{"id":1774,"date":"2005-08-08T08:22:20","date_gmt":"2005-08-08T08:22:20","guid":{"rendered":""},"modified":"2015-02-12T15:34:20","modified_gmt":"2015-02-12T14:34:20","slug":"rapfenfieber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/rapfenfieber\/","title":{"rendered":"Rapfenfieber"},"content":{"rendered":"<p>Bis vor wenigen Jahren noch war der Rapfen ein eher unbekannter Fisch, der wenigen Spezialisten vorbehalten war, die wussten, wo man diesen gefr&auml;&szlig;igsten R&auml;uber unter den Wei&szlig;fischen antrifft. Das hat sich im Laufe der Zeit ge&auml;ndert: immer &ouml;fter sieht man Bilder von fetten Silberbarren und gl&uuml;cklichen F&auml;ngern. Und auch auf dem Barsch-Alarm ist seit einiger Zeit das Rapfenfieber ausgebrochen. So&nbsp;angelt zum Beispiel&nbsp;eine Splittergruppe bis zum Ende diesen Jahres ganz gezielt auf gro&szlig;e Rapfen, um den &quot;Barsch-Alarm Rapfen-King 2005&quot; zu ermitteln.<\/p>\n<p>Egal, was man von Hitparaden h&auml;lt. Unter dem Strich steht fest: Der Rapfen macht sich breit in Deutschlands Gew&auml;ssern und lehrt den Kleinfischschw&auml;rmen das F&uuml;rchten. Das kann uns Anglern eigentlich nur recht sein, denn dieser Fisch bietet nicht nur absolut geniale Drills, er ist oft auch nicht ganz so einfach zu &uuml;berlisten und stellt eine echte Herausforderung dar. Aber Vorsicht: Wenn&#8217;s zum ersten Mal geklappt hat, wird man den Virus so schnell nicht mehr los!<\/p>\n<p><strong>Zum Verzweifeln&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>brachten mich die r&auml;uberischen Kollegen mit dem unterst&auml;ndigen Maul nun schon &ouml;fters. Weil man aus Fehlern lernt, m&ouml;chte ich&nbsp; Euch jetzt mal mit ans Wasser nehmen und einladen, die Konsequenzen aus meinem ersten Fehlschlag mit mir zu ziehen: <\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821401_rhinow.jpg\" align=\"right\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>Zum ersten Mal ging&#8217;s f&uuml;r mich gezielt auf Rapfen, als ich mit zwei Freunden im L&auml;ndchen Rhinow (Havelland) auf Barsche und Zander angeln wollte. Dazu fischten wir unterhalb eines Wehres mit Twistern und Shads. Es war ein lauer Sommerabend und gegen 18 Uhr ber&uuml;hrten unsere K&ouml;der zum ersten Mal das Wasser. Die Vorzeichen standen gut, denn immer mal sah man die Kleinfische auseinander spritzen &#8211; ein Schl&uuml;sselreiz f&uuml;r jeden Spinnfischer. Doch auf die &uuml;ber den Grund gezuppelten Gummis wollte einfach nichts bei&szlig;en. Je sp&auml;ter der Abend, desto heftiger und h&auml;ufiger fuhren die R&auml;uber in die Kleinfischschw&auml;rme. Inzwischen hatten wir k&ouml;dertechnisch&nbsp; umgestellt und fischten mit Wobblern und Spinnern dicht unter der Oberfl&auml;che. Denn eins war klar: so derb rauben weder Zander noch Barsche. Und weil Hechte nicht in einer derartigen Dichte in der Havel vorhanden sind, konnte es sich bei den R&auml;ubern nur um Rapfen handeln. Als uns das klar war, machten wir es so, wie es einem die Lehrb&uuml;cher vorschreiben und ballerten kleine K&ouml;der in die hei&szlig;en Zonen, die wir dann turboschnell einholten. Doch die Bisse blieben aus. Dann wurde es allm&auml;hlich dunkel. Der letzte Versuch mit einem Popper brachte immerhin eine Attacke. Das machte Mut, brachte aber an diesem Abend auch nichts mehr, denn wir mussten langsam los, bevor uns die Nacht komplett verschlucken konnte. Doch noch auf dem Weg zum Auto packte uns das Rapfenfieber &#8211; so einfach geben wir nicht auf!<\/p>\n<p><strong>Der zweite Versuch&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821402_felixrapfen.jpg\" align=\"left\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>war ungleich erfolgreicher als der erste. So viel sei schon mal vorweggenommen. Diesmal waren wir fr&uuml;her an Ort und Stelle, um mehr Zeit zum Ausprobieren zu haben. In den K&ouml;derboxen befanden sich nun schwerpunktm&auml;&szlig;ig kleinere Popper und kleine, flachlaufende und schlanke Wobbler. Wir ersetzten die beim ersten Ausflug verwendete Geflochtene durch relativ feine monofile Schnur und versuchten es zuerst mit den Wobblern. Deise feuerten wir in die Str&ouml;mung unterhalb des Wehrs und holten sie recht langsam ein &#8211; man muss ja was an der Taktik &auml;ndern. Das Rauben setzte nun auch langsam wieder ein und rumms. Da knallte auch schon der erste gute Fisch auf die Salmo Hornet im Wei&szlig;fischdekor. Ein harter Drill mit vielen Fluchten kreuz und quer &uuml;ber den Fluss war der Anfang eines grandiosen Angeltags. Als der erste Rapfen dann gelandet war, schien es als h&auml;tten wir den Bann gebrochen. Denn jetzt folgte Biss auf Biss.<\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821403_popperrapfen.jpg\" align=\"right\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>Als wir uns schon sattgedrillt hatten, wollte ich nur noch einmal nachschauen, ob auch was auf Popper geht. Ich kn&uuml;pfte eine Double Striker von Cormoran an (die gefallen mir aufgrund der Feder am Schwanzdrilling, die im Wasser wie ein Fischschw&auml;nzchen aussieht, besonders gut) und warf ihn an eine Stelle, an der ich es den ganzen Abend ganz besonders derbe klatschen sah und&#8230;? Fast noch bevor der K&ouml;der die Wasseroberfl&auml;che ber&uuml;hrte, war auch schon die Rute krumm. Zum kr&ouml;nenden Abschluss eines absolut erfolgreichen Zielfischangeltags hielt ich wenig sp&auml;ter ein gigantisches Silbertorpedo in der Hand. Und sp&auml;testens jetzt konnten wir h&ouml;chst zufrieden nach Hause gehen.<\/p>\n<p><strong>Die Konsequenzen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821404_salmo.gif\" align=\"left\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>sind recht schnell gezogen. Sie betreffen in erster Linie das Material und die K&ouml;derf&uuml;hrung. Rapfen sind wirklich extrem vorsichtige Fische und als solche offensichtlich ziemlich schnurscheu. Deshalb sind monofile Schn&uuml;re einfach besser zum Rapfenfang geeignet, besonders dann, wenn man es mit so abgebr&uuml;hten Kollegen wie unseren Havelrapfen zu tun hat. Wenn man weiche Ruten mit einer semiparabolischen Aktion verwendet, kann man bis auf 18er runtergehen, denn die Rute und die Dehnung der Schnur puffern viel von der Power der Rapfen ab und bringen die Fische dann auch &quot;nach Hause&quot;. Wer aber ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte eine 22er bis 25er w&auml;hlen. K&ouml;dertechnisch sind kleine Wobbler (L&auml;nge: 3 bis 6 cm) meines Erachtens fast unschlagbar. Dabei habe ich besonders gute Erfahrungen mit dem abgebildeten Salmo-Wobbler (allerdings im Wei&szlig;fsich-Dekor) gemacht. Sie imitieren am nat&uuml;rlichsten ein kleines angeschlagenes Fischchen und wecken so anscheinend relativ selten Misstrauen bei den Rapfen. Im Sommer sind flachlaufende Modelle ideal, denn die R&auml;uber fahren von unten in die sich an der Oberfl&auml;che sonnende Fischbrut. Wenn man den K&ouml;der ein klein wenig tiefer anbietet, prallen die Rapfen zuerst auf ihn, was die Chancen auf einen Biss nat&uuml;rlich erh&ouml;ht. Besonders gut fingen wir auf Wobbler in nat&uuml;rlichen Farben und in rot. <\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821405_cormopopper.gif\" align=\"right\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>Dass Rapfen nur auf ganz schnell gef&uuml;hrte K&ouml;der gehen, halte ich f&uuml;r eine M&auml;r. Gerade in flie&szlig;enden Gew&auml;ssern knallen die Bomber auf gaaanz langsam gef&uuml;hrte K&ouml;der, die man gegen die Str&ouml;mung f&uuml;hrt. Sogar auf Wobbler, die wir einfach in der Str&ouml;mung stehen lie&szlig;en, folgten Bisse. Gern gehen die Kollegen auch auf die Wobbler, wenn sie gem&uuml;tlich quer zum Wasserfluss angeboten werden und ihr Weg einen leichten Bogen beschreibt. Und auch die Popper fangen am besten, wenn man sie langsam &uuml;bers Wasser ruckt und den erzeugten Schallwellen die Zeit gibt, sich unter Wasser auszubreiten und die R&auml;uber anzulocken. Eine andere Technik ist, den Popper mehr oder weniger gleichm&auml;&szlig;ig &uuml;bers Wasser zu ziehen. Auch dass kann wuchtige Bisse produzieren. Das Angeln mit den Oberfl&auml;chenk&ouml;dern ist na klar extrem genial, da man die Bisse nicht nur im Handgelenk sp&uuml;rt, sondern auch sieht, wie die R&auml;uber den K&ouml;der attackieren. Allerdings ist die Fangquote etwas schlechter als mit Wobblern, weil die Fische den K&ouml;der oft verfehlen. <\/p>\n<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"484\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821406_rapfennacht.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p><strong>Hotspot Wehr<\/strong><\/p>\n<p><img alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11234821407_rapfenzurueck1.jpg\" align=\"left\" vspace=\"10\" border=\"0\"\/>Jetzt aber noch mal zum Angelplatz an sich. Rapfen brauchen Sauerstoff und lieben daher Pl&auml;tze, an denen eine ordentliche Str&ouml;mung herrscht und gleichzeitig das Nahrungsangebot stimmt. Deshalb sind Wehre immer einen Versuch wert. Unterhalb der Staustufen sind ideale Voraussetzungen gegeben: das herunterfallende Wasser sorgt f&uuml;r eine h&ouml;here Sauerstoffkonzentration und sp&uuml;lt jede Menge Nahrung mit hinunter. Das sind teilweise schon kleine Fische, die durch das Hinabrauschen vom Wehr halb bet&auml;ubt sind, aber auch Nahrungspartikel, die wiederum die Kleinfische am Platz halten, gibt&#8217;s hier in H&uuml;lle und F&uuml;lle. Das Futterangebot f&uuml;r die R&auml;uber ist damit &uuml;berdimensional gro&szlig;. Kein Wunder also, dass sich die Rapfen hier besonders wohl f&uuml;hlen. Deshalb sind Wehre f&uuml;r den Rapfenangler was der Barschberg f&uuml;r den Barschangler darstellt: die absoluten Hotspots eben. Ein kleiner Tipp noch: Wenn direkt in der Str&ouml;mung gar nichts geht, jagen die Rapfen oft in den ruhigeren Bereichen (z.B. kleinen Buchten) oder an der Str&ouml;mungskante. Dann wirft man einfach den K&ouml;der stromab, l&auml;sst ihn an loser Schnur abtreiben und holt ihn ein, wenn ihn die Str&ouml;mung in diese Bereiche gef&uuml;hrt hat.<\/p>\n<p>Wenn Ihr auch ein Wehr in Eurer N&auml;he wisst und es dort auch noch klatscht und platscht, versucht es doch mal auf Rapfen. Doch zu Eurem eigenen Schutz noch mal eine Warnung: sobald ein Fisch an der Angel tobt, bricht das Rapfenfieber auch bei Euch&nbsp; aus. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis vor wenigen Jahren noch war der Rapfen ein eher unbekannter Fisch, der wenigen Spezialisten vorbehalten war, die wussten, wo man diesen gefr&auml;&szlig;igsten R&auml;uber unter den Wei&szlig;fischen antrifft. Das hat sich im Laufe der Zeit ge&auml;ndert: immer &ouml;fter sieht man Bilder von fetten Silberbarren und gl&uuml;cklichen F&auml;ngern. 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