{"id":1737,"date":"2005-09-30T11:50:19","date_gmt":"2005-09-30T11:50:19","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-20T17:15:24","modified_gmt":"2014-12-20T16:15:24","slug":"inferno-in-barschhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/inferno-in-barschhausen\/","title":{"rendered":"Inferno in Barschhausen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" height=\"148\" alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738190_pharma_teaser.jpg\" width=\"145\" align=\"left\"\/>Jedes Jahr Anfang September zieht es mich mit aller Macht nach R&uuml;gen. Ende August\/ Anfang September sammeln sich an einer ganz bestimmten Stelle der ausgesp&uuml;lten Fahrrinne die Dickbarsche der Umgebung. Zwei, drei Wochen dauert das Treiben und ist dann schlagartig wieder vorbei. Wenn es im Zentrum dieses Hotspots rappelt sind es fast ausschlie&szlig;lich 40er: feist, bullig,&nbsp; hochr&uuml;ckig mit entschlossen-grimmigem R&auml;uberblick.&nbsp; Die&nbsp; Barsche der unmittelbaren&nbsp; Umgebung&nbsp; sind&nbsp; kleiner und bei gleicher Gr&ouml;&szlig;e schlanker, irgendwie havelm&auml;&szlig;iger. Als wir vor zwei Jahren eher per Zufall diese Stelle entdeckten, fischten wir am letzten Tag probeweise noch ohne optimale Methode und fingen auf Anhieb zehn Dicke. darunter einen 52er(!).&nbsp; <\/p>\n<p>Letztes Jahr&nbsp; wurde dann zwei Tage lang intensiv diese Stelle beangelt, an der Fangtechnik gefeilt, diverse K&ouml;der durchprobiert&nbsp; und das Ergebnis war sehr erfreulich: zu zweit ca. drei&szlig;ig 40er Barsche, darunter einige &uuml;ber 45cm! An den R&auml;ndern etliche nicht gez&auml;hlte kleinere (25-30er), die unter normalen Umst&auml;nden durchaus manchen Barschalarmer erfreut h&auml;tten. Seither hei&szlig;t die Stelle bei uns nur noch Barschhausen! <\/p>\n<p>Aber auch an diesem Hotspot f&auml;ngt sich der Barschkapitale nicht von alleine. Der Wind sollte aus Westen wehen, es sollte eine konstante Hochdruckwetterlage herrschen und: an dieser Stelle f&auml;ngt ein Twister am besten, Mann`s Curly Tail, perlmutt\/karamel, 7cm (leider aus dem Programm genommen).&nbsp; Andere Twister gehen nat&uuml;rlich auch, fangen aber deutlich weniger. Essentiell ist, dass von einer ganz&nbsp; bestimmten Stelle, so gro&szlig; wie mein Wohnzimmer, geworfen wird und extreme Wurfweiten erzielt werden. Jede Methode, die nicht zuverl&auml;ssig 50-60 m mit einem kleinen K&ouml;der erreicht u. auch bei Str&ouml;mung acht Meter tief stetigen Grundkontakt zu halten vermag, ist untauglich. <\/p>\n<p>Dieses Jahr&nbsp; sollte&nbsp; es wieder genau so werden wie die Jahre davor, oder vielleicht besser? So war jedenfalls war der Plan: das H&auml;uschen und ein&nbsp; Boot&nbsp; waren gemietet,&nbsp; die Restbest&auml;nde der superf&auml;ngigen Twister von Mann&acute;s&nbsp; eingepackt,&nbsp; die ganze Zeit vorher gab&acute;s herrliches Wetter, das sich die n&auml;chste Zeit fortsetzen sollte, was sollte also schief gehen? Einiges, wie ich retrospektiv berichten kann. <\/p>\n<p>Als erstes fiel kurzfristig mein nichtsnutziger Neffe als Angelpartner aus, eine Mathearbeit war wichtiger. Wenn`s Pisa hilft&#8230; Meine Lust die Dreitagestour allein durchzuziehen war eher gering. Kein Problem, dachte ich, bei den Aussichten m&uuml;sste sich doch unter den Berliner Barschalarmern ein Mitfahrer finden lassen. Und was war? Nix war! Einer war zum Gartenzwerg mutiert, der andere zum Suppenkoch, der dritte war verarmt und der vierte weilte in Dresden, einer, wenigstens einer, war standesgem&auml;&szlig; an dem Wochenende auf der Ostsee den Dorschen hinterher.&nbsp; Jungs, keine Sorge, ich oute Euch nicht! OK, alleine also! <\/p>\n<p>Als sehr erfreulich ist die, bis auf kurze Abschnitte Bundesstra&szlig;e, fast fertige Stralsunder Autobahn (A20) zu erw&auml;hnen,&nbsp; die die Fahrt angenehm abk&uuml;rzt.&nbsp; <\/p>\n<p>Am ersten Morgen vor Ort&nbsp; ging`s um halb sieben&nbsp; ans Wasser, denn der fr&uuml;he&nbsp; Gummiwurm f&auml;ngt den Barsch. Seltsamerweise dauerte alleine alles doppelt so lange: das Beladen und Klarmachen des Bootes, einfach alles!!! Wieso hatte ich denn schon wieder einen halben Angelladen dabei, wenn dort eigentlich eine Rute, ein paar Vorf&auml;cher, 5er Mepps und ein paar Twister mit 30er&nbsp; Bleien v&ouml;llig ausreichen? Na ja, man wei&szlig; ja nie und wenigstens hatte ich immerhin doppelt Platz!<\/p>\n<p>Ungef&auml;hr eine Stunde sp&auml;ter als geplant erreichte ich Barschhausen. Kein Einheimischer weit und breit, ein schlechtes Zeichen! Sollten die Barschen noch nicht da oder schon wieder weg sein? Egal, Anker raus, Ankerball setzen,&nbsp; schon flog der bew&auml;hrt f&auml;ngige Twister dahin, wo sich sofort der Riesenbarsch auf ihn st&uuml;rzen sollte&hellip;<\/p>\n<p>Die Erfolgsmontage ist primitiv, aber dit isset ja oft: in den Wirbel wird ein 30g Blei (ja, echt mal ehrlich: 30!) eingeklinkt, an das ca. 60cm Vorfach einen Einzelhaken 2\/0 geknotet u. darauf der Twister gezogen.&nbsp; Als Vorfachmaterial hatte ich 25lbs&nbsp; Fluorocarbon (Seaguar)&nbsp; gew&auml;hlt um bei einem etwaigen Hechtbiss wenigstens die Spur einer Chance zu haben. Klingt dick f&uuml;r Barsch und d&uuml;nn f&uuml;r Hecht?&nbsp; Stimmt beides. Man nennt so was halt Kompromiss&hellip; Stahl kringelt mit der Methode zu schnell u. die Barsche wollen auch nicht mehr. Die Rute, 30-60G&nbsp; DAM Hypron, wirft&nbsp; das&nbsp; Ganze fast bis zum Horizont und taugt auch f&uuml;r Mepps&nbsp; 5. Mepps 5 ist zu gro&szlig; f&uuml;r Barsch? Dort nicht, selbst 12er Barsche st&uuml;lpen sich gierig &uuml;ber den Drilling, eher w&uuml;rde ich&rsquo;s noch mit einer Nummer gr&ouml;&szlig;er versuchen.<\/p>\n<p>Der anf&auml;ngliche Optimismus flachte in der n&auml;chsten bissfreien Stunde etwas ab. Doch dann&nbsp; endlich: Kontakt! Doch was war das? Ein Barsch sicher nicht! Viel zu starker Zug! Der Fisch schwamm zun&auml;chst gem&auml;chlich gegen die Str&ouml;mung&nbsp; um sich dann am Boden festzusetzen. Allzu gro&szlig;en Druck wollte ich wegen des Monovorfachs nicht aus&uuml;ben und so stand ich erst mal zehn Minuten mit gekr&uuml;mmter Rute im Boot und tippte auf einen gro&szlig;en Hecht bis wieder Bewegung in die Angelegenheit kam. Leider machte es dann peng, der Fisch war weg!&nbsp; Aber das Mono hatte gehalten, der Twister war noch dran, sehr erfreulich f&uuml;r beide Seiten! Evtl. ein im K&ouml;rper gehakter Hecht? Seine Anwesenheit k&ouml;nnte die Bei&szlig;flaute erkl&auml;ren. Man wird es nie erfahren.<\/p>\n<p>Nach weiteren 15 Minuten stieg der erste Dickbarsch ein, zwar mit 38 cm kein 40er aber immerhin: ein Dickbarsch!!! Bullig, feist und hochr&uuml;ckig! Ein weiteres Problem des Alleinfischens offenbarte sich nun deutlich: das Fangfoto per Selbstausl&ouml;ser! <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"429\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738191_pharma7.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Also, das geht so: der Fisch ist abgehakt, jetzt Kamera auf der Tacklepyramide abstellen, durchgucken, Selbstausl&ouml;ser klarmachen u. jetzt geht&rsquo;s richtig los: in zehn Sekunden um den ganzen Kram rumklettern, Fisch greifen, hinsetzen, pr&auml;sentieren und l &auml; c h el n! War meistens die absolute Slapsticknummer aber ein paar Mal ist es mir dieses Wochenende bei den Barschen gelungen,&nbsp; bei den Hechten nie, die hatten zu wenig Lust auf Fotosession. Der einheimische Opi, der sich als einziger mit mir an dieser wirklich brandhei&szlig;en Stelle eingefunden hatte sch&uuml;ttelte mehr als nur einmal verst&auml;ndnislos seine Prinz-Albert-M&uuml;tze. <\/p>\n<p>Immerhin&nbsp; ging`s endlich nach Plan, die Barschkategorie, wegen der ich mich auf die 300 km Strecke gemacht hatte, war am Platz!&nbsp; Dickbarsche, die rabiat den K&ouml;der nahmen, ganz anders als unserer Binnenbarsche. Das Training der&nbsp; Fische in der Str&ouml;mung zeigte sich immer wieder, eine Beute, die nicht sofort erwischt wird ist im n&auml;chsten Moment wieder au&szlig;er Reichweite deshalb &uuml;berlegen die Barsche hier nicht lange. Unglaublich die Kampfkraft dieser Fische, die sich in der Str&ouml;mung vehement widersetzten. Die Rute war krumm,&nbsp; da wurde ernsthaft&nbsp; Schnur von der Rolle gezogen u. Widerstand geleistet.&nbsp; Am Abend sollte mir ungelogen das rechte Handgelenk wehtun! <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"747\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738192_pharma2.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Nachmittags, ich wollte gerade einen Barschmoppel &uuml;ber den Kescher f&uuml;hren, schob sich pl&ouml;tzlich ein Schemen immer n&auml;her an den renitent opponierenden Barsch heran: ein ca. 80er Hecht. Eigentlich schon halb &uuml;ber dem Kescher stehend, wartete er augenscheinlich auf den letzten Schl&uuml;sselreiz zur Attacke. Mit etwas mehr an Geistesgegenwart meinerseits h&auml;tte ich ihn wahrscheinlich keschern k&ouml;nnen aber ich war einfach zu perplex. Bei dem dann nur halbherzig ausgef&uuml;hrten Versuch war er nat&uuml;rlich sofort weg. Auch gut, schlie&szlig;lich ist man ja auch Angler und nicht Kescherer&hellip;.<\/p>\n<p>Mittlerweile herrschte Windstille, das Wasser war spiegelglatt, im Westen allerdings verd&uuml;sterte es sich zusehends.&nbsp; Da einige Bisse schon beim Absinken des K&ouml;ders gekommen waren vermutete ich die Gestreiften jetzt&nbsp; im Mittelwasser&nbsp; Der Wind hatte aufgefrischt, schwarze Wolken waren aufgezogen, das Opilein neben mir lichtete den Anker: &bdquo;Jetzt bei&szlig;t sowieso nix mehr&ldquo;, meinte er, zeigte nach oben auf den inzwischen schwarzen Himmel und fuhr nach Hause. Wird schon recht haben, der kennt sich als Einheimischer bestimmt aus, dachte ich, wollte es aber, des dunklen Himmels wegen, mit einem rotwei&szlig;en Twister noch ein bisschen versuchen, schlie&szlig;lich bin ich nicht jeden Tag in der Ecke. Stimmt, als&nbsp; Bei&szlig;en konnte man das, was dann vor sich ging wirklich nicht mehr bezeichnen, eher als wildes, gierigstes Verschlingen des K&ouml;ders kurz nach Aufprall am Gew&auml;ssergrund: Barsch auf Barsch! Eine halbe Stunde lang! Wahnsinn! <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"338\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738193_pharma5.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Der einsetzende starke Regenguss zwang mich unter den BW-Poncho und&nbsp; beendete die Orgie. Ganz gut eigentlich, meine Nerven brauchten Erholung!&nbsp; Ich musste mich jetzt jemand anvertrauen und suchte per Handy bei Angelkumpel Charles seelischen Beistand. Der sprach mir Mut zu und meinte, es sei eigentlich alles ganz in Ordnung.<\/p>\n<p>Als der Regen aufh&ouml;rte&nbsp; war&rsquo;s mit der Barscherei weitgehend vorbei. Aber ein 70er Hecht nahm den rotwei&szlig;en Twister und versetzte&nbsp; mich noch etwas in Aufregung wegen des Vorfachs. Ich drillte ihn extrem vorsichtig. Ob es nun an der Widerstandsf&auml;higkeit des Fluorocarbons lag oder an der hypnotisierenden Wirkung meines antiautorit&auml;r durchgef&uuml;hrten Drills kann ich nicht sagen aber es ging alles gut, puh! <\/p>\n<p>Es war 18Uhr geworden, ich war absolut barschsatt, hungrig auf ein St&uuml;ck Schwein mit Bratkartoffeln und die Kehle lechzte nach einer Tasse Bier, also h&ouml;rte ich auf, schlie&szlig;lich hatte ich noch einige Fische zu versorgen. Es m&uuml;ssen an diesem Tag wohl an die f&uuml;nfzig Barsche, davon knapp zwanzig Gro&szlig;barsche und ein Hecht gewesen sein. Genau kann ich das beim besten Willen nicht sagen, weil die Biester so glitschig sind und wenn sie einen dann noch mit ihren spitzigen Stacheln stechen flutschen sie einem durch die Finger ganz schnell wieder zur&uuml;ck ins Wasser. &hellip;<\/p>\n<p>N&auml;chster Tag: Wecker weckt um halb sechs, schneller Kaffee, schnelles Fr&uuml;hst&uuml;ck u. ab ans Wasser! Hecht soll es heute sein! <\/p>\n<p>Nicht weit von Barschhausen gibt es eine Bucht, die um diese Jahreszeit zuverl&auml;ssig Hechtbisse bringt, leider auch, und das noch zuverl&auml;ssiger, jede Menge Krautbisse.&nbsp; Beste Wassertiefe sind ziemlich genau 1,5m, die Esoxe hocken im Kraut und schie&szlig;en nach oben auf die K&ouml;der.&nbsp; Beste K&ouml;der&nbsp; sind gro&szlig;e Spinner, die schnell eingekurbelt werden: Balzer Colonel Nr.14 bzw. Mepps Gr. 5! <\/p>\n<p>Vor Ort angekommen, stellte ich schnell fest, dass ich seem&auml;nnisch doch ein echt krasser Versager bin. Beim Versuch, vorschriftsm&auml;&szlig;ig zu ankern, schlang sich die Ankerleine regelm&auml;&szlig;ig&nbsp; wie ein&nbsp; Webeleinenstek um die Ankerflunken, so dass der Anker nicht richtig fassen konnte. Notgedrungen musste ich den ganzen Tag &uuml;ber vom langsam driftenden Boot fischen. Daf&uuml;r aber wenigstens mit gesetztem Ankerball Das mit dem Ankern muss mir echt noch mal jemand zeigen!<\/p>\n<p>Leider war auch das Krautaufkommen extrem hoch, der Jerkbait sammelte durch seine Zick-Zack- Bahnen deshalb gleich doppelt Salatbeilage auf. <\/p>\n<p>Also: Spinner frei! Und nat&uuml;rlich nur mit Stahlvorfach! Kurze Zeit sp&auml;ter tobte vor dem Boot der erste Hecht, kein Riese zwar aber mit ca. 80cm auch nicht ganz verkehrt,&nbsp; Ein letzter Sprung&hellip;.. und weg war er, leider mit dem Spinner. Der Karabiner war aufgegangen! Schei&szlig;e, das darf einfach nicht passieren! Der Drilling des Colonel 14 ist nur br&uuml;niert und mit etwas Gl&uuml;ck und dem hohen Salzgehalt des Wassers sollte er ihn hoffentlich wieder loswerden.<\/p>\n<p>Also neues Vorfach ran und mit Mepps 5 weiterfischen. Drei weitere Hechte lie&szlig;en sich bet&ouml;ren: ca. 20(!), 50 u. 70cm.&nbsp; Auff&auml;llig wie d&uuml;nn die Hechte dieses Jahr waren. Weniger Beutefischaufkommen? Die Stelle wo ein Barsch sich als Nachl&auml;ufer zeigte wurde mit einer roten H-Boje markiert. Bisse erfolgten aber keine mehr. Dann wurde das Treibkraut so stark, dass man sich vorkam wie auf der Heuernte, und es echt keinen Spa&szlig; mehr machte. Weg&nbsp; von dem Gr&uuml;nzeug hie&szlig; darum die Devise,&nbsp; dahin nat&uuml;rlich wo ich am Tag zuvor so gut gefangen hatte. Als ich dann die Boje wieder einsammeln wollte stellte ich fest, dass sie verschwunden war, weg, ich fand sie einfach nicht mehr, auch nicht nach intensivem Suchen! Sch&hellip;teil! Wahrscheinlich ist es erforderlich, die Stelle noch einmal mit einer Markierungsboje extra zu markieren, um die Boje wieder zu finden. Kann doch wohl nicht wahr sein?!!!!? Gab es irgendwo eine versteckte Kamera? Egal, taugt offensichtlich nix das Teil, konnte also auch da bleiben wo sie war! Sollte sie der haben, der sie findet. Und will!<\/p>\n<p>Es war bereits Mittag als ich in Barschhausen eintraf. Unterbrochen wurden dann meine emsigen Vorbereitungen durch den Besuch der Wasserschutzpolizei, die alles sehen wollte: Angelkarte, Fischereischein, Rettungsweste, das neuerdings auch an sonnigen Sommertagen mitzuf&uuml;hrende Topplicht(!), die dauerhaft im Boot angebrachte Anschrift des Vermieters, der beidseits sichtbar angebrachte Bootsnamen. Gerade wollte ich mich zu der bestimmt als n&auml;chstes anstehenden Koloskopie freimachen als sie nach einer haben Stunde doch noch von mir ablie&szlig;en ohne irgendetwas gefunden zu haben, um nach neuen Misset&auml;tern Ausschau zu halten. Das passiert mir und anderen auch jedes Mal, wenn ich da oben bin. Tendenziell wird man an einem WE eher zwei Mal als gar nicht kontrolliert. <\/p>\n<p>Barschm&auml;&szlig;ig ging wieder&nbsp; alles seinen Gang: siehe Bericht von Tag1! Nach den Massenf&auml;ngen des Vortags w&auml;re ich mir unanst&auml;ndig&nbsp; vorgekommen,&nbsp; wieder einen Barsch nach dem anderen zu ziehen. Ging schlie&szlig;lich hier zu wie im Forellenpuff. Einerseits w&uuml;rde ich&nbsp; auch nie so viele Fische mitnehmen, wie ich dort fangen kann. Andererseits halte ich es auch f&uuml;r problematisch, mit einer gut funktionierenden Methode f&uuml;nfzig Fischen pro Tag einen Haken ins Maul zu jagen nur um sie zu drillen u. zu fotografieren.&nbsp; <\/p>\n<p>Ausprobieren neuer K&ouml;der, bei reichlich vorhandenem bei&szlig;willigem Fisch war also angesagt!&nbsp; Wenn dann in so einem Fall die F&auml;nge weniger zahlreich sind, ist das nicht weiter schlimm, vielleicht l&auml;sst sich noch was dazulernen. Als erstes sollte die 2er-Hegene gestestet werden, best&uuml;ckt mit zwei kleinen Fin S Shad, an den beiden Seitenarmen. Es war alles nat&uuml;rlich etwas derber gefertigt, es sollten auch keine Mar&auml;nen damit gefangen werden:&nbsp; 25lbs Fluorocarbon, 1er Haken und als Wuchtgescho&szlig; ein 30g Blei im unteren Karabiner. Herrlich wie geradezu viagrasteif die beiden&nbsp; kurzen (5cm) Seitenarme von der Hauptschnur abstanden. Erster Wurf: Barsch , zweiter Wurf: Doublette, allerdings kleinere (30er), dritter Wurf: Barsch usw. u.s.f. Ich fischte mit Bedacht am Rand des Pools, um die F&auml;ngigkeit zu testen, die Gr&ouml;&szlig;e war erstmal egal, ich hatte aber gemerkt, dass es dort fast jedes Mal Fischkontakt gab. Die Hegene funktionierte zwar fast besser als die bisherige Methode, da es aber weder darauf ankam, die K&uuml;hltruhe bis zum Rand zu f&uuml;llen, noch Rekorde zu brechen, wechselte ich wieder zum Einzeltwister. 40er Barsche will ich lieber einzeln drillen schon aus Respekt vor dem kapitalen Fisch.<\/p>\n<p>Zu allem &Uuml;berfluss begann nun auch noch&nbsp; Fischaktivit&auml;t an der Oberfl&auml;che, &uuml;ber der flachen Krautbank hinter mir. Da wurde geplatscht und gesprungen dass es eine Freude war. In der Fahrrinne vor mir tat sich bei 8m im Augenblick nicht mehr viel.&nbsp; <\/p>\n<p>Als besonderes Vorhaben hatte ich mir vorgenommen, mir bei passender Gelegenheit&nbsp; probeweise ein paar Barsche zu erjerken. Dazu hatte ich extra meine kleinen und daf&uuml;r sauteuren Illex-K&ouml;der eingepackt, ein paar Popper mitgenommen (wo hatte ich wohl davon gelesen, na? Hier bei BA nat&uuml;rlich!),&nbsp; aus 40lbs Flouorocarbon&nbsp; Jerkvorf&auml;cher gekn&uuml;pft und als Light-Jerke sollte die kurze 16-22G Vertikalrute dienen. So ein Ausprobieren endet bei mir leider meistens damit, dass ich den Kram mitschleppe, es 10-15 min. probiere, nix passiert und ich dann wieder mit 5er Mepps&nbsp; bzw. Twister fische, weil ich wei&szlig;, dass ich damit schon sehr viele&nbsp; Fische gefangen habe. Dass ich dann&nbsp; mit den alten K&ouml;dern auch nach einer Stunde ohne Biss weiterfischen kann, ist reine Kopfsache, ich wei&szlig; der alte K&ouml;der f&auml;ngt und deshalb habe ich einfach mehr Vertrauen in ihn. Neue K&ouml;der m&uuml;ssen es gleich zu Anfang bringen, sonst kommen mir sehr schnell Zweifel an ihrer F&auml;ngigkeit, und sie wandern f&uuml;r sehr lange Zeit in die Verbannung meiner Angelkiste.<\/p>\n<p>Als das Geplatsche um mich herum mir dann doch zu doll wurde, fand ich es an der Zeit, mal den neumodischen Kram zu Wasser zu lassen: Ein Popper mit Rasselkugeln sollte es sein: &bdquo;glucks&ldquo;, &bdquo;glucks, schepper&ldquo;, &bdquo;glucks&ldquo; machte er. Beim dritten und vierten Wurf sagte er immer noch &bdquo;glucks&ldquo;, &bdquo;glucks&ldquo;, &bdquo;glucks, schepper&ldquo; aber es tat sich nichts und ich wollte schon den Mepps&nbsp; zu Rate ziehen, als die erste Attacke kam, nat&uuml;rlich verpennt, die zweite zu fr&uuml;h (?) angeschlagen, bei der dritten hing einer, kein Riese und der schlanken Figur nach auch nicht aus dem tiefen Graben vor mir stammend aber dat funktionierte ja wirklich! Faszinierend!!! Es gab zwar noch einige Attacken, aber keiner blieb mehr h&auml;ngen. Ein weiterer Versuch wurde gestartet, mit dem Water Monitor von Illex, einem 8cm langen schlanken sinkenden Minijerk im perfekten Laubenlook. Soll laut Firma &bdquo;eine Waffe auf Hecht und Barsch&ldquo; sein.&nbsp; Na ja, schreiben kann man viel, jetzt sollte mal der Beweis her&hellip;Auswerfen, absinken lassen, bis zwei z&auml;hlen und dann gef&uuml;hlvoll heranzupfen, mehrere W&uuml;rfe: nix!<\/p>\n<p>Na bitte, mal wieder alles nur Werbung, und ich habe f&uuml;r so ein Spielzeug 16&euro; ausgegeben! Vielleicht wenn man tiefer absinken l&auml;sst? Gut, also auswerfen, bis f&uuml;nf z&auml;hlen, gef&uuml;hlvoll ranzupfen und: Biss! Ein dickes Barschmoppelchen lag vor mir und rasselte wie eine wild gewordene Kinderrassel mit dem K&ouml;der. Mein erster Jerkbarsch! Geil, oh Mann, wie&hellip; oh so geil!!! In der n&auml;chsten Viertelstunde fing ich mit der Methode&nbsp; noch sieben&nbsp; massive Barsche, der gr&ouml;&szlig;te&nbsp; 45cm, mehrere Nachl&auml;ufer waren zumindest stark interessiert. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"246\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738194_pharma4.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>&Uuml;berzeugend, absolut &uuml;berzeugende Performance! Als n&auml;chstes wurde noch der Illex Squirrel, ein Suspender, getestet und brachte ebenfalls einige Fische. Nat&uuml;rlich zaubert auch ein solche K&ouml;der nicht die Kapitalen an jeder Angelstelle herbei, wenn es dort keine gibt. F&uuml;r mich wird es eine aber auf jeden Fall eine Methode sein, die ich weiter verfolgen werde. Zu dieser Art des Lightjerkens ist wahrscheinlich eine Rute mit eher parabolischer Aktion besser geeignet als die Vertikalrute mit Spitzenaktion.<\/p>\n<p>Irgendwann&nbsp; war es schlagartig mit der Bei&szlig;erei vorbei, der Picknickausflug der Barsche ins Flache war wohl beendet oder ich hatte die gesamte&nbsp; Ausflugsgesellschaft verhaftet.<\/p>\n<p>Mit diesen vergn&uuml;glichen und erfolgreichen Spielereien war es 16 Uhr geworden, ich kehrte zur altbewehrten Twistermethode zur&uuml;ck und testete Farben. Alles fing seinen Fisch, allerdings&nbsp; war der nicht mehr erh&auml;ltliche perlmutt-karamel-farbene von Mann`s mit Abstand der f&auml;ngigste. Hell knows why!<\/p>\n<p>Ich hatte vor, die letzten zwei Stunden bei den Hechten vorbei zu schauen und hatte mit mir selbst ausgemacht, 10 letzte W&uuml;rfe in die Mitte von Barschhausen zu machen. Machen das eigentlich alle auch so? Zehn letzte W&uuml;rfe? Und auch mit einer Verl&auml;ngerung bei Fischkontakt? <\/p>\n<p>Beim f&uuml;nftletzten Wurf hatte ich wieder einen Biss, mit anschlie&szlig;ender heftiger Gegenwehr. Beim&nbsp; Herandrillen sah der hin und her schie&szlig;ende Fisch zun&auml;chst aus wie ein zappelnder wei&szlig;er Waschlappen. H&auml;, was war das? Ein runder Albinobarsch? Nein, es war die Bauchseite einer&hellip; Flunder, oh welch ein Wunder, ne olle Flunder! Zwar in der Schwanzwurzel gehakt aber im Boot und deshalb mein! &bdquo;Bienvenue leckere Freundin, willkommen an Bord, dich hab ich zum Fressen gern!&ldquo; frohlockte ich still vor mich hin. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"346\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11280738195_pharma6.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Der&nbsp; Versuch am Abend in der Hechtbucht ergab trotz deutlich weniger Schwimmkraut im Wasser nur noch zwei B&auml;rschlein und einen Hechtnachl&auml;ufer. Gefunden habe ich dann zum Schluss doch noch meine Markierungsboje, die seitdem bei mir allerdings einiges an Wertsch&auml;tzung verloren hat. <\/p>\n<p>Einmal muss immer Schluss sein, warum nicht jetzt? Ich fuhr die Strecke zur&uuml;ck zum Bootsanleger &uuml;ber Barschhausen, m&uuml;de, gl&uuml;cklich und sehr dankbar, denn ich war hier wieder sehr reich beschenkt worden. <\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>Und ich hatte f&uuml;r mich wieder einiges gelernt:<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;Jerken auf Barsch kann sehr f&auml;ngig sein, auch sehr steifes, dickes Fluorocarbon als Vorfach st&ouml;rt die Barsche kaum. Ist es wirklich unsichtbar? <\/p>\n<p>&bull;&nbsp;Auch wenn die Bisse &bdquo;immer&ldquo; am Grund kommen lohnt sich der Versuch im Mittelwasser und an der Oberfl&auml;che.<\/p>\n<p>&bull;&nbsp;Ein kleiner Fin S Shad&nbsp; ist in Kombination mit einer Hegene ein absoluter Geheimtipp.<br \/>&nbsp;<br \/>&bull;&nbsp;Meine Flunder war nicht nur nichts Besonderes sondern an der Stelle werden von den Einheimischen gezielt Platte in gro&szlig;en St&uuml;ckzahlen gefangen, wie mein Vermieter beil&auml;ufig erw&auml;hnte, als ich schon Boot und Unterkunft f&uuml;r n&auml;chstes Jahr klar machte. Das n&auml;chste Mal werde ich schon deshalb neben den Spinnangeln immer eine Plattfischangel auf Grund legen.&nbsp; <\/p>\n<p>Denn nat&uuml;rlich hei&szlig;t es auch n&auml;chstes Jahr wieder am ersten Wochenende im September: <strong>Inferno in Barschhausen! Oder in Flunderstetten? Oder vielleicht noch besser in Hechtingen?<\/strong> <\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Euer PharmaMan<\/strong> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr Anfang September zieht es mich mit aller Macht nach R&uuml;gen. Ende August\/ Anfang September sammeln sich an einer ganz bestimmten Stelle der ausgesp&uuml;lten Fahrrinne die Dickbarsche der Umgebung. Zwei, drei Wochen dauert das Treiben und ist dann schlagartig wieder vorbei. 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