{"id":1528,"date":"2006-07-06T07:08:58","date_gmt":"2006-07-06T07:08:58","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-20T17:15:07","modified_gmt":"2014-12-20T16:15:07","slug":"drop-shotting-auf-zander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/drop-shotting-auf-zander\/","title":{"rendered":"Drop-Shotting auf Zander"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" height=\"115\" alt=\"\" hspace=\"10\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625380_drop_shot_angeln.jpg\" width=\"145\" align=\"left\"\/>W&auml;hrend eines Spanien-Aufenthalts im letzten Herbst habe ich Jimmi Warren kennen gelernt. Der Amerikaner befischt den Lake Caspe seit nunmehr 20 Jahren und kennt ihn wie seine Westentasche. Fr&uuml;her hat er nur auf Schwarzbarsche geangelt. Da waren Tagesf&auml;nge um die 50 Fische keine Seltenheit. Seitdem nun aber die Zander, Welse und Angler die Schwarzbarschpopulation ziemlich dezimiert haben, angelt er lieber auf den &bdquo;Walleye&ldquo;, wie die Amis den Zander nennen. Auf sein liebstes Schwarzbarschsystem will er dabei aber nicht verzichten: das <strong>Dropshot-Rig<\/strong>.<\/p>\n<p>Das Dropshot-Rig ist eine recht einfache Montage die haupts&auml;chlich zum Vertikalangeln eingesetzt wird. Anstatt den Gummifisch klassisch am Jigkopf hinunter zu bef&ouml;rdern, fischt man hier mit einem speziellen Dropshot-Sinker und einem Gummik&ouml;der, der einige Zentimeter, maximal einen Meter dar&uuml;ber sitzt. <\/p>\n<p align=\"left\">Am klassischen Dropshot-Blei befindet sich statt der herk&ouml;mmlichen &Ouml;se eine spitz zulaufende Klemmvorrichtung, in die man die Schnur einfach einklickt. So kann man problemlos umjustieren und darauf reagieren, wie hoch die Fische &uuml;ber dem Grund stehen. Zus&auml;tzlicher Vorteil: Wenn man &uuml;ber h&auml;ngertr&auml;chtigem Grund fischt, verliert man das Blei ohne dass die Schnur rei&szlig;t, kann schnell ein neues Blei einklinken und so ohne Zeitverlust an der hei&szlig;en Stelle weiterfischen.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"301\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625381_dropshotrig.jpg\" width=\"131\"\/><\/p>\n<p>Der Haken wird mit einem Palomarknoten direkt an die Hauptschnur gebunden. Damit der K&ouml;der sch&ouml;n von der Hauptschnur absteht, f&auml;delt man das zum Blei f&uuml;hrende Schnurende noch einmal ins Haken&ouml;hr.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"348\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625382_Palomar_Knot.jpg\" width=\"250\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Dieses Montage z&auml;hlen die Amerikaner zu den so genannten &bdquo;Finesse-Rigs&ldquo;, die allesamt dazu da sind, tr&auml;ge bzw.&nbsp; bei&szlig;faule Raubfische mit feinem Geschirr und ausgekl&uuml;geltem System aus der Reserve zu locken. Der Clou beim Dropshot-Rig ist, dass man den Fischen den K&ouml;der sekundenlang vor die Nase halten kann und er dabei verf&uuml;hrerisch um ebenjene herumschw&auml;nzelt. So lange eben, bis sich auch der zugekn&ouml;pfteste Raubfisch auf seinen Bei&szlig;reflex besonnen hat und zuschnappt. In diesem Zusammenhang spielt auch die K&ouml;derwahl eine ganz entscheidende Rolle.<\/p>\n<p><strong>K&ouml;der &amp; Ger&auml;t<\/strong><\/p>\n<p>Der K&ouml;der soll ja im Wasser schweben. Und zwar parallel zum Grund, so dass er aussieht wie ein kleines verschrecktes Fischchen, dass &ndash; den R&auml;uber vor Augen &ndash; zitternd darauf hofft, &uuml;bersehen zu werden. Jimmi verwendet deshalb leicht auftreibende oder nur ganz langsam sinkende Gummik&ouml;der. Am liebsten die so genannten 4&rsquo;&rsquo; Cut Tail Worms von Gary YAMAMOTO Custom Baits, die so gesalzen sind, dass sie nur ganz langsam zum Grund schweben (je h&ouml;her die Salzdosis im K&ouml;der, desto schneller sinkt er). Alternativen kommen von Berkley (Extra Scent Power Finesse Worm) oder Illex (Darts oder Cross Tail Shad). Nat&uuml;rlich kann man auch mit Gummifischen oder Twistern angreifen. Am besten probiert man seine K&ouml;derpalette am Wasser einfach einmal durch und testet, welche K&ouml;der am sch&ouml;nsten spielen. Wichtig: der Haken muss zum K&ouml;der passen. Jimi verwendet f&uuml;r seine recht kleinen W&uuml;rmer Haken der Gr&ouml;&szlig;e 1 bis 4 mit einem gro&szlig;en Hakenbogen und relativ kurzem Schenkel. Auch hier gibt&rsquo;s Spezialhaken zum Beispiel von Illex oder Gamakatsu.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"338\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625383_dropshot_montage.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Wenn die Zander richtig zicken, schw&ouml;rt Jimi auf sehr feines Ger&auml;t. Seine kurzen, maximal 2,1 m langen Ruten haben eine semiparabolische Aktion. Dazu passen kleine Station&auml;rrollen. Diese bespult der Kollege ausschlie&szlig;lich mit Flurocarbon-Schn&uuml;ren (23er Vanish von Berkley), denen er drei extrem wichtige Eigenschaften f&uuml;r diese Angelei zuschreibt: Zum einen haben Fluorocarbonschn&uuml;re ann&auml;hernd die gleiche Lichtbrechung wie Wasser. Das macht sie nahezu unsichtbar und das ist ihm gerade beim Angeln auf faule Fische extrem wichtig. Zweitens meint Jimmi, dass sich das Fluorocarbonschn&uuml;re weniger dehnen. Er sp&uuml;rt dadurch die Bisse besser und kann schneller reagieren, wenn ein Fisch zupackt. Drittens neigt die Montage mit dem K&ouml;der als Seitenzweig dazu, sich beim Driften etwas zu verdrehen. Weil Fluorocarbon ein weniger stark ausgepr&auml;gtes Erinnerungsverm&ouml;gen hat, entkringeln sich die Montagen im Gegensatz zum Fischen mit Mono fast von allein.<\/p>\n<p>Im Normalfall kann man auch etwas grober ran. Wir haben in Spanien auch Leute gesehen, die mit strafferen Ruten, einer d&uuml;nnen Geflochtenen, einem etwas dickeren Fluorocarbon-Vorfach und gr&ouml;&szlig;eren Haken Fische gefangen haben. Der Vorteil der Geflochtenen ist der direktere Kontakt zum K&ouml;der durch die fehlende Dehnung. Die gr&ouml;&szlig;eren Haken bef&ouml;rdern auch dicke Fische sicher ans Tageslicht. Doch haben diese Angler auch festgestellt, dass es Tage gab, an denen Jimi mit seiner &bdquo;Finesse&ldquo;-Montage besser fing &ndash; Tage eben, an denen die Zander vorsichtiger waren&hellip;<\/p>\n<p><strong>Angeltechnik<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits erw&auml;hnt: Das Dropshot-Rig wird normalerweise direkt unter der Rutenspitze gefischt. F&uuml;r Uferangler sind zum Beispiel Spundw&auml;nde ideale Einsatzgebiete. Aber auch beim Eisangeln gibt es kaum eine bessere K&ouml;derpr&auml;sentation, da die Fische stoffwechselbedingt ziemlich ruhig im Wasser stehen und das Imitat aus Gummi durch die Art der Ank&ouml;derung in Verbindung mit seiner subtilen Form den nat&uuml;rlichen Vorbildern am n&auml;chsten kommt. <\/p>\n<p>Das Rig kann aber auch diagonal angeboten werden. Nach dem Auswurf l&auml;sst man das Blei am Boden liegen, strafft die Schnur und sch&uuml;ttelt mit der Rutenspitze etwas am K&ouml;der. Das wiederholt man ein paar Mal und zupft die Montage dann etwas zu sich hin, um das Spiel von neuem zu beginnen.<\/p>\n<p>Klassischerweise fischt man das Dropshot-Rig aber vom driftenden Boot aus. Jimmi benutzt dazu einen Elektromotor mit Fu&szlig;steuerung, mit dem er sein Gef&auml;hrt perfekt unter Kontrolle hat. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"600\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625384_drop_shot_driften.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"600\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625385_drop_shot_hardware.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p>Sobald das Boot &uuml;ber den Einst&auml;nden der Zander kreist, saust der K&ouml;der zum Grund hinunter. Wenn er diesen erreicht hat, nimmt man Spannung auf und zupft den K&ouml;der &uuml;ber den Boden. Um sicher zu gehen, dass man auch immer in der Zanderzone am Gew&auml;ssergrund angelt, muss man sp&uuml;ren, dass das Blei auf dem Boden aufkommt. Ist das einmal nicht mehr der Fall, muss sofort wieder etwas Schnur gegeben werden. Die Cracks haben deshalb die Bremse soweit offen, dass sie relativ komfortabel Schnur von der Station&auml;rrolle ziehen k&ouml;nnen. <\/p>\n<p><strong><br \/>Verz&ouml;gerter Anhieb!<\/strong><\/p>\n<p>W&auml;hrend wir vom Twistern her gewohnt sind, den Biss mit einem sofortigen Anschlag zu quittieren, k&ouml;nnen wir beim Dropshotten auf Nummer sicher gehen: Sobald man einen Anfasser sp&uuml;rt, wird die Rutenspitze abgesenkt. Dabei wird Schnur frei, die der Zander gern annimmt, um den K&ouml;der hemmungslos einzusaugen. Sobald sich die Schnur strafft, ist klar: Der Fisch hat den K&ouml;der inhaliert. Jimi quittiert den Biss nun nicht mit einem klassischen&nbsp; Anschlag, sondern setzt auf einen &bdquo;subtle hookset&ldquo;, also eine subtilere Methode, den Haken einzutreiben. Anstatt die Rute nach oben schnellen zu lassen, kurbelt er mit blitzschnellen Umdrehungen Schnur ein. Und im Normalfall sitzt der Fisch nun ganz sicher am Haken. <\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" height=\"338\" alt=\"\" src=\"\/1import\/impArtclImgs\/11521625386_drop_shot_zander.jpg\" width=\"450\"\/><\/p>\n<p><strong>Finesse-Tackle:<\/strong> 2,1 m lange leichte Spinnrute mit semiparabolischer Aktion, Station&auml;rrolle, 23er Berkley Vanish, Dropshot-Bleie und 1-4er Haken.&nbsp; <\/p>\n<p><strong>Bleie, Haken und Drop-Shot-K&ouml;der gibt&rsquo;s u.a. bei:<\/strong><\/p>\n<p>Angelsport-Engert, Burkhardstr. 30, 67549 Worms, Tel. 06241 59 30 36 <\/p>\n<p><strong>oder bei:<\/strong><\/p>\n<p>M&amp;R Angelger&auml;te, Neureuter-Hauptstr. 157, 76149 Karlsruhe, Tel. 0721 70 71 81<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend eines Spanien-Aufenthalts im letzten Herbst habe ich Jimmi Warren kennen gelernt. Der Amerikaner befischt den Lake Caspe seit nunmehr 20 Jahren und kennt ihn wie seine Westentasche. Fr&uuml;her hat er nur auf Schwarzbarsche geangelt. 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