Tag nicht mehr aus meinem Gesicht zu bekommen. Wir fischten noch eine Weile, aber Vince seine Regensachen hielten nicht wirklich dicht, so dass wir irgendwann umkehrten. Es war auch wirklich nass und kalt, und wir auch ziemlich hungrig. Wir spannten unsere gro\u00dfe Plane mit unseren Seilen zwischen ein paar B\u00e4ume und hatten einen kleinen Unterstand, nicht gro\u00df, aber genug Platz f\u00fcr ein kleines Feuer. Nun, es hatte die halbe Nacht und den halben Tag geregnet, trockenen Brennstoff zu finden war ein fast hoffnungsloses Unterfangen, ein Feuer nur mit Z\u00fcndstahl und Wattepads zu machen erst recht. Ich fand an der Bruchstelle einer gro\u00dfen umgekippten Fichte doch etwas halbwegs trockenes Holz, nicht viel, aber f\u00fcr den Anfang reichte es. Ich sammelte ordentlich Harz und tr\u00e4nkte die Wattepads mit unserem Oliven\u00f6l, wodurch sie noch etwas l\u00e4nger brannten. Es dauerte tats\u00e4chlich nicht lange, bis ich das Feuer zum brennen brachte. Nasses Holz legte ich zum Trocknen an die Seite. Ich war schon etwas stolz, als ich nach einer halben Stunde eine kleine Suppe gek\u00f6chelt hatte, ohne wirkliche Hilfsmittel mit meinem Feuer im str\u00f6menden Regen. Vince freute sich auch sehr \u00fcber die warme Mahlzeit, er fr\u00f6stelte ordentlich durch seine nassen Klamotten. Wir verkrochen uns ins Zelt und warteten den Regen ab.<\/p>\n<p>Gegen 17 Uhr klarte der Himmel auf und wir machten uns auf den Weg. Breit, ruhig und tief war der Fluss in diesem Abschnitt.<br \/>\n<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036441-jpg.65865\/\" alt=\"P8036441.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036444-jpg.65866\/\" alt=\"P8036444.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir paddelten noch etwa eine Stunde, weiter wollten wir nicht mehr. Wir hatten nicht mehr so viel Strecke vor uns, und wollten uns f\u00fcr die letzten 2 Tage noch etwas aufheben. Nach einer gro\u00dfen Stromschnelle wollten wir auf einer Anh\u00f6he lagern. Dies war die einzige m\u00f6gliche Lagerstelle die wir auf der Strecke fanden. Doch als wir die Stromschnelle passierten, sahen wir bereits vier gr\u00fcne Plastekanus am Ufer liegen. Mit gro\u00dfen Augen sah uns eine gro\u00dfe Gruppe abenteuerlustiger Schweden vom hohen Ufer aus zu, und empfing uns mit einem herzlichen L\u00e4cheln. Nach einem kurzen Gespr\u00e4ch entschlossen wir in der N\u00e4he der Leute zu lagern, die ihre Kanus auch bei Sven geliehen hatten, den Kalix aber in nur 3 Tagen paddeln wollten. Zum Fischen wie wir waren sie nicht da. Wir packten recht fix unsere Ruten um noch ein paar \u00c4schen f\u00fcrs Abendessen zu fangen. Das ganze war ziemlich z\u00e4h, und wir beide auch ganz sch\u00f6n kaputt. Irgendwann hatten wir zwei \u00c4schen zusammen, ich lief vor und nahm die Fische aus, Vince blieb zur\u00fcck und angelte noch etwas weiter. Kaum war ich am Zelt begr\u00fc\u00dfte mich einer der Schweden und dr\u00fcckte mir zwei St\u00fccken frisch gebackenen Kuchen und eine T\u00fcte mit einer ausgenommen \u00c4sche entgegen. &#8222;Entweder seid ihr total verr\u00fcckte Angler, oder ihr habt Hunger!&#8220; Nun, irgendwie hatte er mit beidem Recht. Wir quatschten noch etwas mit der Gruppe, bis wir dann ins Zelt krochen. Diesen Abend gingen wir nicht jedenfalls hungrig ins Bett. Schon nett, diese Schweden.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036446-jpg.65867\/\" alt=\"P8036446.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8036453-jpg.65868\/\" alt=\"P8036453.JPG\" \/><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tag 13<br \/>\n<\/b><br \/>\nDie Erlebnisse dieses Tages kann ich nicht einfach zwischendurch schreiben, deshalb habe ich mir heute wirklich mal eine Stunde Zeit genommen um mich mit einer Tasse Tee dem Bericht zu widmen. Nun denn:<\/p>\n<p>Diesen morgen wurden wir nicht wie sonst von einsamer Stille und den warmen Sonnenstrahlen geweckt. Es war ein freundliches &#8222;Hallo&#8220;, was mich aus dem doch recht festen Schlaf riss. Mit verquollenen Augen lukte ich aus dem kleinen Guckloch unseres Zelts und sah einen \u00e4lteren Herren mit grauem Haar, dichtem Bart und einem freundlichen L\u00e4cheln vor unserem Zelt stehen. Ein L\u00e4cheln, wie es wohl nur ein Schwede zum H\u00f6hepunkt des Sommers in seiner v\u00f6lligen Zufriedenheit wiedergeben k\u00f6nnte. Grinsend dr\u00fcckte er mir ein paar Dinge in die Hand. &#8222;We thought you could need this, we have to much.&#8220; sagte er, und \u00fcberreichte mir einen kleinen Topf voll griechischem Joghurt, ein St\u00fcck Schinken und zwei Scheiben Graubrot. Die Gastfreundlichkeit der Leute hatte uns schon am Abend zuvor geflasht, aber jetzt waren wir wirklich etwas sprachlos. Dankbar nahmen wir die Lebensmittel entgegen und krochen aus dem Zelt. Auf unserem Packsack lagen noch zwei frisch geschmierte Kn\u00e4ckebrote mit Salami. \u00dcbergl\u00fccklich \u00fcber diese nette Geste halfen wir der Truppe beim Bepacken ihrer Boote. Lange dauerte es nicht bis ich mit dem alten Herrn \u00fcber das Angeln ins Gespr\u00e4ch kam. Von Ihm war auch der Fisch, den wir am Abend zuvor noch bekommen hatten. Er selbst war Fliegenfischer und erz\u00e4hlte von Forellen im Kalix, die aber schwer zu fangen seien. Das konnten wir best\u00e4tigen. &#8222;Maybe you should try it with these ones:&#8220; murmelte er und krame aus seiner Tasche eine alte, vergilbte Plastikdose, die eine Hand voll Fliegen enthielt. Dazu holte er einen Spirulino heraus, den er mir direkt in die Hand dr\u00fcckte. &#8222;With this thing you can cast the flies, but I don\u00b4t like it. Take it with you.&#8220; Als w\u00e4re das Essen nicht genug gewesen, bekamen wir auch nun noch etwas von seinem Angelzeug geschenkt? Dankbar lehnte ich ab, doch er lie\u00df nicht locker und dr\u00fcckte mir das durchsichtige Plasteding erneut in die Hand. Diesmal aber zusammen mit seiner vergilbten Fliegenbox. &#8222;Nooooo, no nonono&#8230;&#8220; stammelte ich, &#8222;You can\u00b4t give us all your fishingstuff.&#8220; Ich wusste garnicht was ich sagen soll, denn dieser wildfremde Mann hat uns nicht nur Unmengen an Essen, sondern auch noch ALLE seine selbst gebundenen Fliegen geschenkt die er dabei hatte. Ich hab mich gef\u00fchlt wie ein kleines Kind zu Weihnachten, was alle W\u00fcnsche erf\u00fcllt bekommt obwohl es garnicht artig war. &#8222;I did catch my fish, now my package is lighter.&#8220; sagte er mit einem zwinkernden Auge. Mit fast glasigen Augen nahm ich dem alten Schweden seine Kostbarkeiten ab und wir verabschiedeten die Truppe.<\/p>\n<p>Diesen Morgen fr\u00fchst\u00fcckten wir wie die K\u00f6nige. Griechischer Joghurt mit N\u00fcssen, Honig und getrockneten Fr\u00fcchten, dazu etwas M\u00fcsli. Und das bei einem Ausblick, den wir uns nicht besser w\u00fcnschen konnten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046459-jpg.66093\/\" alt=\"P8046459.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir verbrachten den Vormittag ganz entspannt, ich sa\u00df am Fluss und musste die Eindr\u00fccke erstmal irgendwie verarbeiten, w\u00e4hrend Vincent seine Rute schnappte und den Fluss ein paar hundert Meter hinauf ging. Ich genoss das sch\u00f6ne Wetter und lief ein paar Meter durch den Wald, a\u00df ein paar Blaubeeren und genoss es einfach drau\u00dfen zu sein. Lange konnte ih mich aber nicht halten und ging dann irgendwann im Fluss baden. Das Wasser war hier schon deutlich k\u00e4lter, sicher nicht w\u00e4rmer als 14 oder 15 Grad. Vincent kam auch zur\u00fcck und erz\u00e4hlte von ein paar \u00c4schen und Forellen die er fangen konnte. Eine Forelle musste er entnehmen. Dann tat auch er es mir gleich und planschte wie eine junge Robbe im kalten Wasser des Kalix. Die Forelle gab es dann als Stockfisch, dazu das Graubrot, welches wir geschenkt bekommen hatten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046474-jpg.66094\/\" alt=\"P8046474.JPG\" \/><\/p>\n<p>Unsere Tour sollte uns heute auf den letzten Abschnitt unserer Reise f\u00fchren. Der Kalix m\u00fcndet hier in den Kaitum\u00e4lven, einem gro\u00dfen, wilden Fluss, der ebenso wie der Kalix einige Lachse beherbergen soll. Da wir im Kalix aber nie wirklich Lachse zu sehen bekamen verwarfen wir den Traum vom schwedischen Lachs aber recht schnell und widmeten uns den \u00c4schen und Forellen.<\/p>\n<p>Der Kaitum selbst war um einiges breiter als der Kalix, daf\u00fcr stellenweise deutlich flacher. Gro\u00dfe Sandb\u00e4nke unterhalb der M\u00fcndung lie\u00dfen unser Kanu immer wieder aufsetzen. Stromauf wurde der Fluss etwas tiefer. Dort schlugen wir auch unser Lager auf, etwa 300m von der M\u00fcndung des Kalix entfernt. Und nat\u00fcrlich wollten wir hier Angeln.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046477-jpg.66099\/\" alt=\"P8046477.JPG\" \/><\/p>\n<p>Das Ufer des Kaitum war steil und steinig, wodurch wir uns recht laut und dropsig fortbewegten. Anstrengend war das ganze auch noch, die letzten Tage lagen uns schwer in den Knochen und schlie\u00dflich waren wir bereits fast zwei Wochen hier drau\u00dfen unterwegs. Da wir auch nach gut 200m Strecke noch keinen Fischkontakt verzeichnen konnten war irgendwie die Luft raus. Vince setzte sich am Ufer auf die Steine, w\u00e4hrend ich mit letzter Motivation den 3er Mepps in die Str\u00f6mung peitschte. Ein lautes &#8222;Fiiiisch&#8220; riss mich aus der Trance, und ich sah Vince mit krummer Rute am Ufer stehen. Forelle? Wieder eine dicke \u00c4sche! Oder doch nicht? Der Fisch verhielt sich anders, nahm mal ein paar Meter Schnur und schoss von links nach rechts. Langsam wurden wir unruhig und nerv\u00f6s, als wir gesehen hatten was Vincent da am Haken seines 3er Kupfermepps hatte war echte Endzeitstimmung. Ein Lachs! W=)?!&#8220;\u00c4&#8220;**!\u00dctf!! So viele vulg\u00e4re Ausdr\u00fccke sind mir in diesem Moment gar nicht eingefallen wie ich am liebsten in die Wildnis gebr\u00fcllt h\u00e4tte. Hektik, Panik, ich mit der Kamera in der Hand, kaum in der Lage sie ruhig zu halten; Vincent auf der anderen Seite des Bildschirms mit dem wahrgewordenen Anglertraum am Haken. Ich versuchte den Fisch zu landen, immer wieder schoss mir der Lachs zwischen die Beine. Viel zu schnell um danach zu greifen. Vincent hatte die Nase irgendwann voll und strandete den Fisch einfach. Sprachlosigkeit. Da war er. Der Lachs. UNSER Lachs. \u00dcbergl\u00fccklich betrachteten wir den Fisch, die silbernen Schuppen, den charakteristischen Kopf. Wir lie\u00dfen den Fisch schwimmen und dr\u00fcckten uns, wie sich zwei \u00fcbergl\u00fcckliche gute Freunde mitten in dem Urlaub ihres Lebens nur so dr\u00fccken konnten. Nichts konnte den Moment besser abschlie\u00dfen als eine dicke M\u00e4nnerumarmung. Damit h\u00e4tten wir uns wohl alle unsere Urlaubstr\u00e4ume erf\u00fcllt. Dicke Barsche und \u00c4schen, ein Meterhecht, eine dicke Bafo und ein Lachs! Mehr geht nicht. Was soll jetzt noch kommen?<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046504-jpg.66102\/\" alt=\"P8046504.JPG\" \/> <img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046490-jpg.66100\/\" alt=\"P8046490.JPG\" \/><\/p>\n<p>Nun, kaum f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter hatten wir die Antwort auf unsere Frage. Diesmal stand ich mit blitzkrummer Rute im Wasser, gleicher Spot, gleicher K\u00f6der, gleiche Fischart. Auch ich sollte meinen ersten Lachs bekommen, auch diesmal wurde kurz Panik breit, lief aber dann insgesamt etwas professioneller ab als vorher. Mit einem beherzten Griff an die Schwanzwurzel hatte ich meinen ersten Lachs in den H\u00e4nden, geil! Absolute Wunschlosigkeit, einfach gl\u00fccklich sein \u00fcber den wahr gewordenen Traum.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046496-jpg.66101\/\" alt=\"P8046496.JPG\" \/><\/p>\n<div class=\"messageContent\">\n<p>Was ein Abenteuer. Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Vincent bekam noch einen dritten Fisch, drillte ihn bis zu den F\u00fc\u00dfen und verlor ihn leider bei der Landung. Egal. Drei Lachse in 15 Minuten? An einem Spot? Was ein Tag!<\/p>\n<p>Der Rest der Strecke brachte leider keine Fische mehr und so drehten wir gl\u00fccklich um und trotteten zum Lager. Ich machte uns eine dicke Pfanne mit einer Improvisation von Spaghetti Carbonara und wir schlugen uns die B\u00e4uche voll. Was wir uns jetzt noch vor nahmen f\u00fcr den Urlaub? Gesund nach Hause kommen. Mehr kann nicht passieren, besser kann es nicht werden, und versauen kann uns diesen Trip nun auch nichts mehr. Selten hatte ich mich gl\u00fccklicher und sorgloser gef\u00fchlt als an diesem Dienstag Abend, an dem ich mit voll gefressenem Magen in der schwedischen Abendsonne lag, mit Blick auf die absolut wilde und unber\u00fchrte Landschaft.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046518-jpg.66114\/\" alt=\"P8046518.JPG\" \/><\/p>\n<p>Irgendwann wurde es sp\u00e4t und ich machte etwas Klarschiff am Lagerplatz, schnappte mir die Zahnb\u00fcrste und sorgte f\u00fcr etwas K\u00f6rperpflege. Vincent stand neben mir am Wasser und schnappte sich nat\u00fcrlich nochmal die Rute, um mit seinem Toby bis in die Flussmitte zu werfen. Ich wollte mir gerade den Schaum aus dem Gesicht wischen als Vincents Rute nach oben schnellte und die Bremse wieder ihre bekannten Kl\u00e4nge von sich gab. &#8222;Verarsch mich nicht&#8220; rief ich, &#8222;Als ob!&#8220;. Und doch, so war es. Vincent hatte den VIERTEN LACHS des Tages im Drill. Was zur H\u00f6lle ist hier los?! Noch bevor ich die Kamera holen konnte war der Fisch schon wieder im Wasser, schade. Aber nicht weiter schlimm, denn Vincent hatte anscheinend irgendwie \u00fcber Nacht einen Pakt mit irgendeinem skandinavischem Hokuspokus abgeschlossen und hakte direkt den n\u00e4chsten Lachs. Deutlich kleiner, aber daf\u00fcr um so wilder katapultierte sich dieser durch die Luft, sch\u00fcttelte sich und lie\u00df den Toby vor Vincents F\u00fc\u00dfe plumpsen. Auf die Frage, was das f\u00fcr ein Fisch war, bekam ich nur die Antwort: &#8222;Das war ein Lachs, hast&#8216; nicht gesehen? Ist doch gesprungen!&#8220; Alles klar Lachsprofi, ruhig Blut. Ich stand immer noch mit vollgeschmiertem Gesicht am Fluss, die Zahnb\u00fcrste im Mund und ungl\u00e4ubig mit dem Kopf sch\u00fcttelnd, als Vincent direkt im n\u00e4chsten Wurf den n\u00e4chsten Fisch hakte. Was ist hier los? Diesen Lachs konnten wir noch zum kurzen Fototermin \u00fcberreden. Geile Fische! Wieder 3 Fische an einem Spot, in kurzer Zeit.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046522-jpg.66115\/\" alt=\"P8046522.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046525-jpg.66116\/\" alt=\"P8046525.JPG\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich versuchte ich es auch noch eine ganze Weile, bekam aber nat\u00fcrlich auch keinen Fisch mehr. Ich hatte auch meinen Lachs gefangen. Nicht dass das selbstverst\u00e4ndlich w\u00e4re, erst recht nicht, dass man 6 Lachse an einem Abend f\u00e4ngt. Absolut nicht. Aber wir f\u00fchlten uns schon wie zwei kleine K\u00f6nige an diesem Fluss, Lachsfischen ist so einfach, wie k\u00f6nnen andere da tagelang schneidern? Haha. Dachten wir. Wir hatten den n\u00e4chsten Tag noch eingeplant um den Kaitum ausgiebig zu befischen, und somit legten wir uns rund um zufrieden am vorletzten Abend unserer Reise ins Zelt.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8046528-jpg.66117\/\" alt=\"P8046528.JPG\" \/><\/p>\n<div class=\"messageTextEndMarker\"><\/div>\n<div class=\"messageTextEndMarker\"><b>Tag 14<br \/>\n<\/b><br \/>\nNach dem wir den Tag zuvor so sensationell unsere ersten Lachse gefangen hatten, waren wir nat\u00fcrlich voller Motivation. Einen ganzen Tag hatten wir noch am Kaitum, und den wollten wir nutzen um ordentlich Strecke zu machen. W\u00e4re doch gelacht wenn wir hier keinen Lachs mehr bekommen w\u00fcrden. Jeder von uns packte neben dem Angelzeug noch ein paar Utensilien in den Rucksack, darunter auch etwas an Kochmaterial, da wir unterwegs Mittag essen wollten. So gings dann los. Leichtes Gep\u00e4ck, aber alles was man braucht. So mag ich das. Wir kreuzten mit unserem Kanu den Fluss, um diesmal die andere Seite befischen zu k\u00f6nnen. Die sah ja am Tag zuvor so viel besser aus. Nun standen wir dr\u00fcben und das Wasser war hier leider teils deutlich flacher, wir hatten uns wohl get\u00e4uscht. Egal. Wir machten ordentlich Meter bis Vince die erste Forelle fangen konnte.<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056543-jpg.66649\/\" alt=\"P8056543.JPG\" \/>Auch ich fing immer mal eine kleine Forelle oder \u00c4sche, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf einen der dicken Lachse ans Band zu bekommen. Doch es war schwierig. Auf meinen Kupferblinker (den Vincent letztes Jahr am Hornavan gefunden hatte) bekam ich zwar viele Bisse, allerdings waren es immer nur halbstarke Forellen und \u00c4schen, die sich darauf st\u00fcrzten. Egal, auch gut. Die Landschaft durch die sich der Fluss schl\u00e4ngelt ist wild und unerschlossen. Die Ufer meist steil und steinig, oder aber dicht bewachsen und schwer zug\u00e4nglich. Dazu v\u00f6llige Ruhe, der Kaitum war einer der einsamsten Flussabschnitte auf unserer Tour.<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056562-jpg.66652\/\" alt=\"P8056562.JPG\" \/>Teilweise mussten wir kleine Flussarme queren, um weiter zu kommen, standen bis zum Bauch im Wasser und k\u00e4mpften uns voran. Aber so ist das eben. Das Wetter war ja gut und warm, so hatten wir damit keine Probleme. Wir waren gerade an einer relativ schnell str\u00f6menden Stelle, als ich einen harten Biss auf meinen Blinker bekam. Der Fisch nahm direkt ein paar Meter Schnur und k\u00e4mpfte deutlich mehr als die \u00c4schen und Forellen zuvor. Panik kam auf, das konnte nur ein Lachs sein. Ich pumpte den Fisch behutsam heran, und als ich ihn das erste mal sah, war alle Aufregung verflogen. Hecht. Mitten in der Str\u00f6mung? H\u00e4? Ach man. Egal, sch\u00f6ner Fisch. Wir haben es so tats\u00e4chlich geschafft an JEDEM Tag unserer Reise mindestens einen Hecht zu fangen. Auch nicht schlecht.Zum Mittag fing ich zwei dicke \u00c4schen, die frisch filetiert mit Reis, Kokosmilch, Ingwer, Knoblauch und Tomatenmark zu einer deftigen Reispfanne zubereitet wurden.<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056549-jpg.66650\/\" alt=\"P8056549.JPG\" \/><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056551-jpg.66651\/\" alt=\"P8056551.JPG\" \/>Das tat gut und st\u00e4rkte uns erneut. Am Ufer gegen\u00fcber sahen wir seit l\u00e4ngerem mal wieder ein paar Menschen. Eine schwedische Familie, die hier wohl auch zum Angeln drau\u00dfen war. Allerdings waren sie nicht wirklich erfolgreich. Der Tag zog sich langsam in die L\u00e4nge, und wir hatten immer noch nicht einen Lachs gesehen. So langsam realisierten wir, welches enorme Gl\u00fcck wir den Tag zuvor gehabt haben. 6 Lachse sind einfach wie ein 6er im Lotto. Die dicken \u00c4schen und Forellen in der Wildnis hier drau\u00dfen machten uns aber auch ziemlich gl\u00fccklich. Wir liefen noch ein paar hundert Meter bevor wir umkehren wollten. Das Gras war an dieser Stelle besonders hoch, ich lief voraus und hatte es schwer zu sehen wo genau ich gerade lang lief. Auf einmal raschelte es laut und ein riesiges Rentier erhob sich aus dem Gras, erschrak und rannte in den Wald. Das gro\u00dfe M\u00e4nnchen hatte wohl hier im Gras gelegen und wir haben es beim Mittagschlaf gest\u00f6rt. Ich war jedenfalls ziemlich perplex und stand wie angewurzelt da, selbst Vincent der gut 30m hinter mir lief hatte sich ordentlich erschrocken.Jedenfalls waren wir nun an dem Punkt angelangt an dem wir beschlossen wieder umzukehren. Gut 7km sind wir den Fluss hinauf gewandert, die wollten wir nun wieder zur\u00fcck. Aber am gleichen Ufer zur\u00fcck fischen? N\u00f6, darauf hatten wir keinen Bock. Aber den Fluss queren? Vielleicht auch nicht die beste Idee.<img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056576-jpg.66654\/\" alt=\"P8056576.JPG\" \/><\/p>\n<p>Und dennoch, wir entschieden uns daf\u00fcr den Fluss zu durchwaten. Da der Fluss nie wirklich tiefer als einen Meter war, erschien uns das machbar. Gl\u00fccklicherweise hatte uns bei der Aktion niemand gesehen, noch jetzt muss ich \u00fcber das Vorhaben ziemlich lachen. Wir verstauten unsere Klamotten im Rucksack, auch die Angelrute befestigten wir so, dass wir die H\u00e4nde frei hatten. Durfte ja nix nass werden. Splitterfasernackt machten wir uns so auf den Weg durch den Fluss, nur die Crocs an den F\u00fc\u00dfen (ohne kommt man hier nicht durch), und einen d\u00fcnnen Stock als Watstock in der Hand. Die Str\u00f6mung dr\u00fcckte schon ordentlich, schien aber machbar. etwa 15m vor dem gegen\u00fcber liegenden Ufer wurde es aber ordentlich tief, so dass wir uns nicht mehr wirklich in der Str\u00f6mung halten konnten. Vincent traute sich nicht mehr weiter, ich versuchte es noch mal kurz um nach 30cm Weg feststellen zu m\u00fcssen, dass es wirklich nicht ging. Dabei verlor ich kurz den Halt, und machte mich einmal in der Str\u00f6mung lang. Gl\u00fccklicherweise konnte ich Vincents Watstock greifen, bevor auch der Rucksack v\u00f6llig nass geworden w\u00e4re. Bei dieser Aktion l\u00f6ste sich mein Blinker von der Angelrute, welche wie ein Blitzableiter nach oben stand. Der K\u00f6der rotierte nun auf Augenh\u00f6he um mich herum, w\u00e4hrend ich versuchte mich in der viel zu starken Str\u00f6mung zu halten. Lange dauerte es nicht bis er sich in einem unl\u00f6sbaren Knoten um Vincent seine Angelrute schlang und wir mit verhedderten Ruten \u00fcber unseren K\u00f6pfen im rei\u00dfenden Fluss standen. Das ganze muss ziemlich witzig ausgesehen haben, wir nahmen es mit Humor und ich schaffte es irgendwie das Wirrwarr zu l\u00f6sen. Wir machten uns auf den Weg zur\u00fcck, hier war es nicht zu schaffen. Aber vielleicht an einem anderen Flussabschnitt.<\/p>\n<p>Wir liefen ein paar hundert Meter weiter, hier war die Str\u00f6mung etwas schw\u00e4cher, und auch insgesamt sah es hier etwas flacher aus. Hier sollte es klappen. Ich lief ziemlich motiviert vor, Vincent suchte noch nach einem passenden Stock. Ich war bereits fast dr\u00fcben (es klappte wirklich halbwegs gut), als Vincent nach ein paar Metern ausrutschte und wild fluchend ins Wasser fiel. Er hatte einen seiner Schuhe verloren. Ich stand mittlerweile im recht tiefen Wasser und fing an zu frieren, war aber auch fast dr\u00fcben. Ohne Schuhe kommt Vincent aber keine f\u00fcnf Meter weit. Umkehren? Jetzt war ich so gut wie dr\u00fcben. Also erstmal als Ufer. Ich \u00fcberlegte einen meiner Schuhe r\u00fcber zu werfen, es w\u00e4re hoffnungslos gewesen, der Fluss war zu breit und der Schuh w\u00e4re auch weg. Also entschied ich ohne Rucksack wieder r\u00fcber zu laufen (der Hinweg war an manchen Stellen schon wirklich haarig, es war keineswegs einfach), Vincent den Rucksack abzunehmen und wieder ans andere Ufer zu laufen. Er sollte daf\u00fcr durchschwimmen. Die ganze Aktion dauerte sicher gute 20min, in dem kalten Flusswasser kam es mir vor wie eine Ewigkeit. Irgendwann hatten wir es aber geschafft. Ein riesen Akt.<\/p>\n<p>Und nicht dass es sich wirklich gelohnt hatte. Auch an diesem Ufer fingen wir keinen Lachs, und insgesamt auch nicht wirklich besser als auf der anderen Seite. Eine gute Forelle konnte ich dennoch noch \u00fcberlisten.<\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056579-jpg.66655\/\" alt=\"P8056579.JPG\" \/><\/p>\n<p><img class=\"bbCodeImage LbImage\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/community\/attachments\/p8056569-jpg.66653\/\" alt=\"P8056569.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir machten uns zur\u00fcck zum Lager. Unser Kanu stand ja noch auf der anderen Flussseite, also schwammen wir noch einmal hindurch. Das war allerdings ziemlich schwierig. Mit Schuhen konnte man nicht schwimmen, und ohne konnte man unm\u00f6glich auf den spitzen Steinen laufen. Der Fluss war teilweise jedoch stellenweise so flach, dass wir nicht schwimmen konnten. War trotzdem mega witzig, und ein gelungener Tagesabschluss. Zufrieden und v\u00f6llig geschafft genossen wir unseren letzten Sonnenuntergang unserer Tour, bevor wir uns zu der letzten Nacht in der schwedischen Wildnis schlafen legten.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Tag 15<\/strong><\/p>\n<p>Abreise. Hier passierte nicht mehr viel. Morgens um 10 holte uns Sven am vereinbarten Treffpunkt ab, wir verluden das Kanu und machten uns auf den Weg nach Kiruna. Schnell kamen wir ins Gespr\u00e4ch. Neugierig fragte Sven uns nach unseren Angelerfolgen, erz\u00e4hlte von riesigen Forellen und Lachsen in den Fl\u00fcssen und Seen. Als wir ihm von unseren 6 Lachsen erz\u00e4hlt haben, grinste er nur und meinte, dass er wohl auch mal wieder angeln gehen sollte. Toller Kerl, voll zu empfehlen! Der Rest der Heimreise war dann relativ unspektakul\u00e4r, irgendwann gegen 22 Uhr kamen wir im viel zu warmen und dunklen Deutschland an. Unsere erste dunkle Nacht seit zwei Wochen. F\u00fchlte sich total komisch an. Aber sch\u00f6n wars, wieder zuhause zu sein.Unsere Kanutour \u00fcber den Kalix\u00e4lven war wohl so ziemlich die gelungenste und abwechslungsreichste Reise meines Lebens. Ich habe mir viele N\u00e4chte mit der Planung der Tour um die Ohren geschlagen und dies keinesfalls bereut. Eine ausgiebige Planung ist das A und O vor solch einer Tour. Flugzeiten, Transport, Kanuverleih, Proviant, Gep\u00e4ck, Angelzeug. Alles muss penibel ausgew\u00e4hlt werden. Stimmt eine Variable nicht, kann einem das schnell den Urlaub versauen. Schlie\u00dflich gibt es dort keinen Kiosk und keinen Angelladen, und erste Hilfe l\u00e4sst in der Regel etwas l\u00e4nger auf sich warten. Eine intensive Vorbereitung lohnt sich absolut. Empfehlen kann ich hier vor Allem den Kontakt zu Sven, der einem mit seinem Wissen gerne unterst\u00fctzt und immer um die aktuellen Gegebenheiten seiner Gew\u00e4sser bescheid weis: <a href=\"https:\/\/www.canoeguide.net\/kanutouren-schweden-uebersicht\/liste-kanuverleih-schweden\/479-kanotcentral-norr\" target=\"_blank\"><strong>https:\/\/www.canoeguide.net\/kanutouren-schweden-uebersicht\/liste-kanuverleih-schweden\/479-kanotcentral-norr<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Zum Proviant: Wir haben w\u00e4hrend dieser Tour wirklich ausgiebig und gut gegessen. Von den gut 30kg Nahrung haben wir lediglich eine T\u00fcte Zucker \u00fcbrig gehabt. T\u00e4glich haben wir etwa 4000 Kalorien zu uns genommen und dennoch habe ich innerhalb der zwei Wochen 3kg abgenommen. Um so wichtiger ist ein (so gut es geht) ausgewogener Speiseplan, der vor allem Abwechslung bringt. Das Nudeldesaster der letzten Tour konnten wir gut umgehen. Die Lebensmittel f\u00fcr eine solche Tour sollten vor allem m\u00f6glichst viel Kalorien, bei niedrigem Gewicht bieten, aber einem auf jedem Fall auch schmecken. Es gibt nichts motivierendes als ein gutes, deftiges Essen nach einer kr\u00e4ftezehrenden Tagestour.Und noch viel wichtiger: Ein guter Buddy der einem auch mal in brenzligen Situationen zur Seite steht und mit dem man die besten Momente des Lebens teilen kann. Danke daf\u00fcr, ich freu mich auf die n\u00e4chste Tour!<\/p>\n<p>Ich hoffe dieser Bericht ist f\u00fcr viele eine kleine Anregung, sich auch mal auf zu machen, und die Natur von ihrer urspr\u00fcnglichsten Seite sehen zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich ist auch Skandinavien kein unbeschriebenes Blatt Papier mehr, aber wohl eine der letzten wilden Gegenden Europas. Dann gibt es ja noch den Rest der Welt.. Kanada, Sibirien.. whatever.<\/p>\n<p>Stay tuned! In einer Woche gehts wieder weg. Freu mich drauf.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kurzes Anfangsgepl\u00e4nkel bevor es los geht: Nach der Tour auf dem Hornavan im vergangenen Jahr wollten wir uns eine Route suchen, welche uns dieses Jahr noch etwas mehr fordert (nicht dass es nicht anstrengend gewesen w\u00e4re..), und vor Allem landschaftlich etwas mehr Abwechslung bietet. 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