{"id":14767,"date":"2017-01-09T10:14:05","date_gmt":"2017-01-09T09:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/?p=14767"},"modified":"2018-04-27T09:53:14","modified_gmt":"2018-04-27T07:53:14","slug":"wenn-fast-alles-basst-die-revanche-i-anlaufschwierigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wenn-fast-alles-basst-die-revanche-i-anlaufschwierigkeiten\/","title":{"rendered":"Wenn (fast) alles Basst \u2013 Die Revanche (I): Anlaufschwierigkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Worauf hat man sich zu Schulzeiten am meisten gefreut? Richtig \u2013 auf die Sommerferien. Daran hat sich auch im zarten Alter von 26 nicht viel ge\u00e4ndert, au\u00dfer dass sich die Zeitspanne der \u201eportionierten Freiheit\u201c verdoppelt hat \u2013 Studium sei Dank&#8230; Der Durst nach Angelabenteuern hat das einstige Verlangen nach hirnlosen Partyurlauben restlos verdr\u00e4ngt, sodass die 3 heiligen Sommermonate ganz im Zeichen des sch\u00f6nsten Hobbys der Welt stehen. Reiseziele und potentielle Traumfische gibt es reichlich, Geld leider nicht. Aus der angek\u00fcndigten Baitcastercombo wurde bis heute nichts, Gr\u00fc\u00dfe gehen raus an BaW\u00fc-Blitzer-Parasiten und die Rundfunkgeb\u00fchren-Mafia&#8230;<\/p>\n<p>Auf einen Urlaub zu verzichten, kam trotz des knappen Budgets nicht in Frage, schlie\u00dflich garantiert mir in Zukunft keiner finanzielle Sorglosigkeit und vor allem ausreichend Zeit. Gut durchdacht, l\u00e4sst sich auch mit wenigen Mitteln verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel erreichen. An dieser Stelle also ein kleiner Aufruf an All jene die auf den \u201erichtigen\u201c Zeitpunkt warten: Machen, nicht gr\u00fcbeln! Packt jede noch so kleine Gelegenheit beim Schopf, wenn es um eure Leidenschaft geht. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.<\/p>\n<p>Genug der Hobbyphilosophie, zur\u00fcck zum Wesentlichen: Wer meinen Fr\u00fchjahrsroman gelesen hat wei\u00df, dass es noch eine Rechnung mit den italienischen Gro\u00dfm\u00e4ulern zu begleichen gab. Um einen Fisch auf der Speicherkarte und viele Erfahrungen reicher, kehrte ich damals aus Italien zur\u00fcck. Seitdem verbrachte ich mehr als die H\u00e4lfte einer jeden Woche an meinen neuen Hausgew\u00e4ssern (mit langsam, aber stetig wachsendem Erfolg) und konsumierte h\u00e4ppchenweise digitale Hirnnahrung zum Thema \u201eBlackbass\u201c.<\/p>\n<p>Da die Channels der Amis\u00a0 nicht gerade rar ges\u00e4t sind, galt es N\u00fctzliches von (vorerst)\u00a0 \u00dcberfl\u00fcssigem zu trennen und in die Italien-Planung mit einflie\u00dfen zu lassen. Dabei war es wichtig, die eigenen Fehler von letztem Mal zu reflektieren und eine grobe Strategie zu entwickeln, um sie beim zweiten Versuch zu vermeiden. Zweifel und Unsicherheit sind des Anglers schlimmster Feind. Nichts bringt einen so sehr um den Fang, wie die eigene Psyche. Um diese Hirngespinste zu eliminieren, sollte man sich ein halbwegs solides Theoriewissen aneignen, dass einem schl\u00fcssig und \u201erund\u201c erscheint. Was davon in der Praxis zu 100 % \u201erichtig\u201c ist, l\u00e4sst sich nur schwer sagen, entscheidend ist die eigene \u00dcberzeugung. Glauben ist (ein wenig mehr als) die halbe Miete. Alles andere ergibt sich durch praktische Erfahrung.<\/p>\n<p><strong>Was lief also letzes Mal <a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/man-on-a-mission-die-bassion-ricki\/\" target=\"_blank\">(Man on a Mission: Die ASSion Ricki)<\/a> schief?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Unangefochtene Nr.1: Die Jahreszeit!<\/strong><br \/>\nSchwarzbarsche lieben W\u00e4rme, erst recht in unseren Breitengraden.<br \/>\nDen zweiten Trip auf Anfang August anzusetzen war somit schon mal der erste Schritt zum Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Nr.2: \u201eBlind Date\u201c<\/strong><br \/>\nSich das erste Mal an v\u00f6llig unbekannte Gew\u00e4sser zu wagen ist nie einfach, erst recht nicht wenn die zu beangelnde Fischart ebenfalls Neuland ist. Nachdem wir uns letztes Mal die Strukturen der beiden Seen (Alserio und \u201eKrater\u201c, siehe erster Bassbericht) eingepr\u00e4gt hatten, galt es auf alle dort m\u00f6glichen Situationen vorbereitet zu sein. Kombinationsm\u00f6glichkeiten gab es viele:<\/p>\n<p>aktive Bass \u2013 in Ufern\u00e4he; passive Bass \u2013 in Ufern\u00e4he; aktive Bass \u2013 im Freiwasser; passive Bass \u2013 im Freiwasser; aktive Bass \u2013 im Cover (wobei es auch da zu differenzieren gilt&#8230;); passive Bass \u2013 im Cover. Usw. usw. usw&#8230;.<\/p>\n<p>Bei einer Angelzeit von weniger als einer Woche, sollte man allerdings schauen, dass man diese \u201eVerhaltenscodes\u201c relativ schnell knackt, da sonst ein bitterb\u00f6ser Blank droht.<br \/>\nUnd so wurden die Stichw\u00f6rter \u201eCatching Bass in Summer\u201c nicht nur einmal durch die Youtube-Suchleiste gejagt.<\/p>\n<p><strong>Nr. 3: Korrekte K\u00f6der!<\/strong><br \/>\nDie f\u00fcr n\u00f6tig erachteten Tacklebestellungen, richteten sich dabei nach einer gesunden Mischung aus Intuition, bisherigen Erfahrungen mit heimischen Fischen und \u201eDer Typ im Video hat damit gefangen\u201c. Ob Schwarzbarsche dazu tendieren, sich zur jeweiligen Jahreszeit auf eine bestimme Beutegr\u00f6\u00dfe zu versteifen oder bedingungslose Oppurtunisten sind, l\u00e4sst sich in meinen Augen nicht so leicht beantworten. Ich denke, das h\u00e4ngt in erster Linie vom Gew\u00e4sser und dem darin vorkommenden Nahrungsangebot ab. Des Weiteren entscheidet der von den Tieren bevorzugte Standplatz \u00fcber deren kulinarische Vorlieben. Dass der Einsatz eines Topwater-Frosches im Seerosenfeld mehr Sinn macht als inmitten eines Freiwasser-K\u00f6fi-Schwarms, ist selbstredend.\u00a0 Prinzipiell verschlingt ein Schwarzbarsch alles was ihm vor die Luke kommt, die Frage ist nur: Wie w\u00e4hlerisch sind die (relativ stark befischten) Barsche der norditalienischen Voralpenseen?<\/p>\n<p>Unsere gr\u00f6\u00dften Hoffnungen setzten wir in Krebsimitate und 3-5 inch Gummis am Texas Rig. Das \u00dcberangebot an Krustentieren, war uns vom M\u00e4rz in Erinnerung geblieben und der einzige Fisch, der sich damals zum Landgang \u00fcberreden lie\u00df, war auf einen Krebs am Skirtedjig rein gefallen. 4 verschiedene Crawfishsorten, von denen Ruben und ich jeweils die H\u00e4lfte untereinander tauschten, sollten diese Sparte ausreichend abdecken.\u00a0 Dunkle und nat\u00fcrliche Farbt\u00f6ne, schienen im Hinblick auf die Wasserklarheit sinnvoll und werden auch von den Amis in den meisten F\u00e4llen bevorzugt. Leichte Blau- oder Rotnuancen in Form von Glitzerpartikeln sind dabei nicht verkehrt.<\/p>\n<p>Bei den Gummifischen entschloss ich mich dazu, keine gro\u00dfartigen Experimente zu machen und erweiterte mein bescheidenes Arsenal an Easy-Shinern, Swing-Impacts und Co. um ein paar P\u00e4ckchen. Dabei stie\u00df ich im Zuge meines Kaufrausches auf eine mir bis dato unbekannte Spezies des Camo-Komsos, ebenfalls aus dem Hause Keitech: den Mad WAG. Optik, Bauchgef\u00fchl und Kurzbeschreibung versprachen DEN perfekten Bassbait. Mit 7 Inch interessant genug f\u00fcr die Big Mamas, ohne dabei halbstarke Gierschlunde auszuschlie\u00dfen. Universelle Einsatz- und Montagem\u00f6glichkeiten, sowie zuverl\u00e4ssiges Arbeiten bei langsamster F\u00fchrung, machten ihn zu meinem Geheimfavoriten. Welchen Shads man letztendlich vertraut ist Geschmackssache, ich denke, so gut wie alle Modelle renommierter Hersteller bringen den gew\u00fcnschte Erfolg, wenn man ihnen eine Chance gibt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14768\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1.jpg\" alt=\"Bild-1\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/> <img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14769\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2.jpg\" alt=\"Bild-2\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/> <img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14770\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1.jpg\" alt=\"Bild-3.1\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.1-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/> <img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14771\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.jpg\" alt=\"Bild-3\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/p>\n<p>Da Sommer bekanntlich Topwaterzeit ist und Schwarzbarsche den Ruf genie\u00dfen proteinhaltige Leckerbissen in Form von Amphibien, Reptilien und Insekten von der Oberfl\u00e4che zu fegen, durften entsprechende Imitate nat\u00fcrlich nicht fehlen. Der Daiwa D-Frog in 2 verschiedenen Farben, ein Pack Noisey Flapper, sowie der Water Mocasin von Illex in der Farbe \u201eAggressive-Bass\u201c sollten in den oberen Wasserschichten die Stellung halten. Als die Fr\u00f6sche vor mir lagen, war das Kopfkino von explodierenden Wassermassen und Handballgro\u00dfen Bassm\u00e4ulern, in deren Tiefen besagte Baits auf Nimmerwiedersehen verschwinden, kaum zu bremsen. Aber alles zu seiner Zeit&#8230;<\/p>\n<p>Was meine Jokertaktik angeht, gefiel mir die Vorstellung eines Gummiwurms an der wohl denkbar einfachsten Montage der Welt: Dem Wacky-Rig. Eigentlich fast schon eine Frechheit, der elementarsten Bek\u00f6derungsmethode einen Extra Namen zu geben und sie auch noch in die Finesseschublade zu stecken. In Kombo mit Nailweights oder einem entsprechenden Tungstenjig vlt. noch vertretbar, bei einem Haken an freier Leine \u2013 wie in meinem Fall \u2013\u00a0 durchaus ein Grund zum Schmunzeln. Wacky hin, Wacky her: Ein 1er Haken mit relativ weitem Bogen, wird so durch den Wurm gestochen, dass die Absinkaktion m\u00f6glichst verf\u00fchrerisch wirkt (Das sollte nach Modell und eigenen Vorlieben individuell entschieden werden). Zus\u00e4tzlich fixiere ich den Bait mit zwei x-f\u00f6rmig angeordneten Gummiringen um bestm\u00f6gliche Haltbarkeit zu garantieren.\u00a0 So steht der Haken im Lot zum K\u00f6der und greift mit 100%iger Sicherheit im Fischmaul, anders als beim Anbringen l\u00e4ngst zur K\u00f6derachse. Um gleich eins vorweg zu nehmen: Ich habe so jeden einzelnen Biss verwertet (Kurzes Warten vorausgesetzt).<br \/>\nIch belie\u00df es bei 2 verschiedenen Modellen: 1. Reins Swamp \u2013 g\u00fcnstig und vom Look her das, was einem stinknormalen Regenwurm sehr nahe kommt.<br \/>\n2. Die sagenumwobenenen Senkos von Gary Yamamoto, dem Godfather of Bassfishing.<\/p>\n<p>Ein paar vertrauensw\u00fcrdige Vertreter der Harbaitfraktion durften f\u00fcr den Fall von Suchaktionen und Freiwasser-Feeding-Frenzies nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. (An dieser Stelle nochmals Danke an Johannes kleine Spende).<\/p>\n<p>Ein Chatterbait und zwei Spinnerbaits (Gr\u00fc\u00dfe an Pikehead &lt;3) sorgten f\u00fcr die obligatorische Prise \u201eUSA\u201c in meiner Tacklebox und fungierten als Sondereinsatzkommando im Falle eines Nachtangriffs oder unerwarteter Gew\u00e4ssertr\u00fcbung.<\/p>\n<p>Rubens K\u00f6dersammlung gestaltete sich etwas sparsamer, jedoch bis auf paar Unterschiede \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Bullets, hatten wir sowohl Tungsten als auch Blei im Gep\u00e4ck. Sich eine seri\u00f6se Tungstenauswahl anzuschaffen, war nicht mehr in unserem Budget und so beschlossen wir, die vermutlich \u201ewichtigsten\u201c Gewichte aus Wolfrahm parat zu haben. 1,8 g. (f\u00fcr langsames Fischen mit kleinen K\u00f6dern), 3-5 g. (F\u00fcr Krebse und Gr\u00f6\u00dfere bzw. zackig gef\u00fchrte K\u00f6der ) und 10 g. (F\u00fcr tiefe, grundnahe Pr\u00e4sentation)<\/p>\n<p>Des Weiteren besorgte ich uns flexible Jigheads aka Cheburaschka-K\u00f6pfe in 5 und 10 g, die wir \u2013 je nach erforderlicher Situation und K\u00f6dergr\u00f6\u00dfe \u2013 mit entsprechenden Offsethaken versehen konnten, ohne dabei st\u00e4ndig die Gummis zu besch\u00e4digen oder s\u00fcndhaft teure Offset-Jigheads kaufen zu m\u00fcssen. Urspr\u00fcnglich wollten wir daraus Skirted Jigs basteln, was sich aber als \u00e4u\u00dferst undankbare Aufgabe erwies. Ohne \u201eZwischengelenk\u201c in Form eines Wirbels, No Knots,\u00a0 o.\u00c4. war das auf Grund der fehlenden Klebefl\u00e4che f\u00fcr die Silikonf\u00e4den nicht m\u00f6glich. Zeit f\u00fcr Alternativen blieb keine. Und so wurde dieses Vorhaben nach ein paar notd\u00fcrftig zusammengefummelten Prototypen auf Eis gelegt.\u00a0 Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich was handwerkliches Geschick angeht, 2 linke H\u00e4nde besitze (Ruben ist da ein wenig versierter) und ein paar von euch das sicher besser hinbekommen h\u00e4tten. F\u00fcr n\u00e4chstes Mal wei\u00df ich: Entweder die Bittere Pille des Preises pro \u201eGummizottel\u201c schlucken oder rechtzeitig um geeignetes Material k\u00fcmmern. Die Cripple-Jigs jedenfalls, weckten kein gro\u00dfes Vertrauen in mir und so r\u00fcckte der K\u00f6der, von dem ich mir Anfangs am meisten versprochen hatte von Platz 1 auf den untersten Rang meines Schlachtplans.<\/p>\n<p>Eine Spule 30er und 40er Fluo, sowie 3 verschiedene Snap-Gr\u00f6\u00dfen rundeten das Kleinkramarsenal ab.<\/p>\n<p>Da jetzt ohnehin schon mehr Fachchinesisch als mir lieb ist, den Weg aufs \u201ePapier\u201c gefunden hat, fasse ich mich was das Setup angeht kurz:<br \/>\n3 Ruten \u2013\u00a0 WFT Penzill ( 2,10m ; 4-17g) f\u00fcrs Spinnfischen,<br \/>\nJackson STL Pro Trout Lite (2,05 m ; 2-17g) f\u00fcrs Krebsln<br \/>\nund ein \u201eSchrott-Stock\u201c, der seine lausigen 35 Euro aber durchaus wert ist: S\u00e4nger Iron Claw Fast Bass (1,95m 3-15g) zum Anbieten des Wacky-Wurms.<\/p>\n<p>Prinzipiell kann man sagen, dass 0,08er \u2013 0,12er Braids v\u00f6llig ausreichen (w\u00fcrden), WENN&#8230; der Schwarzbarsch nicht so ein Coverjunkie w\u00e4re&#8230;<\/p>\n<p>Je nach Hindernisart und -Dichte, w\u00fcrde ich \u2013 \u00fcber den Daumen gepeilt \u2013 hochwertiges 0,15 \u2013 0,25er Geflecht an straffer Rute (50, 60 g WG) empfehlen, mit ner ordentlichen \u201eFluo-Wurst\u201c als Schock-Leader. Filigran ist anders, aber wenn man sich die Behausungen der Gro\u00dfm\u00e4uler mal anschaut, beantwortet sich die Frage nach dem Warum von selbst. Des Weiteren, kann man den Fisch durch schnelles Heranpumpen besser von seiner Luftakrobatik abhalten, die einen nicht selten mit Verlusten bestraft.<\/p>\n<p>Im Zuge meiner perfekten Vorbereitung, hatte ich nat\u00fcrlich keinen passenden Stecken f\u00fcr diese Situation (Erneut Gr\u00fc\u00dfe an GEZ und Co.), lediglich ein paar Statiorollen vom Hechtfischen, gef\u00fcllt mit dicker Braid, lagen f\u00fcr den Notfall bereit. Wenn m\u00f6glich, wollte ich es aber vermeiden die Harmonie meiner vergleichsweise feinen Ruten durch das Anschrauben der \u201eKl\u00f6tze\u201c zu st\u00f6ren, schlie\u00dflich sollte das Angeln auch mit kleinen, leichten K\u00f6dern noch Spa\u00df machen. Und da das Wasser in beiden Seen sowieso glasklar ist, war die feinere Methode zu bevorzugen.<\/p>\n<p><strong>Startschwierigkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Da unser genaues Reisedatum, auf Grund organisatorischer Komplikationen (Gr\u00fc\u00dfe an meine FH) bis einige Wochen vor Abfahrt noch in den Sternen stand, sorgte die Antwort auf die Buchungsanfrage f\u00fcr ein Bungalow bei Riccardo (selber Camping-Platz wie im M\u00e4rz) f\u00fcr zittrige Knie. Leider seien alle Ferienh\u00e4user restlos belegt, lediglich einen Stellplatz k\u00f6nne er uns anbieten. Da mein Karpfenequipment im Keller meiner Mutter in Augsburg flei\u00dfig Spinnweben sammelt und Ruben outdoortechnisch eher mager ausgestattet ist, waren ein paar Quadratmeter Wiese keine wirkliche Option, schon gar nicht im August. Egal ob Sonnenschein oder Regen \u2013 wetterbedingtes Leiden w\u00e4re in jedem Fall vorprogrammiert. Sauna, Mosquito-Massaker oder \u201eRegenspermien\u201c beim herabkullern beobachten, w\u00e4hrend rote Ameisen es sich unter der Isomatte gem\u00fctlich machen. Das alles kann ich auch hier beim Karpfenfischen haben, extra nach Italien brauche ich daf\u00fcr nicht zu reisen. Und so durchst\u00f6berte ich Google Maps &amp; Booking.com nach einer geeigneten Bleibe.<\/p>\n<p>Um euch diese Hotel-Odysee zu ersparen: Die in Frage kommenden, umliegenden Orte, schmei\u00dfen nicht gerade mit tauglichen Unterk\u00fcnften um sich&#8230; Campingpl\u00e4tze gibt\u2019s bis auf den von Riccardo keinen, Herbergen und g\u00fcnstige Rbnb H\u00fctten sind wie Lachse im Rhein. Hotels sind entweder s\u00fcndhaft teuer oder schnell ausgebucht. Ergo: K\u00fcmmert euch so fr\u00fch wie m\u00f6glich um ein Bungalow bei Riccardo, zumindest innerhalb der Hauptreisezeit.<\/p>\n<p>Doch wie das Schicksal es so wollte, spuckte Booking.com ein letztes verf\u00fcgbares Zimmer einer B&amp;B Pension im \u00d6rtchen Albavilla aus. F\u00fcr 200 Euro pro Nase, sollten wir eine annehmbare Bude mit Garten und Seeblick 5 N\u00e4chte lang unser Eigenen nennen d\u00fcrfen. An dieser Stelle w\u00fcrde ich das Intro gerne beenden und ENDLICH zum Hauptteil \u00fcbergehen, aber die Absurdit\u00e4t unseres Check-In Prozesses ist ein paar Zeilen wert, wenn nicht zur Unterhaltung, dann wenigstens zu eurem Wohl&#8230;<\/p>\n<p><strong>Das Geisterhaus<\/strong><\/p>\n<p>Da unsere Ankunft leider auf den Sonntagmorgen fiel, sollte sich der Erwerb der Angellizenzen auf\u00a0 Montag verschieben. Nichtsdestotrotz probierte ich mein Gl\u00fcck und schrieb dem Hotelanbieter eine Mail, in der ich nach einer M\u00f6glichkeit fragte, die Erlaubnisscheine im Vorfeld f\u00fcr uns zu organisieren. Eine Antwort bekam ich nicht. Als ich eine weitere Mail verschickte, in der es um die Kosten f\u00fcr die Nutzung der K\u00fcche ging, kam die Antwort schneller als ein Rapfenbiss im Hochsommer. L\u00e4ppische 15 Euro pro Tag w\u00fcrden sie f\u00fcr den Gebrauch ihrer neuen Herdplatten verlangen&#8230;Alles klar. Als ich dankend ablehnte und unsere Koch-Enthaltsamkeit versicherte, kam ein liebevolles \u201eOK\u201c zur\u00fcck. Immerhin\u2026<\/p>\n<p>Laut Booking.com w\u00e4re der offizielle Check-In um 10:30, bei Bedarf auch fr\u00fcher. Tip-Top dachte ich mir und gab 9 Uhr als gesch\u00e4tzte Ankunftszeit an. Checkout-Zeit war 20 Uhr \u2013 Ebenfalls geil: so konnten wir den letzten Tag noch entspannt zur H\u00e4lfte auf dem Wasser verbringen und dann in Ruhe zusammenpacken.<\/p>\n<p>Nach einer halbwegs angenehmen und staufreien Nachtfahrt (diesmal ohne bittere Tackle-Vergessen-Erkenntnisse) kamen wir bei leichtem Regen und milden Temperaturen um kurz vor 9<br \/>\nans Ziel. H\u00fcbscher Ort, dieses Albavilla, enge G\u00e4sschen, alte Steinmauern und H\u00e4user die auf ein sorgloses Leben schlie\u00dfen lassen. Hier l\u00e4sst sich\u2018s entspannen&#8230;Vorausgesetzt man kommt ins Haus!<\/p>\n<p>Durchn\u00e4sst und \u00fcbern\u00e4chtigt, standen wir vor einem verschlossenen Tor \u2013 von Menschen weit und breit keine Spur. Das einzige was stimmte, war die Hausnummer. Also paar Mal bimmeln&#8230;Keine Antwort. Ok. Telefonnummer raussuchen, anrufen, Tuut&#8230;tuuut&#8230;..tuuut. Na gut, dann auf ein Neues um halb 11, vielleicht ist das mit der fr\u00fcheren Ankunft irgendwie untergegangen. Voller Vorfreude auf die kommende Woche, beschlossen wir einen Abstecher an den Alserio zu machen und bei einem gem\u00fctlichen Morgenbier das Wasser unter die Lupe zu nehmen. Wir hatten das Gef\u00fchl diesen Ort gar nicht verlassen zu haben, die bittere Niederlage vom M\u00e4rz f\u00fchlte sich erschreckend frisch an.<\/p>\n<p>Doch von negativen Gedanken, blieb nach dem ersten Blick aufs Wasser nicht viel \u00fcbrig: Dutzende Baby-Blackies tummelten sich in der knietiefen Br\u00fche, einige \u201ebessere\u201c Exemplare standen seelenruhig zwischen den Halmen. Ein lauter Schmatzer aus den Tiefen des Schilfs lie\u00df uns ordentlich zusammenzucken, ein paar Sekunden sp\u00e4ter glitt ein Schwarzbarsch von ca. 35 cm aus dem Dickicht und renkte gem\u00fctlich seinen Kiefer wieder ein. \u201eSchien wohl ein ordentlicher Happen gewesen zu sein&#8230;\u201c. Am Rande der 20-50 m breiten Seerosenfelder klatschte es im Minutentakt, nichts Kleines, soviel stand fest. Egal wohin man sah, deformierten Ringe und Flossenspitzen die ansonsten Spiegelglatte Wasseroberfl\u00e4che. Wir waren tot, der See lebte. Den Sonntag durchzustehen, ohne in Versuchung zu kommen, heimlich eine Rute mit aufs Belly zu schmuggeln, d\u00fcrfte vom Empfinden her einer 10 j\u00e4hrigen Isolationshaft gleichen.<\/p>\n<p>Voller Euphorie fuhren wir zur\u00fcck zur Villa, um den unangenehmen Teil endlich hinter uns zu bringen, doch bis auf den abklingenden Regen hatte sich nicht viel ge\u00e4ndert&#8230; Nach wie vor schien es keiner f\u00fcr n\u00f6tig zu halten, auf die Klingel zu reagieren, also wieder ab ans Telefon&#8230; Und tats\u00e4chlich, es meldete sich jemand zu Wort. Nur leider verstand ich keins davon. Wie so oft in Italien, war Englisch das Messer bei einer Schie\u00dferei und nachdem ich dem redefreudigen Herren am anderen Ende der Leitung versucht hatte, mein Anliegen n\u00e4her zu bringen (dass wir angekommen waren, hatte ich sogar noch auf italienisch hinbekommen), konterte er mit endlos langen S\u00e4tzen in seiner Muttersprache, woraufhin wir das Gespr\u00e4ch (so glaube ich) einvernehmlich beendeten. Gegen Ende meinte ich das W\u00f6rtchen \u201eminuti\u201c rausgeh\u00f6rt zu haben, was in unserem Zusammenhang eigentlich nur Gutes Bedeuten konnte. Zum Beispiel eine gute weitere Stunde Wartezeit.<\/p>\n<p>Dann endlich die Erl\u00f6sung: Ein aufgedrehter, solariumgebr\u00e4unter Typ mit dem Look eines Kleinstadtzuh\u00e4lters sprang aus dem Pickup und streckte mir sein Smartphone ins Gesicht. Wie sich herausstellte, war die \u00dcbersetzerapp unsere einzige, halbwegs vern\u00fcnftige Kommunikationsm\u00f6glichkeit und so begann eine ziemlich absurde Diskussion, deren Inhalt sich durch mangelhafte Dolmetscherskills seitens der Roboterdame langsam aber sicher zu einem verbalen Haufen Schei\u00dfe entwickelte. Doch die f\u00fcr uns wichtigen \u201eMaisk\u00f6rner\u201c lie\u00dfen sich aus besagtem Schei\u00dfhaufen herauspicken. Nur leider waren sie nicht besonders lecker: Bis 13 Uhr sollten wir uns noch gedulden, das Zimmer sei noch nicht fertig. Netterweise bot Pimp Daddy uns an, die Zeit in seinem Restaurant zu verbringen, das nur wenige Fahrminuten entfernt lag. OK dachten wir, bisschen W\u00e4rme und St\u00e4rkung in Form von Nahrung sind\u00a0 nach einer durchzechten Nacht und klatschnassen T-Shirts nicht verkehrt, also ab ins Restaurant.<\/p>\n<p>Oder besser gesagt davor. Pimp Daddy zeigte mit dem Finger auf seinen Laden, brabbelte im Rekordtempo irgendwas auf Italienisch (was vermutlich so viel hei\u00dfen sollte wie \u201eIch bin gleich wieder da.\u201c)\u00a0 und verzog sich schneller als ein 25cm Gummi nach dem Auswurf bei Windst\u00e4rke 10. Da standen wir nun. Nasse Klamotten, Schlafentzug und ein Schild mit \u00d6ffnungszeiten, die besagen, dass der Laden erst um 12 \u00f6ffnet. Also erneut warten.<\/p>\n<p>Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit betrat ein Mitarbeiter den Laden und verschloss die T\u00fcr hinter sich. Lichjahre sp\u00e4ter erschien endlich Pimp Daddy und bat uns hinein. Anstrengender als das Warten, gestaltete sich die Beherrschung des durch den Schlafentzug ohnehin strapazierten Lachzentrums im Lokal, wo uns ein goldener Thron mit gesch\u00e4tzter 2 Meter R\u00fcckenlehne als erstes ins Auge stach. Der Empfangsbereich des Restaurants glich mehr einer \u201eEdel\u201csteinh\u00f6hle als einer Bar, von mit rosa Strasssteinen besetzten Computerm\u00e4usen bis hin zu verschn\u00f6rkelten Dolchen und undefinierbaren Gebilden im Ed-Hardy-Style, war alles zugegen. Doch die Reiz\u00fcberflutung hatte auch was Positives: Eine weitere halbe Stunde, in der King Sugar (So nennt er sich selbst; kein Schei\u00df; Name tauchte jeden gef\u00fchlten Quadratmeter in der Inneneinrichtung auf) wei\u00df Gott was machte, verflog wie im Nu. Netterweise wurde uns ein Espresso angeboten, was wir als kleines Zeichen der Wiedergutmachung deuteten. Das Personal machte einen netten Eindruck und der Ofen sah ebenfalls vielversprechend aus, so dass wir beschlossen unseren Hunger mit einer hausgemachten Pizza zu stillen. Und wie \u00fcberall in Italien abseits des Massentourismus, schmeckte sie auch dieses Mal, wie von Gotteshand gebacken. Mehr geht f\u00fcr 5 Euro wirklich nicht.<\/p>\n<p>Das Tief nach der Mahlzeit, lie\u00df (im Gegensatz zu King Sugar) nicht lange auf sich warten und alles was wir jetzt noch wollten, war Auto ausladen und Bude beziehen. Nicht so voreilig. Nachdem wir die Rechnung beglichen hatten (den Espresso haben sie uns eiskalt berechnet), ging es endlich an die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe. Die 400 Euro f\u00fcr die Unterkunft wollte ihre Majest\u00e4t sofort, eine Rechnung bek\u00e4men wir \u201esp\u00e4ter im Haus\u201c. Zusammen mit der Information, dass wir am letzten Tag nicht wie erwartet um 20 Uhr sondern um 10 Uhr morgens (!) die R\u00e4umlichkeit verlassen m\u00fcssten, sorgte diese Ereigniskette langsam aber sicher f\u00fcr ein wachsendes Wutgef\u00fchl in der Magengegend. Ich bin kein gro\u00dfer Freund von kleinlichem Deutschtouristentum, wo ein Haar in der Suppe f\u00fcr rauchende Ohren sorgt, aber das war definitiv der Moment f\u00fcr einen erhobenen Zeigefinger. Wenn ich denn Italienisch k\u00f6nnte und den Nerv h\u00e4tte, im komat\u00f6sen Zustand zu debattieren&#8230;So entschied ich mich vorerst, brav aber skeptisch zu nicken und den weiteren Verlauf abzuwarten.<\/p>\n<p>Endlich auf dem Grundst\u00fcck angekommen, stellte King Sugar uns im Blitzdurchlauf die Bleibe vor: Riesiger Garten (tats\u00e4chlich mit M\u00f6glichkeit einen Blick auf den See zu erhaschen), gro\u00dfes Wohnzimmer, Bad mit dem N\u00f6tigsten und ein Schlafzimmer mit 3 gar nicht mal so unbequemen Betten.\u00a0 Ziemlich geil!<\/p>\n<p>Aber leider nur bis zum Moment, als es in die K\u00fcche ging. \u201eBed&amp;BREAKFAST\u201c wurde so ganz schnell zu einer Halbwahrheit&#8230; Der Inhalt des K\u00fchlschranks bestand aus 2 Restschl\u00fccken Milch und einer (man mag es kaum glauben) noch geschlossenen Mineralwasserflasche. Das Marmeladenglas war Eigentum des K\u00f6nigs, wie er per Zeigefinger unmissverst\u00e4ndlich zum Ausdruck brachte. Vom versprochenen Toaster fehlte jede Spur, was unseren kompletten Essensplan \u00fcber den Haufen warf, da wir die Herdplatten ja nicht (ohne 15 Euro am Tag zu entwenden) einfach so benutzen durften. Gl\u00fccklicherweise hatte Ruben von seinen Eltern einen portablen E-Herd ausgeliehen bekommen, der uns letzten Endes davor bewahrte, rohen Toast zu futtern und einem Darmverschluss entgegen wirkte.<\/p>\n<p>Und die Rechnung? Des K\u00f6nigs neuer Plan:\u201cMeine Mutter kommt sp\u00e4ter Nachhause, dann bekommt ihr sie\u201c&#8230; Leck mich doch. Meine Alarmglocken schrillten auf Hochtouren. Bis jetzt hat der Typ uns in jeder erdenklichen Hinsicht entt\u00e4uscht (Ok die Pizza war gut) und 400 Takken von uns kassiert. Irgendwie machte sich das Gef\u00fchl in mir breit, in eine bitterb\u00f6se Falle ohne Ausweg getappt zu sein. Die schlafmangelbedingte Paranoia machte es nicht besser. Ruben schien auch skeptisch, versuchte mich aber in meinen Hirngespinsten zu bremsen. Also gut, erstmal ausr\u00e4umen und abwarten, vielleicht wendet sich ja alles zum Guten&#8230;<\/p>\n<p>Die verstaubten Porzellanpuppen und Fotoalben aus dem zweiten Weltkrieg, waren nicht besonders vertrauenserweckend, ebensowenig die in Schubladen aufbewahrten Ausweiskopien ausnahmslos deutscher P\u00e4\u00e4rchen. Das laut Booking.com \u201eletzte\u201c verf\u00fcgbare Zimmer, entpuppte sich schnell als die einzige f\u00fcr Besucher in Frage kommende R\u00e4umlichkeit. Ein Blick durch die Fensterschlitze in den Rest des Hauses, sorgte ebenfalls f\u00fcr Stirnrunzeln. Puppen und verstaubte Figuren wohin das Auge reicht, alte, vergilbte Kulturbeutel mit vergammeltem Inhalt auf dem Fenstersims&#8230; Inspiration f\u00fcr einen Horror-Splatter gab\u2018s dort also reichlich. Umso besser schlief es sich in der ersten Nacht mit meinem Berkley Filitiermesser neben dem Bett.<\/p>\n<p>Und bevor ich jetzt m\u00f6gliche Erwartungen an eine blutige Schlacht im Geisterhaus wecke, fasse ich mich kurz und lass die Bombe platzen: Es hat sich alles zum Guten gewendet!<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag bekamen wir die Rechnung (hat nochmal 2 Euro gekostet) und konnten endlich anfangen das zu tun, weswegen wir gekommen waren: Fischen und relaxen!<\/p>\n<p><strong>Weswegen ich euch das \u00fcberhaupt erz\u00e4hle?<\/strong><\/p>\n<p>a) Ich hatte Bock zu schreiben<br \/>\nb) Immer positiv denken<br \/>\nc) Geht auf Riccardos Campingplatz (camping-class.it) und NICHT ins \u201eB&amp;B Margot; Albavilla\u201c, Sind zwar keine menschenschlachtenden Kannibalen, aber eben doch Halsabschneider :)<\/p>\n<p>So und jetzt zum spannenden Teil!<\/p>\n<p>Nachdem wir uns Montag-Morgen den erl\u00f6senden Postamtstempel abgeholt und samt Belly\u00a0 durch den dornenbewucherten Steilhang gek\u00e4mpft hatten, empfing uns der Krater (siehe erster Bassbericht) von seiner sch\u00f6nsten Seite: Sonnendurchflutetes, gr\u00fcnblaues, kristallklares Wasser und \u2013 das allerwichtigste \u2013 Leben! Das einst totgeglaubte Wasserloch hatte sich binnen weniger Monate in eine traumhafte Oase verwandelt, die mit Algenteppichen, Schilfg\u00fcrteln, Krautzonen, K\u00f6fischw\u00e4rmen und einem wundersch\u00f6nen Seerosenfeld am anderen Ufer keine W\u00fcnsche offen lie\u00df. Wahnsinn, was so ein Jahreszeitenwechsel alles anrichten kann&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_14772\" aria-describedby=\"caption-attachment-14772\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14772\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4.jpg\" alt=\" \u201eMein erster \u201eFang\u201c \u2013 Viel Gl\u00fcck Kleine, du wirst es brauchen...\u201c\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14772\" class=\"wp-caption-text\">Mein erster \u201eFang\u201c \u2013 Viel Gl\u00fcck Kleine, du wirst es brauchen&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ruben war gerade noch damit besch\u00e4ftigt, sein Belly zu beladen, als ich beschloss einen ersten Versuch mit dem Water Moccasin entlang der Abbruchkante zu wagen. M\u00f6glichst nah am schattigen Algenteppich, f\u00fchrte ich den gr\u00fcn-gefleckten Plastik-Wau-Wau Gassi, als sich ein kleines Rudel neugieriger Verfolger dahinter klemmte \u2013 jedoch ohne das erhoffte Jagdman\u00f6ver durchzuf\u00fchren. Eine zweite Portion \u201eWalk the Dog\u201c wurde den augenscheinlich tr\u00e4gen Kameraden schnell zu bunt und so verschwanden sie wieder im Reich der Schatten.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tte wohl ein halbes Dutzend M\u00f6glichkeiten gegeben, das eine oder andere Mitglied der halbstarken Bande aus der Reserve zu locken, aber der Drang, endlich ans andere Ufer zu kommen, wo die RICHTIGEN Fische auf uns warteten, war gr\u00f6\u00dfer als die Bereitschaft 20 cm Barschen nachzustellen. Und mal ganz ehrlich: Wenn sich beim ersten Wurf 5 Bass blicken lassen, was bitte konnte in den kommenden Tagen noch schief laufen?<\/p>\n<p>Aus irgendeinem mir unersichtlichen Grund, war Ruben mit seinem Belly als Erster auf dem Wasser und w\u00e4hrend ich noch in den Seitentaschen Tetris spielte, flog sein Wobbler bereits Richtung Algeninsel, wo ich zuvor die Nachl\u00e4ufer hatte. Der erste Wurf brachte gr\u00fcne F\u00e4den, der zweite Fisch. Seine Sorge, vom Krater als Schneider zur\u00fcckzukehren, bekam dadurch einen ziemlich ironischen Beigeschmack und verwandelte sich augenblicklich in pure Zufriedenheit, die er mit einem schlichten \u201eJA MANN!\u201c zum Ausdruck brachte. Auf ein Foto von seinem ersten Schwarzbarsch, musste er allerdings verzichten, denn Zappeln haben die kleinen Biester in den Sommermonaten ordentlich drauf&#8230;<\/p>\n<p>Aber das macht nichts. Denn im weiteren Verlauf des Tages, brachte der Daiwa Tournament Double Clutch (9cm; Ayu) \u00fcber ein halbes Dutzend weiterer Fische in der selben Gr\u00f6\u00dfenordnung. Erfolgsrezept war dabei langsames Einleiern mit leichten Twitches und Spinnstops, in etwa so wie man es von der n\u00e4chtlichen Zanderpirsch mit Hardbaits kennt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14773\" aria-describedby=\"caption-attachment-14773\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14773\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5.jpg\" alt=\"\u201eEin stolzer Ruben.\u201c \" width=\"1200\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-184x245.jpg 184w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-382x509.jpg 382w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14773\" class=\"wp-caption-text\">Ein stolzer Ruben.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_14774\" aria-describedby=\"caption-attachment-14774\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14774\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6.jpg\" alt=\"\u201ePaar W\u00fcrfe sp\u00e4ter.\u201c \" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-6-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14774\" class=\"wp-caption-text\">Paar W\u00fcrfe sp\u00e4ter.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und ich? Ich bekam ebenfalls meine Bisse, aber so richtig landen lassen, wollte sich keiner der Fische&#8230;Abnehmer fanden sich sowohl auf kleine, abwechslungsreich gef\u00fchrte Hardbaits, als auch auf langsam durchs Freiwasser gejiggte\u00a0 Easy Shiners (4 inch; Ayu) am leichten Bullet.<\/p>\n<p>Obwohl Rubens Wobbler eine ausgezeichnete Figur machte, wiederstrebte mir der Gedanke seine erstbeste K\u00f6derwahl zum Blackbasskiller Nr.1 zu k\u00fcren, schlie\u00dflich hatten wir noch kaum was anderes probiert. Prinzipiell war ein zuverl\u00e4ssig arbeitender Suspender im nat\u00fcrlichen Look kein schlechter Schachzug, dennoch lie\u00df mich der Gedanke an eine strategischen\u00a0 Perfektionierung nicht los. Vor allem was die Gr\u00f6\u00dfe der Fische anging, war noch viiiel Luft nach oben.<\/p>\n<p>St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck und voller Erwartungen, arbeiteten wir uns die Felswand entlang, wobei fast jede, noch so kleine verd\u00e4chtige Stelle einen hungrigen Bass bereithielt. Rubens Double Clutch hatte ganz klar die Nase vorn, die gelegentlichen Schwebepausen schienen den Geschmack der Fische voll und ganz zu treffen. Viele Bisse kamen extrem zaghaft w\u00e4hrend der Spinnstops und wurden teilweise sogar erst \u201ezuf\u00e4llig\u201c beim Weiterkurbeln verwertet. Lediglich ein leichtes Zucken der Schnur, verriet den Interessenten am anderen Ende der Leine.<\/p>\n<p>Langsam n\u00e4herten wir uns der magischen Ecke, wo eine der mitunter interessantesten Stellen des Sees liegt: Zwei aneinander grenzende, ausgepr\u00e4gte Flachwasserzonen (ca. 20 x 20 m) mit integriertem Seerosenfeld und ordentlichem Unterwasserbewuchs.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14775\" aria-describedby=\"caption-attachment-14775\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14775\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7.jpg\" alt=\"Allein der kleine Ausschnitt des Ufers im hinteren Teil des Bildes, brachte uns ca. 10 Bisse und Ruben 3 Fische.\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-7-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14775\" class=\"wp-caption-text\">Allein der kleine Ausschnitt des Ufers im hinteren Teil des Bildes, brachte uns ca. 10 Bisse und Ruben 3 Fische.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Spot hielt, was seine Optik versprach und bescheerte uns ein paar weitere Blackies, wobei Ruben seine landete und ich meine \u2013 wie konnte es anders sein \u2013 verlor&#8230; Um potentiellen Drillratgebern unter euch die Arbeit zu ersparen: Es lag weder an der der Rutenhaltung, noch an der (mangelnden) Druckintensit\u00e4t, sondern war schlicht und ergreifend ein ungl\u00fcckliches Zusammenspiel aus verfr\u00fchter Setzung des Anhiebs (Gummi am Offset), die aus meiner wachsenden Ungeduld resultierte und *trommelwirbel*&#8230;stinknormalem Pech.<\/p>\n<p>Ein ziemlich holpriger Start also, den ich da hinlegte, w\u00e4hrend Ruben zur pers\u00f6nlichen H\u00f6chstform auflief. Versteht mich nicht falsch, ich freute mich tierisch f\u00fcr ihn, aber irgendwann klopft das eigene Angler-Ego durstig an die Pforten und verlangt nach einem Glas Wasser&#8230;nein besser: Einem Aquarium mit Fischen. Und letzten Endes sind die sch\u00f6nsten Angeltage doch jene, mit einem ausgeglichenen Fangergebnis. Dieser war keiner davon, aber trotzdem sch\u00f6n, denn schon kurze Zeit sp\u00e4ter, stieg bei Ruben der erste vern\u00fcnftige Bass des Tages ein, noch dazu auf einen an der Oberfl\u00e4che gef\u00fchrten Noisey Flapper (Farbe: Green Pumpkin). Petri, mein Freund! Ganz nach Lehrbuch, hatte er den Gummifrosch aus dem Hinterhalt eines dichten Weedbeds attackiert und sich \u2013 bevor Ruben auch nur ansatzweise einen Gedanken bez\u00fcglich des richtigen Zeitpunkts f\u00fcr den Anschlag fassen konnte \u2013 perfekt am Offsethaken aufgeh\u00e4ngt. Was mir an diesem Tag an Gl\u00fcck verwehrt blieb, wurde Ruben offensichtlich zu Teil.Mit gesch\u00e4tzten 41cm+ unsere kleine, pers\u00f6nliche \u201etoad\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14776\" aria-describedby=\"caption-attachment-14776\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14776\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8.jpg\" alt=\"Kr\u00f6te frisst Frosch.\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-8-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14776\" class=\"wp-caption-text\">Kr\u00f6te frisst Frosch.<\/figcaption><\/figure>\n<p>So geil der Fisch auch war, so beschissen waren die Fotos, die ich von ihm schoss&#8230;Kein Grund sich zu wundern, schlie\u00dflich war diese Glanzleistung nur ein weiterer Strich auf der langen Liste meiner Misserfolge an jenem Tag. Man m\u00f6chte mir vergeben.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz, war dieser Bass genau das, was wir brauchten. Er war der Beweis daf\u00fcr, dass die Gro\u00dfen fressen, nur eben anders als ihre kleinen Artgenossen. W\u00e4hrend die 25 cm-Fraktion in\u00a0 Schw\u00e4rmen von bis zu 10 Exemplaren unterwegs ist und vom Verhalten her an frisch gesetzte Regenbogenforellen erinnert, sind die Biggies meistens alleine auf Nahrungssuche, wobei sie den Gro\u00dfteil ihrer Zeit lauernd im Unterschlupf verbringen und \u2013 so vermute ich \u2013 nur in den \u201ehei\u00dfen\u201c Stunden auf Beutezug gehen. Gelegentlich sah man auch einen 50 + Tr\u00fcmmer seine Bahnen ziehen, nur machte dieser viel mehr den Eindruck, von einem in das andere Versteck unterwegs zu sein, statt auf Nahrungssuche. Von unseren Baits, lie\u00dfen sich die Fische in solchen Situationen jedenfalls nicht beirren.<\/p>\n<p>Es blieb bei diesem einen Mops und die barbarische Mittagshitze (\u2192 Bei\u00dfflaute) verlangte nach einer Pause, die wir f\u00fcr eine kleine \u201eAbk\u00fchlung\u201c nutzten, wobei Abk\u00fchlung bei Wassertemperaturen von \u00fcber 30 Grad ein relativer Begriff ist&#8230;<\/p>\n<p>Als die Sonne einen Gang runtergeschalten hatte, nahmen wir uns das Nordufer vor. Dort hatte ich meine zwei einzigen Bisse im M\u00e4rz gehabt, dort ist Endstation f\u00fcr Uferangler, dort lagen die meisten B\u00e4ume im Wasser \u2013 und mit ihnen all unsere Hoffnungen auf einen Kapitalen.<\/p>\n<p>Mit dem Erreichen des Steilufers, begann irgendwie auch ein \u201eunausgesprochener\u201eInteressenskonflikt\u201c zwischen Ruben und mir. Er fischte munter in bew\u00e4hrter Manier mit dem Double Clutch weiter (konnte man ihm nach der guten Ausbeute auch schlie\u00dflich nicht ver\u00fcbeln) und legte nicht besonders hohen Wert drauf, den Uferabschnitt samt Totholz als \u201eneues Level\u201c zu sehen. Schnell zeigte sich aber,\u00a0 dass sich dort nicht ansatzweise so viele Minibass tummelten wie im Flachwasser, das Coverangebot jedoch versprach Fisch. Hier war das Wasser tief und die algen\u00fcberzogenen \u00c4ste dicht genug, um vorsichtigen und erfahrenen J\u00e4gern ausreichend Schutz zu bieten. F\u00fcr eine l\u00e4ppische Vorspeise jedoch, w\u00fcrden die K\u00f6niginnen niemals ihren \u201eThron\u201c r\u00e4umen, da musste was her, das ihrer w\u00fcrdig war. Ein langsam pr\u00e4sentierter, unbeschwerter, gro\u00dfer Gummi am Offset erf\u00fcllte meiner Meinung nach diese Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Und genau da kommt unser kleines \u201eProblem\u201c ins Spiel. Es ging darum abgebr\u00fchte Altfische zu beangeln, jeder \u00fcberfl\u00fcssige Reiz \u2013 sei es optisch oder akustisch \u2013 kann ihren Majest\u00e4ten den Appetit in Nullkommanichts, unwiederbringlich verderben. Ein Wobbler mit zwei Drillingen, der \u2013 sei es nur gelegentlich \u2013 an dem ein oder anderen Ast h\u00e4ngen bleibt, kann also das Vorh\u00e4ngeschloss an ihren M\u00e4ulern bedeuten. Vor allem hatte Rubens 40 + Fisch doch gezeigt, dass gro\u00dfe Baits der ein Schritt in die richtige Richtung waren.<\/p>\n<p>Das soll nat\u00fcrlich nicht hei\u00dfen, dass meine Taktik Unfehlbarkeit versprach und ich mich als den Bass-Messias darstellen will. Im Gegenteil, Zweifel und Sorgen nagten flei\u00dfig an meiner Hirnrinde, jedoch ging es darum, die vielversprechendste Variante aus dem vorhandenen Arsenal zu picken und alle potentiellen Blank-Faktoren bestm\u00f6glich vorzubeugen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist es irgendwo auch das, worum es beim Angeln geht: Richtig kombinieren. Und bei unserer Spielfigurenkonstellation, war der Madwag in 7 Inch am 5\/0er Offset der bestm\u00f6gliche Schachzug. Wieso? Weil er alle Eigenschaften eines soliden Gro\u00dfbassbaits in sich vereinte und sich m\u00f6glichst lange in der Strikezone\u00a0 pr\u00e4sentieren lie\u00df. Unauff\u00e4llig genug, um keinen Verdacht zu erregen, auff\u00e4llig genug um willige Mamas aus dem Versteck zu locken.<\/p>\n<p>Kleine Schlange, gro\u00dfer Blutegel, Riesenwurm \u2013 irgendwie steckt von allem was drin. Der selbst bei Zeitlupentempo zuverl\u00e4ssig arbeitende Twisterschwanz,\u00a0 die Farbe (Schwarz-Braun + Blauglitter), sowie der Keitech-typische Scent, ergaben eine vielversprechende Kombi. Ferner sorgten L\u00e4nge, Form und Schwanzvolumen f\u00fcr ausreichend Eigengewicht und Wasserwiederstand, was eine kontrollierte F\u00fchrung am leichten Ger\u00e4t ohne zus\u00e4tzlichem Weight erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Spinstops, verharrt der Twister auf der Stelle und sinkt dank des gro\u00dfen Offsethakens in waagrechter Position unversch\u00e4mt langsam ab, was ihn zu einer echten Waffe f\u00fcr dichtes Baumcover macht, da man so das Potential jeder noch so kleinen L\u00fccke, optimal aussch\u00f6pfen kann. Daraus ergibt sich allerdings ein \u201eNachteil\u201c: Man fischt sehr langsam. \u201eNachteil\u201c weil es eigentlich gar kein Nachteil w\u00e4re, wenn der Angelpartner eine \u00e4hnliche Taktik an den Tag legen w\u00fcrde. Bearbeitet der Kollege aber die Spots z\u00fcgiger als man selbst, ohne sich ausreichend auf die Gegebenheiten eingestellt zu haben, sinkt die Chance auf\u00a0 (DEN) einen Fisch enorm und zwar bei beiden. An dieser Stelle sei klar zu stellen: Es geht nicht darum, meinen Ansatz zu zelebrieren und jemand anderen schlecht zu reden! Ruben ist ein guter Kumpel und hat sich im letzten Jahr angeltechnisch viel M\u00fche gegeben. K\u00f6nnen und Begeisterung sind im Vergleich zum M\u00e4rz Trip ordentlich gestiegen, daf\u00fcr Respekt! Mir geht es um eine objektive Sichtweise auf die Situation und die Erl\u00e4uterung der damit in Zusammenhang stehenden, zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, die der ein oder andere von euch sicher auch schon erleben durfte. Aus dem Grund einfacher Logik und bisheriger Erfahrung wusste ich, dass ich Recht hatte und brachte Ruben meinen Ansatz n\u00e4her. Nachdem er aber nicht weiter drauf einging, wollte ich auch nicht das Arschloch spielen und ihn herum kommandieren, insbesondere weil sich durch die gefangenen Blackies an jenem Tag eine geh\u00f6rige Portion Selbstvertrauen angeh\u00e4uft hatte. Au\u00dferdem gab es trotz meiner Zuversicht nat\u00fcrlich keinerlei Garantie, dass mein Vorgehen Erfolg bringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mein Instinkt sagte aber: Das ist der richtige Weg. Und so fischten wir gemeinsam&#8230;gegeneinander (Wenn auch vielleicht nur ich das so empfand.)<\/p>\n<figure id=\"attachment_14777\" aria-describedby=\"caption-attachment-14777\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14777\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9-.jpg\" alt=\"Bigfishzone\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9-.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9--326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9--768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9--678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-9--80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14777\" class=\"wp-caption-text\">Bigfishzone<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am \u201eBaum des Vertrauens\u201c angekommen, lie\u00df ich den ausgeworfenen Mad Wag gut 15 Sekunden (ca. 2-3 m) sinken und versetzte ihn mit zur\u00fcckhaltenden\u00a0 Twitches in Bewegung. Dann wieder kurz\u00a0 absacken lassen und langsam einleiern&#8230;BOOM!&#8230; Ein brachialer Schlag fuhr durch den Blank und riss mir beinahe die Rute aus der Hand (#noanglerlatin). Am ehesten lie\u00dfe sich dieser Take wohl mit dem eines Rapfens im Hochsommer vergleichen. Denn so schnell wie er kam, war es absolut unm\u00f6glich, den Zeitpunkt des Anhiebs zu verz\u00f6gern (was der Offsethook eigentlich verlangt h\u00e4tte). So verursachte der Fisch den Anschlag selbst, der \u2013 wie konnte es anders sein \u2013 nat\u00fcrlich ins Leere ging. Ich hielt noch einen Moment inne und gab dem Madwag einen sanften Jerk, der Nachfasser aber, blieb aus&#8230;.<\/p>\n<p>Ein paar W\u00fcrfe sp\u00e4ter (auch mit anderen Baits) war klar, dass wir keine zweite Chance bekommen w\u00fcrden und weil der Fehlbiss alleine nicht reichte, erschien aus den Tiefen des Baumes ein dunkler Schatten der sich als deutlicher 50+ Fisch entpuppte. Das K\u00f6derspektakel hatte ihn wohl zum Umzug bewegt und so stand er keine 2 Meter unter der Oberfl\u00e4che im dichten \u00c4stegewirr und lachte leise vor sich hin. Jegliche Art von K\u00f6dern (vertikal, wacky, gejiggt oder getwitcht ) wurde ignoriert, bis es ihm endg\u00fcltig zu bunt wurde und er wieder in sein Reich abtauchte. War es der Fisch, den ich damals verloren hatte? Im M\u00e4rz bestand fast die gesamte \u201eBaumbande\u201c aus solchen Kalibern&#8230; Eine Antwort blieb uns verwehrt und nachdem wir das \u00fcbrige Totholz ohne weiteren Fischkontakt abgeklopft hatten, arbeiteten wir uns wieder zur\u00fcck durch die \u201eKinderstube\u201c, doch auch da lie\u00df sich bis auf einen gelandeten Racker bei Ruben und \u2013 ich wage es schon kaum mehr auszusprechen \u2013 einen Fehlbiss chez moi, nicht viel holen.<\/p>\n<p>Der Spielmacher des Tages war definitiv der Daiwa Tournament Double Clutch (9cm, Ayu). Im Freiwasser ohne Hindernisse eine wahre Macht! Ruhm geb\u00fchrt seinem Meister f\u00fcr den richtigen Einsatz. \u201aWell done my friend!\u2018 So ist es nicht verwunderlich, dass bei drohendem Verlust keine M\u00fchen gescheut wurden, das Baby aus den F\u00e4ngen der Buschmonster zu befreien, einen ebenb\u00fcrtigen Ersatz gab es n\u00e4mlich nicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14778\" aria-describedby=\"caption-attachment-14778\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-14778\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-10.jpg\" alt=\"Freeclimbing f\u00fcr einen guten Zweck\" width=\"1200\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-10.jpg 1200w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-10-184x245.jpg 184w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-10-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-10-382x509.jpg 382w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14778\" class=\"wp-caption-text\">Freeclimbing f\u00fcr einen guten Zweck<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit ca. 8 Bass (darunter eine Toad) f\u00fcr Ruben und ungef\u00e4hr der selben Anzahl versemmelter Bisse (darunter auch eine Toad&#8230;) f\u00fcr mich, ging ein verdammt erlebnis- und aufschlussreicher, erster Tag zu Ende. Die nicht gelandeten Fische st\u00f6rten mich wenig, denn dieser eine Biss auf den Madwag war die Best\u00e4tigung daf\u00fcr, auf dem richtigen Weg gewesen zu sein. In den 8 Stunden auf dem Wasser hatten wir mehr \u00fcber die Blackies gelernt, als in der gesamten M\u00e4rzwoche&#8230;<\/p>\n<p>Bei einem Bier lie\u00dfen wir den Tag nochmal Revue passieren und versucht halbwegs zeitig ins Bett zu gehen, um am Alserio voll durchzustarten. Wie es weitergig erfahrt ihr im zweiten Teil. (Johannes hat beschlossen, meinen 30 seitigen Roman in 3 Teile zu zerlegen.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zu den beiden anderen Teilen geht es hier lang:<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wenn-fast-alles-basst-die-revanche-ii-na-alserio-geht-doch\/\" target=\"_blank\">Wenn (fast) alles Basst \u2013 Die Revanche (II): Na Als(eri)o, geht doch!<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wenn-fast-alles-basst-die-revanche-iii-keine-gnade\/\" target=\"_blank\">Wenn (fast) alles Basst \u2013 Die Revanche (III): Keine Gnade!<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worauf hat man sich zu Schulzeiten am meisten gefreut? Richtig \u2013 auf die Sommerferien. 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