{"id":10681,"date":"2016-04-14T06:59:19","date_gmt":"2016-04-14T04:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/?p=10681"},"modified":"2018-04-27T09:56:59","modified_gmt":"2018-04-27T07:56:59","slug":"man-on-a-mission-die-bassion-ricki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/man-on-a-mission-die-bassion-ricki\/","title":{"rendered":"Man on a Mission: Die BASSion Ricki"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich in den letzten Jahren schon einige Karpfentrips mit meinem Angelbuddy aus Augsburg erfolgreich (und weniger erfolgreich) absolviert hatte, war es endlich an der Zeit, die Sehnsucht nach einem Spinnausflug ins Ausland zu stillen. Seit meinem Australienaufenthalt, ist \u00fcber die Jahre das Verlangen nach Abenteuern und dem Fang exotischer Fische ins Unermessliche gestiegen, nur leider ben\u00f6tigt man au\u00dfer dem blo\u00dfen Wunsch vor allem zwei Dinge: Zeit und Geld.<\/p>\n<p>Ersteres ist machbar, Letzteres \u2013 um das studentische Klischee zu erf\u00fcllen \u2013 eher nicht. Doch was braucht man genau betrachtet schon zum Angeln? Rute, K\u00f6der und Gew\u00e4sser!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich assoziiert man mit Angelreisen Guides, Luxusunterk\u00fcnfte und teure Tacklebestellungen, aber ist das wirklich n\u00f6tig?&#8230;Nein! (So dachte ich, sollte aber sp\u00e4ter eines besseren belehrt werden)<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Internetrecherche und Informationsaustausch mit Leuten die auf die jeweilige Fischart bereits geangelt haben und dabei \u2013 im Idealfall \u2013 am selben Gew\u00e4sser unterwegs waren, sind solide Grundpfeiler f\u00fcr einen solchen Trip. Scrolling-Sessions bei Google Maps und eine Prise Youtubevideos (nicht zuletzt um sich ein Bild von den Spots zu machen), runden die gedanklichen Vorbereitungen ab. Doch bevor man sich diesen Planungs-Parametern widmet, muss man wissen was man will.<\/p>\n<p>Schon seit einer Weile hatte ich eine Fischart auf dem Schirm, die auch im europ\u00e4ischen Raum zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Eine Fischart, der die Kunstk\u00f6derveteranen der Neuzeit ihre Erfolge in Punkto Flussbarsch zu verdanken haben. Ohne sie w\u00fcrde es Dropshot, Texas\/Carolina, Wacky und Co. vermutlich nicht geben. Die Rede ist nat\u00fcrlich vom Blackbass! Ich habe eine Schw\u00e4che f\u00fcr Fische mit urigem Erscheinungsbild, erst recht wenn es sich dabei um kampfstarke R\u00e4uber handelt. Ebenso gilt meine Liebe m\u00f6glichst nat\u00fcrlichen, strukturreichen Gew\u00e4ssern, die \u2013 je unzug\u00e4nglicher, bewachsener und verzweigter sie sind \u2013 eine enorme Anziehungskraft auf mich aus\u00fcben. Ich bin kein Fan von offenen Wasserfl\u00e4chen, ich will Totholz, Seerosen, Schilf und Sumpf, Spots die man nicht mit Hilfe seines Echolots, sondern seines Instinkts erkennt.<\/p>\n<p>Der perfekte Fisch im perfekten Habitat \u2013 das war meine Motivation zum Bass-Angeln.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise liegen diese Fanggr\u00fcnde nicht allzuweit von der deutschen Grenze entfernt: Italien und Frankreich sind dabei die lohnenswertesten Ziele f\u00fcr den kleinen Geldbeutel. Spanien, Portugal, Kanaren etc. w\u00e4ren wiederum mit Fl\u00fcgen, Mietautos oder Langstreckenfahrten verbunden, weswegen das H\u00e4kchen auf meiner To-Do Liste hinter diesen Orten noch eine Weile auf sich warten lassen wird.<\/p>\n<p>Da man \u00fcber Schwarzbarsche in Frankreich nicht allzuviel im Internet findet, au\u00dfer dass es wohl ein gutes St\u00fcck s\u00fcdlich gehen muss und noch ein paar Restfetzen Italienisch aus meiner Schulzeit in den Tiefen meines Sprachzentrums verborgen liegen, fiel die Wahl relativ schnell auf den Norden Italiens. Bekannte Schwarzbarschgew\u00e4sser wie etwa der Bolsena Lake bei Rom oder die Brenta Region versprachen zwar gute F\u00e4nge, waren aber auf Grund ihrer Gr\u00f6\u00dfe oder Lage in der Stadt mit der Notwendigkeit verbunden sich einen Guide zu holen. Abgesehen davon, wollte ich das Risiko bei starkem Wind auf dem Wasser zu sein umgehen, da ich an mein Bellyboat gebunden war und weder ich noch meine Begleiter, das Geld f\u00fcr t\u00e4gliche Bootsausleihe parat hatten. Allzu gro\u00dfe Seen kamen daher nicht in Frage und irgendwie wiederstrebte mir die Vorstellung an einem See zu fischen, von dem es Tonnenweise Berichte und Fangfotos im Internet gibt, nennt es Angler-Ego, Pioniergeist oder Dumm-\/Sturheit, jedenfalls war f\u00fcr mich klar: Ich will was Eigenes!<\/p>\n<p>Da sich mein Angelkumpel aus Augsburg als Karpfenfreak niemals f\u00fcr einen Raubfischtrip erbarmt h\u00e4tte, beschloss ich, einen Kollegen, den ich seit kurzem in meiner neuen Heimat beim Angeln am Rhein kennengelernt habe, in das Vorhaben einzuweihen. An dieser Stelle gilt es zu erw\u00e4hnen, dass er das Angeln erst seit kurzem wieder aufgenommen hat und in so ziemlich allen Bereichen noch recht gr\u00fcn hinter den Ohren ist, vor allem K\u00f6derwahl und F\u00fchrung sind ausbaubed\u00fcrftig. Eine gesunde Portion Schusseligkeit und Scheiss-Egal Einstellung, machten die Umst\u00e4nde nicht gerade leichter. Aber das alles sind Sachen, die man mit der Zeit lernt, viel wichtiger ist das Interesse f\u00fcr die Materie und der Drang nach Abenteuer. Beides brachte er mit.<\/p>\n<p>Schnell war die Sache entschieden und er holte noch einen weiteren Bekannten mit ins Boot, der ebenfalls noch relativ frisch im Game zu sein schien.<\/p>\n<p>Ich selber habe mich erst seit etwas \u00fcber einem Jahr mit der Finesse Fischerei intensiver auseinander gesetzt, sodass Skills und Knowledge in Punkto \u201eWann-verwende-ich-welches-Rig-und-welchen-Bait\u201c auch ziemlich mager ausfielen.<\/p>\n<p>Gerade Creature Baits, hatte ich bis dato nur wenige Male durchs Wasser gezuppelt, mit sehr bescheidenem Erfolg. Kleine Gummis am T\/C-Rig dagegen, habe ich mehrere Monate durchgehend gefischt und in ihren Variationen getestet was mir viele gute Barsche, sowie einiges an Kleinzandern bescherte. Vieles l\u00e4sst sich bekanntlich von einer Fischart auf andere \u00fcbertragen und im Endeffekt sind Spotwahl, Timing, Gef\u00fchl und Selbstvertrauen weitaus wichtiger als \u201eperfekte\u201c K\u00f6der.<\/p>\n<p>So blieben K\u00f6dertipps und Detailplanung automatisch an mir h\u00e4ngen und ich schusterte mir kurzerhand eine kleine Auswahl an Materialien zusammen, von denen ich dachte, sie k\u00f6nnten bei den Gro\u00dfm\u00e4ulern gut ankommen.<\/p>\n<p>Ein paar P\u00e4ckchen Keitech Easy Shiners in gedeckten Farben, gefolgt von Sexy- und Fat Impact,<br \/>\nein T\u00fctchen schwarz\/blauer Tubes, Krebse, drei Skirted Jigs (davor noch nie gefischt)<br \/>\nund paar Trailer sollten als Neuanschaffung vorerst reichen. Da der Lieferant die Bestellung irgendwie verkackt hatte und die Zeit f\u00fcr eine Nachsendung nicht mehr reichte, musste ich auf neue Hardbaits leider verzichten. Den Rest erhoffte ich mir von meinen gef\u00fchlten 20 Tackleboxen, in denen sich neben meinen Favoriten \u00fcber die Jahre eine Menge unbrauchbares Zeug angestaut hatte. Ein bis zwei Rollen 30er bis 40er Fluo, Bullet-Weights zwischen 3 und 12 gr, sowie paar kleine Snaps rundeten die Ausr\u00fcstung ab.<\/p>\n<p>\u00dcber spezielle Baitcaster Ruten verf\u00fcge ich (noch) nicht, die WFT Penzill Spin in 210 cm mit 4-17 gr. WG best\u00fcckt mit einer kleinen Blackarc und 0.12er Geflecht, erweist mir schon seit einigen Jahren gute Dienste und ist meine Nr.1 \u201eSpa\u00dfrute\u201c am Rhein. Bis auf die relativ empfindlichen Ringstege, h\u00e4lt sie sich ausgezeichnet und erlaubt sowohl das saubere Jiggen von kleineren Gummis als auch das Twitchen von Hardbaits bis etwa 12 cm L\u00e4nge.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Fischen mit Texas-Rig bzw. Dropshot zweckentfremdete ich meine \u201eSTL-Pro Trout Lite\u201c von Jackson, eine relativ g\u00fcnstige aber durchaus passable Rute zum Angeln mit kleinen Kunstk\u00f6dern aller Art. Mit ihrer relativ weiche Spitze und einem nicht ganz so straffen R\u00fcckgrat, ist sie vlt. nicht die optimalste Wahl, wenn es um filigranes Zupfen geht, aber als L\u00f6sung f\u00fcr Zwischendurch durchaus akzeptabel, Vibrationen etc. werden von ihr sehr gut \u00fcbertragen. An dieser Stelle will ich\u00b4s mit den Tackleinfos auch wieder gut sein lassen.<\/p>\n<p>Gesagt, getan: Bei meiner Recherche stie\u00df ich auf den Lago di Alserio, ganz in der N\u00e4he des Comer See\u00b4s gelegen. Google Maps war zu entnehmen, dass der komplette See von Schilf und Seerosen umgeben ist, lediglich eine Stelle zum Slippen gibt es. Mit knapp 2km L\u00e4nge und 500 m Breite stellt dieses recht flache Gew\u00e4sser in meinen Augen die Maximale Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine Erkundungstour ohne Guide dar, wobei 5 Tage bereits eine sehr knapp angesetzte Zeitspanne f\u00fcr solche Ausma\u00dfe sind, insbesondere vom Belly-Boat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10694\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio.jpg\" alt=\"lago-di-alserio\" width=\"1000\" height=\"634\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio-326x207.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio-768x487.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/lago-di-alserio-678x430.jpg 678w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um die Unterkunft m\u00f6glichst billig zu halten, entschieden wir uns f\u00fcr den n\u00e4chstgelegenen Camping-Platz am Lago di Pusiano, welcher nur weniger Fahrminuten vom Alserio entfernt liegt.<br \/>\nDer Pusiano-See beherbergt ebenfalls einen guten Schwarzbarschbestand mit sehr gro\u00dfen Einzelexemplaren, allerdings ist er seit einigen Jahren im Privatbesitz (dank diversen Vorf\u00e4llen und Streitereien in der Karpfenszene) und mit zahlreichen Vorschriften und Kosten verbunden. So gibt es rund um den See ausgewiesene Pl\u00e4tze f\u00fcr Karpfenangler, was die Spinnfischerei vom Boot enorm einschr\u00e4nkt. Eine Tageskarte vom Belly kostet 25 Euro + die Geb\u00fchren von 23 Euro f\u00fcr 3 Monate Angelerlaubnis in der jeweiligen Provinz (In diesem Fall Como). Auch die Gr\u00f6\u00dfe (ca. das 3-Fache vom Alserio) schreckt f\u00fcr Erkundungstouren auf eigene Faust m\u00e4chtig ab.<\/p>\n<p>Der Alserio hingegen ist zusammen mit allen anderen \u00f6ffentlichen Gew\u00e4ssern der Provinz f\u00fcr eben jene 23 Euro zu haben. Ein Schn\u00e4ppchen im Vergleich zum Pusiano.<\/p>\n<p>Als der Urlaub immer n\u00e4her r\u00fcckte wurde mir klar, dass ich schon den ersten gro\u00dfen Fehler in der Planung begangen habe: Ich hatte mich nicht richtig \u00fcber den Zeitraum der Osterferien an meiner FH erkundigt und schaute ziemlich dumm aus der W\u00e4sche, als mir klar wurde, dass ich nicht wie gewohnt im April, sondern bereits Ende M\u00e4rz ein paar freie Tage zur Verf\u00fcgung hatte&#8230;<\/p>\n<p>Da Schwarzbarsche w\u00e4rmeliebende Fische sind und erst bei h\u00f6heren Temperaturen so richtig in Fahrt kommen, konnten wir die Hoffnung auf Sternstunden mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit abschreiben. Und wir sollten Recht behalten.<\/p>\n<p>2 Wochen sp\u00e4ter: Als wir in der Morgend\u00e4mmerung von Berggipfeln umzingelt die Grenze zu Italien passierten, war die Vorfreude kaum noch zu bremsen. Das Wetter schien mitzuspielen, Stau gab es keinen, nur noch ein paar Stunden bis die Autositze denen meines Bellyboats weichen w\u00fcrden und dann&#8230; FUCK!!! Mein Kumpel schaute mich \u00fcberrascht an und fragte was los sei.<\/p>\n<p>Ich starrte mit verzweifelter Miene ins Leere und\u00a0 sagte: \u201eWas ist weich, viereckig und liegt auf meinem Dachboden?\u201c \u2013 \u201eKeine Ahnung, was?\u201c \u2013 \u201eDie Schaumstoffeinlagen f\u00fcr mein Belly&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Ich hatte an ALLES gedacht, aber in der Pack-Hektik habe ich ausgerechnet sowas Essentielles vergessen&#8230;<\/p>\n<p>Nach kurzer Schockphase versuchte ich mich positiv zu stimmen. Es h\u00e4tte mich schlimmer treffen k\u00f6nnen: Ruten, Flossen, Geldbeutel, Tackleboxen. Ich meine es sind nur zurecht geschnittene Schaumstofffetzen oder? Styropor, Schaumstoff oder \u00e4hnliches gibt es schlie\u00dflich in jedem Supermarkt, also alles kein Stress&#8230; Falsch gedacht!<br \/>\nNachdem wir mit ordentlicher Verz\u00f6gerung (Italienische Campingplatzbetreiber nehmen es nicht so genau mit\u00a0 der Uhrzeit) endlich unser Bungalow bezogen hatten und der Dritte im Bunde angekommen war, versuchten wir mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen den n\u00e4chstgelegenen Baumarkt aufzusuchen. Vergleichbar war dieses Unterfangen in etwa mit dem Fang eines kapitalen Huchens auf Sicht, im Hochsommer, bei glasklarem Wasser und mit vorgeschaltetem 0.50er gr\u00fcn schimmernden Stahlvorfach. Also ein Akt der Unm\u00f6glichkeit. Englisch verstand wirklich niemand und damit meine ich NIEMAND, Styropor\/Schaumstoff schien wie das Monster von Loch-Ness. Jedes Mal wenn uns irgendwer einen Tipp genannt hatte, wo wir besagtes Material denn finden k\u00f6nnten, standen wir entweder vor einem geschlossenen Laden, einem leeren Betriebsgel\u00e4nde oder ganz einfach in einem Baumark, der ALLES anbot \u2013 au\u00dfer schwimmf\u00e4higem Material. Wir verbrachten 4 Stunden mit der Schaumstoffodyssee, bis wir v\u00f6llig ausgelaugt einen gro\u00dfen M\u00fcllhaufen auf unserem Campingplatz entdeckten, wo gef\u00fchlte 100 Styrodurplatten in absolut perfekter Dicke auf ihre neuen Besitzer warteten&#8230;<\/p>\n<p>\u00dcbern\u00e4chtigt, verschwitzt und ausgehungert bastelte ich an meinem Belly-Sitz, w\u00e4hrend die anderen Zwei versuchten, einen passenden Boden f\u00fcr ihr \u00fcberdeminsioniertes und qualitativ fragw\u00fcrdiges Schlauchboot zurecht zu schnibbeln.<\/p>\n<p>Als wir die Challenge mit Bravour abgeschlossen und unser Tackle f\u00fcr den Tag lieblos zusammengew\u00fcrfelt hatten, sollte es endlich ans Wasser gehen. Zusammen mit dem Campbetreiber Riccardo, holten wir im n\u00e4chsten Office die n\u00f6tige Angellizenz und fuhren gemeinsam mit ihm zu einem kleinen, versteckten See, von dessen Existenz wir ohne ihn wohl niemals erfahren h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Eingebettet zwischen bewaldeten Steilh\u00e4ngen lag er da: Ein tief blauer Krater, keine 4 Hektar gro\u00df.<br \/>\nMan musste kein Genie sein, um zu erkennen, dass er extrem tief war. Scharfe, wei\u00dfe Steine und Felsw\u00e4nde s\u00e4umten die Ufer, eine abrupt abfallende Kante zog sich in 2-3 Metern Entfernung zum Land um den kompletten See. Wenn ich mir so die Beschreibung vom Bolsena durchlese, sehe ich durchaus Parallelen, man k\u00f6nnte ihn sich evtl. als eine verwilderte Mini Version davon vorstellen.<br \/>\nSelten war ich so fasziniert vom Anblick eines Gew\u00e4ssers. Einerseits hatte man das Gef\u00fchl, er sei \u201etot\u201c, keine einzige Wasserpflanze, kein K\u00f6derfisch, ja nicht mal ein Wasserl\u00e4ufer waren zu sehen.<br \/>\nAndererseits strahlte er eine mystische Aura aus, die einem das Gef\u00fchl gab, \u201eirgendwo dort unten\u201c auf gro\u00dfe \u00dcberraschungen zu sto\u00dfen. Das kristallklare Wasser am Rand, wich schon einige Meter weiter einem kalten Blau und verwandelte sich schlie\u00dflich in Schwarz. Die Optik bat viel Spielraum f\u00fcr Angler-Fantasien&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_10686\" aria-describedby=\"caption-attachment-10686\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10686 size-full\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2.jpg\" alt=\"Bild 2\" width=\"1000\" height=\"1333\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2-184x245.jpg 184w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-2-382x509.jpg 382w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10686\" class=\"wp-caption-text\">Man beachte die Uferstruktur<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eVery Big Bass; Very difficult to catch; not many\u201c waren Riccardo\u00b4s Worte im gebrochenen Englisch. Worte die einem Bass-Rookie nicht gerade viel Mut machen, besonders nicht wenn darauf noch der Satz \u201eit\u00b4s too cold for Bass now\u201c und ein mitleidiger Gesichtsausdruck folgen.<\/p>\n<p>Egal, es war schon fast Abend und so beschlossen wir den Alserio auf den n\u00e4chsten Tag zu verschieben und die letzten Stunden f\u00fcr ein paar W\u00fcrfe am Krater zu nutzen.<\/p>\n<p>Um die Struktur halbwegs erfassen zu k\u00f6nnen und m\u00f6glichst viel Fl\u00e4che abzusuchen, entschied ich mir erstmal f\u00fcr die simpelste Variante: Shads am Bleikopf. Absinkphasen von kleinen Gummis an 10 Gramm Heads dauerten an die 30 Sekunden und teilweise dar\u00fcber, was einem schnell das Gef\u00fchl von Hilflosigkeit vermittelte.<br \/>\nIn welcher Tiefe soll ich bei so einer Wassers\u00e4ule die Fische suchen?? Sehen die 20 Meter unter der Wasseroberfl\u00e4che \u00fcberhaupt meinen K\u00f6der? Welche Farben wollen sie? Was ist \u00fcberhaupt ihre Nahrung hier drin? Gibt es hier \u00fcberhaupt K\u00f6fis? Mit jedem weiteren Wurf schwand mein Optimismus, ich f\u00fchlte mich wie ein blutiger Angelanf\u00e4nger der zum ersten Mal eine Spinnrute in der Hand hat. Dem Blick meiner Mitstreiter war zu entnehmen, dass auch sie v\u00f6llig \u00fcberfordert waren.<\/p>\n<p>Die einzig sichere Info die ich hatte, war die Aussage \u00fcber die Vorliebe von Schwarzbarschen sich dicht am Ufer aufzuhalten, logischerweise besonders dann, wenn im Fr\u00fchjahr die Sonne die flachen Bereiche erw\u00e4rmt. Ich klammerte mich an diesen Informationsfetzen und versuchte so gut es, ging die Abbruchkante abzutasten. Nach diversen H\u00e4ngern schaltete ich auf Easy Shiner am Texasrig um und ermahnte mich, die Strukturen systematisch und langsam zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich fiel in unserem Fall die Sonne genau auf das gegen\u00fcberliegende Ufer (wo zudem ins Wasser ragenden \u00c4ste und 2 Flachwasserplateaus zu sein schienen), das zu Fu\u00df kaum erreichbar war, au\u00dfer man hatte schon immer mal Bock von einer Steinlawine erschlagen zu werden oder von einem 10 Meter hohen Hang ins 10 Grad kalte Wasser zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Ein paar Stunden waren vergangen \u2013 nat\u00fcrlich ohne Biss \u2013 und die davor durchgemachte Nacht zehrte an den Nerven. Konzentriertes Angeln war nicht mehr m\u00f6glich. Als die Sonne verschwunden war, gaben wir uns geschlagen, um Kr\u00e4fte f\u00fcr den ersten richtigen Tag zu sammeln.<\/p>\n<p>Nachdem eines unserer Autos auf einem privaten Feldweg im Schlamm stecken geblieben war und die Frau des Bauers uns auf Italienisch mit Hassparolen bombardiert hatte (bis ihr Mann kam und uns mit dem Traktor rauszog), erreichten wir den einzigen Parkplatz am Lago di Alersio.<\/p>\n<p>Hammergeiles Wetter und ein noch geilerer See! Verzeiht dass ich in dem ganzen Stress nicht rechtzeitig an die Fotos gedacht habe, aber wir waren 2 Stunden sp\u00e4ter als geplant am Wasser und Angeln war das einzige an was ich denken konnte. Dazu kam, dass das Aufblasen und Schleppen bei den anderen Zwei sehr viel Zeit in Anspruch nahm und ich mich (an das Auto meines Kumpels gebunden) leider danach richten musste. Ich hatte sie zwar von Anfang an gewarnt, die Bootsgeschichte nicht halbherzig anzugehen und ihnen unn\u00f6tigen Stress vorausgesagt, aber es gab leider keine andere M\u00f6glichkeit, immer noch besser als kein Urlaub oder?<\/p>\n<p>Bevor wir mit dem Auspacken fertig waren, sahen wir bereits zwei Locals \u2013 ihr Bellyboat auf dem R\u00fccken -\u2013 Richtung Slipstelle laufen. Das war schon mal ein gutes Zeichen und best\u00e4tigte unsere Vermutung, den einzigen Zugang des Sees gefunden zu haben. Im Laufe der n\u00e4chsten halben Stunde kamen noch weitere Belly-Boater dazu, mit denen wir kurzerhand ins Gespr\u00e4ch kamen.<\/p>\n<p>Einer davon entpuppte sich als Bass-Guide vom Pusiano, sprach gutes Englisch und stopfte unsere Wissensl\u00fccken mit durchaus brauchbaren Informationen. Auch er beteuerte unsere Fehlentscheidung als Bass-Frischlinge bez\u00fcglich der Jahreszeit. Das Wasser sei noch zu kalt, die Barsche noch tr\u00e4ge und vorsichtig. Andererseits ist eben diese Pre-Spawn-Season (Periode vor der Laichzeit) erste Wahl wenn es um kapitale Exemplare geht. Es bei\u00dfen wenige Fische, aber daf\u00fcr die Dicken! Ein Blick auf seine 5 Baitcastercombos sagte mir, dass er mit eben jenen Kalibern rechnete. Einige der Ger\u00e4te k\u00f6nnten ohne Probleme als Hecht-Jerke durchgehen!<\/p>\n<p>Krebsimitate am Texas Rig seien f\u00fcr ihn erste Wahl, besonders wenn das Wasser noch einen Tick zu kalt ist und wenig Brutfische vorkommen. Louisiana Sumpfkrebse sind in S\u00fcdeuropa sehr h\u00e4ufig und vermehren sich in vielen Gew\u00e4ssern wie die Pest. Fluch und Segen zu gleich. Ein ausgewachsenes Tier, das problemlos die L\u00e4nge von um die 20 cm erreichen kann ist zwar ein ordentlicher Happen, aber dennoch kein Problem f\u00fcr einen ausgewachsenen Schwarzbarsch.<br \/>\nWie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte war der See regelrecht verseucht von ihnen. Als wir abends mit der Kopflampe das Flachwasser absuchten, haben wir nach dem ersten Quadratmeter aufgeh\u00f6rt zu z\u00e4hlen. Kein Wunder, dass die Gro\u00dfm\u00e4uler hier so gut abwachsen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_10687\" aria-describedby=\"caption-attachment-10687\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10687\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3.jpg\" alt=\"Procambarus Clarkii in seiner ganzen Pracht, kurz vor seiner Hinrichtung per Kochtopf\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-3-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10687\" class=\"wp-caption-text\">Procambarus Clarkii in seiner ganzen Pracht, kurz vor seiner Hinrichtung per Kochtopf<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ferner gab der Profi preis, dass man Wert auf dunkle und nat\u00fcrliche T\u00f6ne legen sollte. Blau\/Schwarz oder Lila mit Glitzerpartikeln waren seine Favoriten. Angst vor gro\u00dfen K\u00f6dern sollte man nicht haben. Etwas demotivierend war die Info \u00fcber Kormorane: In Italien ist es verboten, sie zu schie\u00dfen und scheinbar haben sich die verhassten Fischr\u00e4uber die letzten Jahre ordentlich am Bestand bedient, beg\u00fcnstigt durch das flache Wasser. Dennoch soll der Bestand an Hecht und Schwarzbarsch gut sein, in Relation zu anderen Gew\u00e4ssern aber h\u00f6chstens durchschnittlich.<\/p>\n<p>Ich plumpste mich aufs Bellyboat und stellte schnell fest, dass die selbstgebastelten Sitzpolster keinen Wellnessurlaub versprachen. Das Styrodur gab keinen Milimeter nach und ich hatte st\u00e4ndig das Gef\u00fchl nach vorne ins Wasser zu rutschen. Egal, selber schuld. Da musste ich jetzt durch.<\/p>\n<p>Das sonnenbeschienene Ufer, an dem ich mich entlangarbeiten wollte, musste ich mir jetzt leider mit 4 heimischen Anglern teilen, die jede noch so kleine L\u00fccke vor mir mit ihren Baits totklopften. Und jeder einzelne von ihnen hatte wohl das Zig-Fache an Bass-Erfahrung vorzuweisen. Ich entschied mich, das Beste aus der Situation mitzunehmen und beobachtete sie einfach eine Weile. Genauso wie man es von den Videos gewohnt war,\u00a0 pfefferten sie ihre Lures zwischen Schilfhalme und Wurzelgeflechte, dabei hielten sie kaum mehr als 5-6 Meter Abstand zu ihrem Spot. Ich denke das resultiert aus dem Wissen heraus, dass Schwarzbarschbisse meist auf den ersten Metern nach Anwerfen ihres Unterstandes bei\u00dfen und sich der \u201erestliche\u201c Weg durch freies Wasser nicht lohnt und damit verlorene Zeit ist.<\/p>\n<p>Zumindest w\u00e4hrend meiner Beobachtungszeit fing keiner von ihnen, soweit ich das beurteilen konnte, einen Fisch und ich beschloss \u2013 solang das Ufer unter Angeldruck stand \u2013 etwas weiter drau\u00dfen \u00fcber den heranwachsenden Seerosen einen Versuch auf Hecht zu starten. Was das angeht, habe ich viele Jahre an\u00a0 Baggerseen gefischt und mit der Zeit hat sich die Methode eines unterbleiten Gummis, der im Zeitlupentempo \u00fcber dem Kraut absinkt als besonders f\u00e4ngig erwiesen. Ein 16 cm Kopyto River in blassem Gr\u00fcn\/Silber\/Rot best\u00e4tigte sich mal wieder als gute Wahl und ich fing 3 kleine Pikebabies\u00a0 (35-45cm) innerhalb einer knappen Stunde. Zwei weitere Stunden tat sich auch nach einigen K\u00f6der\u2013 und Spotwechseln gar nichts mehr und da Hechte offiziell sowieso geschont waren und sich die gr\u00f6\u00dferen\u00a0 Exemplare vermutlich gerade Mitten im Laichgesch\u00e4ft befanden, verschwand das Stahlvorfach wieder in meiner Tacklebox und ich beschloss, mich erneut dem eigentlichen Ziel zu widmen.<\/p>\n<p>Mittlerweile war die Belly-Flotte au\u00dfer Sichtweite und das Ufer lange genug unber\u00fchrt, um einen Versuch zu starten. Konzentriert suchte ich mit Tubes und Crawfishes am Texas Rig den Unterwasserdschungel ab und um es kurz und schmerzlos auszudr\u00fccken: Bis zur Abendd\u00e4mmerung ohne Erfolg. Auch meine Kollegen gingen leer aus, hatten aber zu viel mit verschiedenen K\u00f6dern experimentiert, so mein Eindruck.<\/p>\n<p>F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war schlechtes Wetter angesagt und so einigten wir uns, einen weiteren Versuch am Krater zu starten, diesmal vom Boot! Die anderen zwei fischten vom Ufer aus, da sie mittags noch einen Fluss in der N\u00e4he auskundschaften wollten.<\/p>\n<p>Es war ein mulmiges Gef\u00fchl durch die Blau-Schwarzen Wassermassen zu gleiten, vor allem mit einem beschr\u00e4nkt intakten Bellyboatsitz. Das Wasser war sp\u00fcrbar kalt und trotz Skiunterw\u00e4sche und Jogginghose merkte ich nach einer Weile wie sich die K\u00e4lte durch die Wathose fra\u00df.<br \/>\nZu unserem Gl\u00fcck schien doch die Sonne und ich genoss die w\u00e4rmenden Strahlen, w\u00e4hrend ich das steile Waldufer St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck abfischte.<\/p>\n<p>Dieses Ufer war deutlich interessanter und hatte unz\u00e4hlige Strukturen zu bieten. Tobi (des Kumpel\u00b4 s Kumpel) war den kompletten Weg bis an den flachen Plateau Spot gekrakselt und suchte systematisch mit seinem Gummikrebs die Fl\u00e4chen ab. F\u00fcr einen Anf\u00e4nger zeigte er extremes Durchhalteverm\u00f6gen und Vertrauen in seinen K\u00f6der. Auch die F\u00fchrungsweise war in meinen Augen ganz ok, f\u00fcr den Einsatz h\u00e4tte ich ihm einen Fisch gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Jeder fischte f\u00fcr sich, stundenlang, konzentriert, ohne Erfolg. Als die Zwei f\u00fcr ein paar Stunden wegfuhren, steuerte ich gezielt die \u00fcberh\u00e4ngenden B\u00e4ume an, um dann von einer einzigartigen Unterwasserkulisse umgehauen zu werden:<\/p>\n<figure id=\"attachment_10688\" aria-describedby=\"caption-attachment-10688\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10688\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4.jpg\" alt=\"Das andere Ufer &amp; Bild 5 In the jungle, the mighty jungle\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-4-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10688\" class=\"wp-caption-text\">Das andere Ufer.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Direkt am Ufer ist es bereits \u00fcber 10-15 Meter tief und die vermeintlichen \u00c4ste entpuppten sich als versunkene Baumriesen. Das waren Spots, wie sie im S\u00fc\u00dfwasser nur schwer an Sch\u00f6nheit und Potential zu \u00fcberbieten sind. Mit Sonne und Polbrille sah man \u00fcber 10 Meter tief, teilweise sogar komplett bis zum Grund. Kein Wunder dass die Barsche bei solchen Verh\u00e4ltnissen schwer zu \u00fcberlisten sind. Bis zu diesem Zeitpunkt, hatten wir was K\u00f6derfische angeht, noch nicht wirklich viel gesehen, nur Tobi hatte eine Hand voll im Flachwasser gespottet, sowie am Abend unserer Ankunft einen dicken Krebs wegflitzen sehen. Wirklich \u00fcberzeugen konnte uns dieses bescheidene Angebot allerdings nicht. Ich verlie\u00df mich also auf die Sonne und die magische Anziehungskraft des Unterwasserdschungels \u2013 wenn es Fische in diesem Loch gab, dann hier!<\/p>\n<figure id=\"attachment_10703\" aria-describedby=\"caption-attachment-10703\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10703\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51.jpg\" alt=\"In the jungle, the mighty jungle...\" width=\"1000\" height=\"1333\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51-184x245.jpg 184w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-51-382x509.jpg 382w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10703\" class=\"wp-caption-text\">In the jungle, the mighty jungle&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ohne Offsethaken keine Chance! Jeder Wurf w\u00e4re ein H\u00e4nger. So schabte ich meinen Keitech am leichten Bullet in Zeitlupe durch das Astgewirr, beschleunigte zwischendurch und machte unregelm\u00e4\u00dfige Pausen. Jeder Wurf und jeder Lauf war ein eigenes kleines Kunstwerk. So konzentriert hatte ich selten gefischt. Irgendwann montierte ich den 3D Crawfish von Savage Gear an die Route und beschloss mich an einer L\u00fccke zwischen den wohl 2 gr\u00f6\u00dften versunkenen B\u00e4umen zu versuchen. Da sich diese K\u00f6der f\u00fcr den Offsethaken leider nicht eignen und ich demnach einen normalen Stand-Up Jig montiert hatte, blieb ich nat\u00fcrlich beim ersten Wurf h\u00e4ngen. So eine Scheisse! Jetzt musste ich den noch jungfr\u00e4ulichen Spot zerst\u00f6ren und mich direkt \u00fcber den \u00c4sten positionieren.<\/p>\n<p>Langsam paddelte ich Richtung hellgr\u00fcner Fl\u00e4che, doch als ich mich fast direkt dar\u00fcber befinde,\u00a0 bleibt mir der Atem stehen: Ein halbes Dutzend Schwarzbarsche zieht gem\u00e4chlich seine Kreise im Schutz des Unterwasserdschungels. Alles Fische ab 50 cm aufw\u00e4rts, ein paar davon sogar deutlich gr\u00f6\u00dfer. Lediglich ein \u201eKleiner\u201c von ca. 40 cm steht zwischen ihnen. Das konnte doch nicht wahr sein!? Die komplette Zeit kein Lebenszeichen und genau dann, wenn ich einen H\u00e4nger habe, bekomme ich DAS serviert. Auch hier tut es mir leid, dass in diesem Moment kein Foto, insbesondere kein Unterwasserfoto zu Stande kam, das w\u00e4r definitiv ein visuelles Schmankerl geworden. Aber ich war v\u00f6llig neben der Spur. Ich probierte, so ruhig und unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich den Gummi aus dem Ge\u00e4st zu l\u00f6sen, aber scheiterte kl\u00e4glich. Die Fische bemerkten den \u201eFeind\u201c\u00a0 und als sich ein fetter Ast lockerte, waren sie weg.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz, die Motivation war gr\u00f6\u00dfer denn je! Ich packte mir wieder den Offsethaken und bearbeitete jeden Quadratmeter des Ufers aus allen erdenklichen Winkeln. Stunde f\u00fcr Stunde verging&#8230;Ohne Erfolg. Als die anderen Zwei wieder da waren, berichtete ich ihnen von meiner Begegnung und jeder gab bis zur Abendd\u00e4mmerung sein Bestes \u2013 vergebens.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war es beschlossene Sache: Der Alserio fiel von der Liste, ebenso die Anforderung viel Fisch zu fangen. Alles was ich wollte, war ein einziger Blackbass aus dem Krater. Riccardo hatte, was die Gr\u00f6\u00dfe angeht, nicht zu viel versprochen, ebenso aber hatte sich seine Aussage \u00fcber den Schwierigkeitsgrad des Sees bewahrheitet.<\/p>\n<p>Abends war keine Zeit zum Entspannen, wir gr\u00fcbelten am Tisch \u00fcber die bestm\u00f6gliche K\u00f6derkombi die unser bescheidenes Arsenal hergab, angefangen von der L\u00e4nge des Fluo-Vorfachs, \u00fcber das Weglassen der Glasperle vor\u00a0 Bullet-Blei, bis hin zu Theorien \u00fcber\u00a0 Zupfrhythmus und Einholgeschwindigkeit.<\/p>\n<p>Noch am selben Abend waren wir in der Dunkelheit am Alserio gewesen, um uns paar Krebse f\u00fcr den Kochtopf zu sichern und hatten uns das typische Flucht- und Abwehrverhalten eingepr\u00e4gt, um daraus wom\u00f6glich Parallelen zu unseren Baits zu ziehen. Mir ist klar, dass ein Imitat\u00a0 niemals so arbeiten wird wie das echte Vorbild und anstatt zu versuchen, es zu 100 % nachzuahmen, sollte man sich darauf konzentrieren, die St\u00e4rken seines Spinnk\u00f6ders auszunutzen. Aber dennoch nahm ich mir vor, die schnellen Fluchten der echten Krebse in meine Pr\u00e4sentation mit einzubeziehen. Langsame F\u00fchrung mit gelegentlicher \u201eDurchbrechung\u201c der Zeitlupe. Ein solch variabler Lauf erfordert 100 %iges Mitdenken und volle Konzentration und im Krater k\u00f6nnte jeder Wurf entscheiden.<\/p>\n<p>Als der Wecker morgens klingelte und Tobi mit dem Kaffe in der Hand motiviert vor meinem Bett stand, schnauzte ich ihn mit unverst\u00e4ndlichen Lauten an, zog die Decke \u00fcber den Kopf und versank wieder in meinen Tr\u00e4umen. Das Schlafdeffizit der letzten Tage hatte mich sp\u00fcrbar geschlaucht, sodass ich der Versuchung nachgeben musste. Auch mein Kumpel Ruben machte keine Anstalten, aufzustehen. So zog Tobi alleine los und kehrte am sp\u00e4ten Vormittag erneut als Schneider zur\u00fcck.<br \/>\nDa es sowieso sein letzter Urlaubstag gewesen w\u00e4re, packte er seine Sachen und war bereits eine Stunde sp\u00e4ter auf dem Weg Richtung Grenze. Am selben Tag sollte ein anderer Bekannter von Ruben zu uns sto\u00dfen und so lie\u00df ich mich alleine samt Belly am Krater abladen, w\u00e4hrend Ruben ein paar Eink\u00e4ufe erledigte und zu Hause auf seinen Kollegen wartete.<\/p>\n<p>Es war deutlich bew\u00f6lkter als am Vortag, gelegentlich nieselten ein paar Tropfen, dennoch war es erstaunlich warm. Kein Wind, kein Mensch weit und breit, alles was die Stille durchbrach, war das Platschen meiner Flossen.<\/p>\n<p>Ich hatte mir am Vorabend eine Handvoll vielversprechender und subjektiv f\u00fcr gut befundener K\u00f6der in einer kleinen Tacklebox zurechtgelegt, um unn\u00f6tige Entscheidungsschwierigkeiten am Wasser zu vermeiden. Konsequenz und Vertrauen, so lautete das Motto.<\/p>\n<p>Ein 14g Skirted Jig von Tiemco (Farbe: Muddy Shrimp), best\u00fcckt mit einem ca. 8 cm dunklen Krebsimitat (ich glaube von reins) sollten mich den Tag \u00fcber gut durch den Unterwasserwald bringen. Der Skirted Jig hat genug Gewicht, um schnell auf die n\u00f6tige Tiefe zu kommen und arbeitet selbst bei minimalsten Bewegungen\u00a0 mit seinen Tentakeln. So l\u00e4sst sich der auftreibende Krebs perfekt auf einer Stelle am Grund anbieten, ohne dass ich ihn vom Fleck bewegen muss. Wenn die Fische tr\u00e4ge sind, muss das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter funktionieren. Sollte ich sie in den oberen Wasserschichten umherziehen oder gar rauben sehen, lag ein kleiner Easy Shiner am 3g Bullet ohne Glasperle bereit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10690\" aria-describedby=\"caption-attachment-10690\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10690\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6.jpg\" alt=\"Waffe des \u201eVertrauens\u201c\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-6-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10690\" class=\"wp-caption-text\">Waffe des \u201eVertrauens\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und so plumpste der \u201eZappelphillip\u201c am ersten Spot zwischen die \u00c4ste. Ich hatte schon \u00fcber eine Stunde gefischt, als ich endlich am Spot ankam, in den ich heimlich all\u00a0 meine Hoffnungen gesetzt hatte. Schlie\u00dflich war es der einzige Platz, an dem sich die Fische bis jetzt hatten blicken lassen. Aus gro\u00dfz\u00fcgiger Entfernung \u2013 um ja nichts zu verscheuchen \u2013 schlenzte ich das Gummib\u00fcndel 5 cm vor die Steilwand und lie\u00df es entlang der Felsen ins Tiefe purzeln.<\/p>\n<p>Bei solchen Tiefen, den K\u00f6der unbedingt am offenen B\u00fcgel absinken lassen, da er sonst vor den F\u00fc\u00dfen landet. Liegt er nach dem Auswerfen noch auf den Felsvorspr\u00fcngen, reicht es v\u00f6llig aus die Rutenspitze anzuheben, sodass er die Steilwand \u201eherunterpurzelt\u201c. Dieses Procedere wiederholt man bei geschlossenem B\u00fcgel und leicht gespannter Schnur (wobei man dem K\u00f6der ein wenig entgegen kommen oder ggf. sogar kurz nochmal den B\u00fcgel \u00f6ffnen sollte, damit man nichts an Strecke einb\u00fc\u00dft) bis der K\u00f6der endg\u00fcltig am Grund angekommen ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Erfasse Bodenstruktur und Tiefe und halte durchgehend Grundkontakt. Bei solch extremen Strukturen erfordert das ein wenig Fingerspitzengef\u00fchl, doch nach ein paar Versuchen klappt das ohne Probleme. Ich hoffe, ich habe das jetzt einigerma\u00dfen verst\u00e4ndlich ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Mit kurzen aber raschen Kurbelumdrehungen beschleunigte ich den Jig, um dann eine Pause zu machen und daraufhin durch langsames Einholen eine Art Kriechbewegung zu imitieren. Zwischendurch lie\u00df ich ihn auf der Stelle tanzen und durchbrach anschlie\u00dfend mit kr\u00e4ftigeren Rucks in entgegengesetzte Richtungen die monotone Laufbahn, um dann wieder etwas langsamer zu werden.<\/p>\n<p>Ich sp\u00fcrte den steinigen Grund am Jigkopf schaben als pl\u00f6tzlich ein kleiner undefinierbarer Ruck durch den Blank fuhr. So leicht, dass ich ihn kaum wahrgenommen h\u00e4tte, aber zu markant um ihn als H\u00e4nger einzustufen. Ich setzte den Anhieb und&#8230; ER HING!!!<\/p>\n<p>Danach ging alles sehr schnell: Ich dirigierte den noch unsichtbaren Gegner mit kr\u00e4ftigem Zug Richtung Wasseroberfl\u00e4che um ihn aus der Risikozone zu schaffen und wenige Sekunden sp\u00e4ter, sah ich die gr\u00fcnliche Flanke meines ersten Schwarzbarsches im Sonnenlicht schimmern.<br \/>\nIch hatte wohl selten einen Drill so wenig genossen und versuchte mit allen Mitteln schnellstm\u00f6glich Daumen und Zeigefinger um die Unterlippe des Fisches zu legen. Nach ein paar halbherzigen Fluchten, die mich stark an das Drillverhalten eines Zanders erinnerten, war es vollbracht! Ich hielt meinen ersten Blackbass in den H\u00e4nden! Der Krater war genknackt!<br \/>\nF\u00fcr einen Jubelschrei war ich zu fassungslos. Ich sa\u00df einfach nur da, die Finger kr\u00e4ftig an die wulstigen Lippen gepresst. Meine Gliedma\u00dfen zitterten.<\/p>\n<p>Mit Ach und Krach kramte ich die unpraktisch verstaute Digicam aus den Tiefen meines Rucksacks und knipse mir die Finger wund. Gut kompositionierte Selfies unter Stress sind keine einfache Sache und so brauchte es ein paar Versuche, bis ich ein halbwegs passables Foto schoss.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10691\" aria-describedby=\"caption-attachment-10691\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10691\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7.jpg\" alt=\"Voll weggeblasen.\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-7-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10691\" class=\"wp-caption-text\">Voll weggeblasen.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_10692\" aria-describedby=\"caption-attachment-10692\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10692\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8.jpg\" alt=\"Selfie Time.\" width=\"1000\" height=\"1333\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8-184x245.jpg 184w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-8-382x509.jpg 382w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10692\" class=\"wp-caption-text\">Selfie Time.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den Jig hatte er komplett inhaliert \u2013 sicher nicht sein erster Versuch einen Krebs zu erbeuten. Die Blanks der Vortage waren schlagartig vergessen, jede noch so kleine Anstrengung \u2013 angefangen von den Styrodurplatten, bis hin zu den n\u00e4chtlichen Gr\u00fcbelaktionen \u2013\u00a0 hatte sich bezahlt gemacht. Die Schwanzflosse dockte bei etwas \u00fcber 39 cm an, sicher kein schlechter Fisch, doch verglichen mit dem Rest der Gro\u00dfmaulbande in diesem Revier, ein kleines Exemplar. Aber das war mir egal. Noch nie hat mir ein so kleiner Fisch, so gro\u00dfe Freude bereitet. Mit meinem Vorhaben auf Risiko ein unbekanntes Gew\u00e4sser ohne Guide zu erkunden, bin ich mit einem blauen Auge davongekommen. Aber Erfolg ist relativ. Was am Fiume Brenta 20 Barsche am Tag gewesen w\u00e4ren, war f\u00fcr mich dieser eine Fisch in einer halben Woche! Alles eine Frage des Blickwinkels&#8230;<\/p>\n<p>Den Rest des Nachmittags ging ich es etwas ruhiger an, zu laut hallte das Echo von Freude und \u00dcberraschung in mir nach. Es blieb bei diesem einen Biss. Einen Tag hatte ich ja schlie\u00dflich noch vor mir. Abends fischte Ruben noch eine Weile von seinem Boot aus das Ufer mit mir ab, doch immer mehr wurde mir klar, dass ein so kurzer Abschnitt sich eher f\u00fcr einen Ego-Trip eignete, nicht zuletzt weil das Boot meines Kumpels mit seinen \u00fcber 3 Meter L\u00e4nge und der gelben Farbe ein ungutes Gef\u00fchl in mir ausl\u00f6ste. Nat\u00fcrlich konnte ich ihm das schlecht beibringen und entschied mich, nichts zu sagen. Bei einer anderen Gelegenheit w\u00fcrde ich ihm das besser vermitteln k\u00f6nnen. Aber nachdem er einen Nachmittag mit Warten verbracht und ich als einziger den Fisch gefangen hatte, war das definitiv nicht der richtige Zeitpunkt. Ich denke aber, dass er auch selber seine Fehler gemerkt und einiges an Erfahrung f\u00fcr die kommenden Male mitgenommen hat, schlie\u00dflich war es sein erster Angeltrip und das Gew\u00e4sser hatte sich alles andere als dankbar gezeigt.<\/p>\n<p>\u201eIch muss nicht unbedingt einen Schwarzbarsch fangen, ich wei\u00df mir fehlt es noch an Gef\u00fchl und Knowhow\u201c waren seine Worte am Abend, bevor es am n\u00e4chsten Tag mit dem zugereisten Kumpel an den neben dem Camp gelegenen Forellensee gehen sollte. Einerseits finde ich gut, das zu erkennen, andererseits hat es irgendwo den Beigeschmack von Ausrede und fehlender Begeisterung. Klar, ist f\u00fcr Angelanf\u00e4nger tagelang zu blanken eine Zerrei\u00dfprobe, andererseits hatte Tobi, der seine Spinnrute sogar seit k\u00fcrzerer Zeit schwingt, den Willen eines L\u00f6wen und alles daran gesetzt an seiner Technik zu feilen und zu verstehen wie die Bass ticken.<\/p>\n<p>Wieso ich euch mit diesem zwischenmenschlichen Ged\u00f6hns langweile? Weil Harmonie und Teamgeist beim Angeln mindestens genauso wichtig sind wie Skills und Tackle. Sind alle Beteiligten auf demselben Nenner und motivieren sich gegenseitig, entsteht ein unendliches Potential an Energie, Energie die man f\u00fcr das Erreichen schwieriger Ziele braucht. Diese Energie wird gespeist durch Vertrauen und Offenheit. In diesem Fall kannten wir uns noch nicht so gut, und haben schnell gemerkt, dass wir alle Drei aus komplett verschiedenen Umfeldern\/Richtungen kommen.<br \/>\nBis auf das Angeln, haben wir nicht viel gemeinsam, aber genau das ist der springende Punkt! Angeln allein reicht aus, um aus Menschen, die sich im Alltag wahrscheinlich nicht mal die Hand reichen w\u00fcrden, Freunde zu machen. Das schafft nicht jedes \u201eHobby\u201c.<\/p>\n<p>Trotz kleiner Differenzen, waren es extrem geile und \u2013 f\u00fcr jeden einzelnen von uns \u2013 lehrreiche Tage, und heute \u2013\u00a0 paar Tag nach unserer R\u00fcckkehr \u2013\u00a0 steht bereits der n\u00e4chste Blackbasstrip in Planung. Mitte Juli oder im Fr\u00fchherbst nehmen wir es wieder in Angriff. Diesmal mit entsprechender Ausr\u00fcstung, einem Hauch mehr Gew\u00e4sserkenntnis und definitiv keinem verschissenen 3,5 Meter Gummiboot!<\/p>\n<p>Was am letzten Tag geschah, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun ja, ich war von morgens bis abends alleine auf dem Wasser, die Sonne schien, zum ersten Mal sprangen Fische vereinzelt an der Oberfl\u00e4che. Selber Spot, Selbe Uhrzeit, Selber K\u00f6der aber&#8230; anderer Fisch.<\/p>\n<p>Nach einem kraftvollen Ruck setzte ich den Anschlag und wusste: Dieses Mal ist es einer von den Dicken, die Riccardo gemeint hat.<\/p>\n<p>Ich bekam die geballte Basspower zu sp\u00fcren. Eine steile Flucht nach oben, ein Sprung in Zeitlupe, eine Flucht ins Holz. Das war der Moment in dem ich verloren hatte. Das Tier hatte sich mit einem Sprint in die Tiefen des Baums man\u00f6vriert und lag 2 Meter unter mir mit der Flanke Richtung Oberfl\u00e4che im Ge\u00e4st. Die Schnur war so um die Zweige getangelt, dass ich keinen Druck mehr auf den Fisch aus\u00fcben konnte. Hilflos starrte ich ihn an. Einige Sekunden stand die Zeit still. Dann sch\u00fcttelt er langsam seinen Kopf und&#8230;war frei. Der Jig baumelte lose am Ast. Langsam \u2013 als w\u00fcrde er sich seiner Leistung\u00a0 bewusst sein \u2013 glitt der Sieger in die Tiefen des Kraters. Das war\u00b4s, jedes weitere Wort w\u00e4re zu viel. Den Kampf hat er gewonnen&#8230; und den Krieg? Der hat noch nicht mal angefangen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_10693\" aria-describedby=\"caption-attachment-10693\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10693\" src=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9.jpg\" alt=\"Das Schlachtfeld: 3 versunkene B\u00e4ume, in deren Schutz wer wei\u00df wie viele Schwarzbarsche auf Beute lauern.\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9.jpg 1000w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9-326x245.jpg 326w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9-678x509.jpg 678w, https:\/\/www.barsch-alarm.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Bild-9-80x60.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10693\" class=\"wp-caption-text\">Das Schlachtfeld: 3 versunkene B\u00e4ume, in deren Schutz wer wei\u00df wie viele Schwarzbarsche auf Beute lauern.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Danke f\u00fcr\u00b4s Lesen. Sry f\u00fcr wenig Bilder und viele Worte, n\u00e4chstes Mal umgekehrt oder mindestens 50\/50! Fortsetzung folgt!<\/p>\n<p>TL Rick<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich in den letzten Jahren schon einige Karpfentrips mit meinem Angelbuddy aus Augsburg erfolgreich (und weniger erfolgreich) absolviert hatte, war es endlich an der Zeit, die Sehnsucht nach einem Spinnausflug ins Ausland zu stillen. 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