{"id":1768,"date":"2005-08-24T04:46:48","date_gmt":"2005-08-24T04:46:48","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-20T17:15:24","modified_gmt":"2014-12-20T16:15:24","slug":"ring-frei-vertikalangeln-vom-bellyboat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/ring-frei-vertikalangeln-vom-bellyboat\/","title":{"rendered":"Ring frei \u2013 Vertikalangeln vom Bellyboat"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" height=\"150\" alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516080_v_teasi.jpg\" width=\"150\" align=\"left\"\/>In Holland kreisen extrem viele Raubfischangler mit dem Bassboat &uuml;ber den Zander- und Barschschw&auml;rmen, um diese mit chirurgischer Pr&auml;zision zu befischen. Das &bdquo;Verticalen&ldquo;, wie das Vertikalangeln auf holl&auml;ndisch hei&szlig;t, hat sich bei unseren Nachbarn fl&auml;chendeckend durchgesetzt. Den meisten Anglern hierzulande f&auml;llt der Einstieg schwer, weil sie Angst vor der Investition in ein teures Boot haben. Schlie&szlig;lich sind die klassischen Boote zum Verticalen extrem gut ausgestattet: Ein starker Verbrenner bringt die Kollegen schnell an die verschiedenen Pl&auml;tze. Dort werden erst einmal die Echos ausgewertet, die das m&ouml;glichst feine Lot liefert. Sind erst einmal einige Zander ausgemacht, lassen sich die Cracks langsam vom (bzw. von den) oft fu&szlig;gesteuerten E-Motor(en) &uuml;ber die Fische ziehen. <\/p>\n<p>&bdquo;Vertikal&ldquo; geht auch mit einfachen Mitteln! Mit dem Bellyboat zum Beispiel. Nat&uuml;rlich muss man in Kauf nehmen, dass man in dem Luftkissen weit langsamer als mit dem Ruder- oder Motorboot unterwegs ist. Das f&uuml;hrt zu nicht unerheblichen Zeitverz&ouml;gerungen beim Aufsp&uuml;ren der Fische. Dieses Manko kann man aber umgehen, indem man sich im Vorfeld schon einmal Gedanken &uuml;ber das optimale Bellyboat-Gew&auml;sser macht. <\/p>\n<p><strong>Optimale Bellyboat-Gew&auml;sser<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Gew&auml;sserwahl ist dringend zu beachten, dass man relativ z&uuml;gig an die Einst&auml;nde und Futterpl&auml;tze der R&auml;uber herankommt. Entsprechend suche ich mir gerne &uuml;bersichtliche Gew&auml;sser oder zumindest Zonen aus, an denen die einzelnen Hotspots nahe beieinander liegen. So kann ich mit einem Platzwechsel reagieren, wenn es an einer guten Stelle einmal nicht bei&szlig;en sollte. Aber nicht nur die Gew&auml;ssergr&ouml;&szlig;e spielt eine Rolle bei der Wahl. Auch die Tiefe ist entscheidend. Erwiesenerma&szlig;en hat ein Bellyboat eine wesentlich kleinere Scheuchwirkung als ein beliebiges Angelboot. Doch konnte z.B. unser Freund jackazz beim Zanderangeln in relativ flachen Gew&auml;ssern immer wieder beobachten, dass sich die Sicheln auf dem Echolot, die unter dem Bellyboat stehende Zander anzeigen, ziemlich schnell in Luft aufl&ouml;sen, wenn man &uuml;ber die Fische paddelt. Deshalb muss man sehr behutsam vorgehen und kann es an zu flachen Stellen eigentlich gleich lassen. Solche Spots kann man ja auch vom Bellyboat aus mal anwerfen. Vertikalangeln auf scheue Zander macht erst ab einer Tiefe von ca. 2 m Sinn. Tr&uuml;bes Wasser spielt uns zumindest beim Zanderzupfen zus&auml;tzlich in die Karten.&nbsp; <\/p>\n<p><strong>Verticalen am Unterholz<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt im Sommer macht mir das Vertikalangeln vom Bellyboat am meisten Spa&szlig;. In der Badeshort h&auml;lt man es stundenlang im Wasser aus und w&auml;hren die Kollegen auf den Booten schwitzen, sind k&uuml;hle Waden bei Bellyboatlern inklusive. Weil man jetzt aber ganz dicht an die Fische herankommt und sie teilweise auf Sicht befischen kann, steigt die Fieberkurve trotzdem steil nach oben. In der warmen Jahreszeit stehen die Kleinfische geballt in den Kronen ins Wasser gefallener B&auml;ume. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"676\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516081_v_holz.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Oft halten sich die R&auml;uber exakt eine Etage tiefer auf. Was f&uuml;r den Wurfangler zur teuren K&ouml;derfalle wird, ist das perfekte Jagdrevier f&uuml;r den vertikalangelnden Bellyboatbesitzer! Wer leise und langsam mit dem Bellyboat an die B&auml;ume heranf&auml;hrt und seinen K&ouml;der durchs Astwerk nach unten man&ouml;vriert, kann zu jeder Tageszeit mit Bissen rechnen. Nur nicht zuviel paddeln! Am besten ist es, sich ganz dicht am Holz zu halten und beim Fischen mit einer Hand am Baum zu &bdquo;verankern&ldquo;. In klaren Gew&auml;ssern kann man die Barsche oft sehen. Wenn man sich einigerma&szlig;en ruhig verh&auml;lt, bleiben sie auch unter dem Bellyboat, wenn man &uuml;ber ihnen steht. Mit dem Ruderboot w&uuml;rde man diese Fische garantiert verscheuchen. Um m&ouml;glichst viele B&auml;ume am Tag nach Barschen abzuchecken, nehme ich mein Belly auch manchmal mit in den Angelkahn, fahre die einzelnen B&auml;ume z&uuml;gig ab und steige dann aufs Beiboot um. Wenn man sich am Astwerk entlang zu den Barschen durchhangelt, ben&ouml;tigt man nicht einmal Taucherflossen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516082_v_barsch.jpg\"\/><\/p>\n<p><strong>Verticalen &bdquo;klassisch&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p>Zum Herbst hin verziehen sich die Hechte, Zander und Barsche in tiefere und ruhigere Regionen, z.B. in Baggerseen mit Flussanbindung. Jetzt wird&rsquo;s ein bisschen schwerer, die Objekte der anglerischen Begierde aufzusp&uuml;ren. Die typischen Hotspots sind Barschberge, Scharkanten, L&ouml;cher, Steinpackungen oder Muschelb&auml;nke. Au&szlig;erdem liegen den Fischen harte B&ouml;den besser. Diese Strukturen wollen erst einmal gefunden und dann abgefischt werden. Dazu ist ein Echolot unverzichtbar! Nur mit diesem Hilfsmittel kann man einigerma&szlig;en z&uuml;gig interessante Gew&auml;sserbereiche ausfindig machen und gleichzeitig die Bodenbeschaffenheit (via Greyline) analysieren. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"357\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516083_v_winter.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Au&szlig;erdem ist es viel effektiver, jetzt im Verband loszuziehen. Erfolgversprechende Kanten werden einfach von mehreren Kollegen an verschiedenen Stellen angetestet. Sobald einer aus dem Team f&uuml;ndig wurde, k&ouml;nnen sich die anderen um ihn herum konzentrieren und solange am Fangvergn&uuml;gen teilhaben, bis die Fische den Braten gerochen haben und sich verziehen. Dann hei&szlig;t es wieder ausschw&auml;rmen und von Neuem suchen.<\/p>\n<p><strong>Bellyboat-Tuning<\/strong><\/p>\n<p>In Ermangelung fester Bordw&auml;nde stellt das Anbringen des Echolots am Bellyboat ein kleines Problem dar. Es geht erstens darum, den Geber so anzubringen, dass er immer nach unten zeigt und au&szlig;erdem nicht st&auml;ndig die Taucherflossen erfasst; zweitens muss das Lot auf der Armlehne justiert werden und drittens muss die Stromversorgung gew&auml;hrleistet sein: <\/p>\n<p>Der Geber wird einfach auch ein rechteckiges Brett (Ma&szlig;e 10 x 20 cm x 2 cm) geschraubt. Ziel ist es, dieses Brett nun zentral hinten oder unter einer Seitenlehne am Belly zu befestigen. Dazu bohrt man in jedes Eck des Brettes bohrt einen kleinen Schlitz, durch den man ein St&uuml;ck Band f&auml;deln kann. Dieses Band wird&nbsp; einfach einmal auf jeder Seite um das Boot geschlungen. Nun wickelt man das Band einmal um den Schlauch des Bellyboates und zurrt es dann fest. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"338\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516084_v_echo.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Das gleiche Prinzip liegt auch der Anbringung des Lotes zugrunde. Nur dass das Brett auf dem die Echolothalterung angebracht wird oben auf einer der Lehnen sitzt. Alternativ gibt&rsquo;s von Scotty auch eine bereits fertig konfektionierte Halterung. Die meisten Bellys haben relativ ger&auml;umige Seitentaschen. In die passt entweder der Akku oder aber ein Batterieteil, das man mit dem Echolot verbinden kann.<\/p>\n<p><strong>Vertikal-Technik<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundtechnik ist dieselbe wie beim Verticalen vom Boot aus, und diese ist eigentlich recht simpel: Der K&ouml;der wird senkrecht zum Boden heruntergelassen. Die Rute liegt parallel zur Wasseroberfl&auml;che in der Hand. Mit leichten Rucken aus dem Handgelenk (die Rutenspitze zuckt zwischen 5 und 20 cm nach oben) haucht man dem K&ouml;der Leben ein, w&auml;hrend man &uuml;ber die Fische hinwegdriftet. Sobald man etwas Ungew&ouml;hnliches sp&uuml;rt, wird angeschlagen. H&auml;ufen sich die Fehlbisse, so kann es daran liegen, dass sich die Fische beim Angriff immer wieder selbst den K&ouml;der vorm Maul wegsto&szlig;en, indem sie in die Schnur kommen. Ist dies der Fall, sollte man versuchen, nicht ganz senkrecht nach unten zu fischen, sondern etwas diagonaler zu angeln. Anstatt sich m&auml;chtig ins Zeug zu legen, um die Driftgeschwindigkeit hochzufahren, w&auml;hlt man lieber einen leichteren Bleikopf. So haben die Zander genauso viel Zeit wie normal, den K&ouml;der anzuvisieren. Au&szlig;erdem f&auml;llt ihnen das Inhalieren des K&ouml;ders umso leichter, je weniger der Bleikopf wiegt. <\/p>\n<p><strong>Rute, Rolle &amp; K&ouml;der<\/strong><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich kommen erst recht im Bellyboat nur spezielle, am besten einteilige Vertikalruten mit einem kurzen Griff, einem straffen Blank und vielen Ringen zum Einsatz (z.B. die Mitchell Jig Head). Diese Ruten sind dann nicht nur sehr sensibel, sondern lassen sich auch im Bellyboat, wo man ja nicht wirklich viel Bewegungsradius hat und auch noch recht tief sitzt, entspannt &bdquo;handeln&ldquo;. Besonders wichtig ist ein kurzer Korkgriff (maximal bis zum Ellenbogen), mit dem man nicht dauernd irgendwo h&auml;ngen bleibt. Ideal, wenn eine Ablagefl&auml;che f&uuml;r den Daumen und den Ellenbogen im Kork angebracht ist, so dass man eine bequeme Position findet und sich den ganzen Tag voll auf die Bisse konzentrieren kann, die besonders im Winter weit weniger deftig ausfallen, als man das gern h&auml;tte. <\/p>\n<p>Mit einer Station&auml;rrolle fischt es sich entspannter, weil die Rute angenehmer in der Hand liegt, wenn der Schwerpunkt unter dem Blank die Rolle sprichw&ouml;rtlich in die Hand dr&uuml;ckt. Doch die Multi hat den Vorteil, dass man quasi per Knopfdruck immer wieder bequem Schnur nachgeben kann, wenn man bemerkt, dass der K&ouml;der keinen Grundkontakt mehr hat. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"338\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11248516085_v_tackle.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Wer einen Bestand an Gummifischen sein Eigen wei&szlig;, muss, was die K&ouml;der angeht, zun&auml;chst einmal gar nicht so viel umstellen. Zwar haben sich die Gummifische ohne Schaufelschwanz (Man&rsquo;s, Lunker City, Spro oder Berkley) nicht umsonst einen hervorragenden Ruf als Vertikalk&ouml;der erarbeitet und geh&ouml;ren auch unbedingt ins Gep&auml;ck eines fortgeschrittenen Vertikalanglers. An manchen Tagen funktionieren herk&ouml;mmliche Gummis aber sogar besser. Bleikopftechnisch kann man als Jigger sogar ein wenig abr&uuml;sten, denn eigentlich reichen Gewichte von 14, 17 und 21 Gramm komplett aus, um in Stillgew&auml;ssern und m&auml;&szlig;ig str&ouml;menden Fl&uuml;ssen erfolgreich zu sein. Wer im Astwerk angelt, kommt mit Gewichten bis maximal 7 Gramm aus.<\/p>\n<p><strong>Extra-Tipp: <\/strong>Als kleines Hilfsmittel hat sich eine H-Boje bew&auml;hrt. Diese wird abgeworfen, sobald ein Zander am Gummi sitzt. So findet man die Stelle wieder, auch wenn das Boot durch Fisch, Str&ouml;mung und Wind w&auml;hrend des Drills ein wenig versetzt wird. Schlie&szlig;lich sitzt man sehr knapp &uuml;ber dem Wasser und hat nicht ganz denselben &Uuml;berblick wie zum Beispiel vom Boot aus. <\/p>\n<p><strong>Meine Ger&auml;te-Box:<br \/><\/strong><br \/><strong>Rute:<\/strong> Mitchell Jig Head, Berkley Vertic<br \/><strong>Rolle:<\/strong> Mitchell 308 X, ABU Ambassadeur 4601C3<br \/><strong>Schnur:<\/strong> 10er oder 12er Fireline, feinste Dyneema, wenn&#8217;s tief runtergeht.<\/p>\n<p>Top-Bellyboote kommen z.B. von Orvis und Jenzi (beides Ponton-Bellys, auf denen man &uuml;berh&ouml;ht sitzt) oder von Ron Thompson (V-f&ouml;rmig) bzw. der Creek Company (Original U-Boat).<\/p>\n<p>PS: Dieser Artikel erschien so &auml;hnlich in der Fisch&amp;Fang 8\/2005<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Holland kreisen extrem viele Raubfischangler mit dem Bassboat &uuml;ber den Zander- und Barschschw&auml;rmen, um diese mit chirurgischer Pr&auml;zision zu befischen. 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