PB-Triple in Holland

Auf meinem Facebook-Account habe ich meinen Freunden ja angekündigt, dass ich noch ein paar Worte zu meinem neuen Barsch-PB auf dem Barsch-Alarm schreibe und vor allem noch ein paar Bilder zeige. Nicht nur von dem 52er, sondern auch von anderen Fischen. Schließlich war dieser Fang eingebettet in einen denkwürdigen Angelausflug mit Jan und Dustin, an dem gleich drei PBs aufgestellt wurden – ein Zeichen dafür, dass schnelle Boote auch große Fische fangen? Oder doch eher dafür, dass die Verhältnisse in Holland ein bisschen anders sind als an unseren Durchschnittsgewässern? Wobei ich auch sagen muss, dass uns die Fische nicht freiwillig ins Boot gesprungen sind. Wir haben gegen heftige Winde gekämpft, stundenlang im Dauerregen ausgeharrt, unzählige Stunden ohne Fischkontakt überbrückt und dann auch einfach Massel gehabt.

Im Endeffekt stand neben meinem Traumbarsch auch Jan’s Barsch-PB zu Buche und seinen größten Hecht (119 cm) hat er auch noch gefangen. Ist ja klar, dass ich euch die Bilder zeigen will. Zu jedem der drei Fische gibt’s auch eine kleine Story, die verdeutlicht, dass man manchmal auch ein bisschen Glück braucht, um so einen PB zu knacken.

Prolog

Jan weilte übers WE auf einer Hochzeit in Köln. Dustin und ich fuhren voraus und bezogen schon mal ein Haus bei Nautic Rentals in Oude Tonge. Wir kamen recht spät an und schliefen erstmal aus. Es begrüßte uns ein warmer und sonniger Tag, den wir nutzten, um mit Dustins Nitro an den Rhein zu brettern. Wir wollten einfach mal die Buhnen abklappern und schauen, was passiert und mussten gar nicht lange warten, bis zum ersten Fischkontakt. Dustin fing an Buhne 1 bereits einen Zander und einen Hecht, ich zwei Mittdreißiger Barsche.

Dann tat sich eine Weile nichts mehr, bis ich einen verhältnismäßig zarten Biss an einer Steinpackung registrierte. Anhieb. Fetter Widerstand. „Also wenn das ein Barsch ist…“ War aber keiner. Zu groß. Also dann ein Zander? Heftiger Widerstand an der feinen Barsch-Rute . Ein Waller? Und dann kam er hoch, der Hecht. Und gar kein kleiner. 110 Zentimeter lang. Was ein Auftakt!

Dazu kamen noch ein Rapfen und ein kleiner Zander. So konnte es weiter gehen…


Hannes‘ Barsch-PB

Wir schreiben Sonntag, den 5.10.2014. Dustin und ich sind wieder mal die letzten auf dem Wasser. Kann man sich ja mal leisten mit dem Hecht im Rücken. Leider sehen wir uns mit einem Wetterumschwung konfrontiert. Es ist windig und ungemütlich. Und die Volkerak-Fische zeigen uns die kalte Schulter. Von 10 bis 16 Uhr fangen wir (bzw. fängt Dustin) einen kleinen Barsch und einen gehakten Rapfen. Wir schauen mal hier und mal dort. Zwischendrin verstecken wir uns vorm Regen unter einer Brücke. Dezent droht sich ein kleiner Anflug von Missmut breit zu machen. Bis wir an so einem Loch stehen und mal wieder einen Haufen schöner Sicheln auf dem Lot sehen. Also rein den Gummifisch. Auf sie mit Gebrüll! Zack. Barschbiss bei Dustin. Hängt. Ein kleiner. (Das sind hier 30er.) Und auch ich bekomme plötzlich Bisse. Die Barsche fressen! Und sie werden größer.

Bei mir hängt auch einer und schüttelt sich wieder los. Zwei Hüpfer weiter ein Fehlbiss. Also noch mal zwei aggressive Jigger. Paff. Ein satter Biss. Ein satter Anhieb. Hängt. „Soll ich den Kescher klar machen?“ „Ja. Das könnte ein guter sein.“ Wir driften auf den Fisch zu. Die wahre Dimension ist mir also nicht bewusst. Jetzt ist das Boot über dem Fisch. Die Leine geht in ungünstigem Winkel unterm Nitro durch. Heftiger Widerstand. Ich also um den Motor rumgestochert. Dann kommt er hoch. Wow! Ein Riese. Erster Kescherversuch: daneben. Zweiter Kescherversuch: nochmal daneben. Der Fisch gibt sich alle Mühe, hängt aber super. Und so landen wir das Teil im dritten Anlauf. Nach dem Vermessen ist klar: das ist mein größter Barsch. 52 Zentimeter. Genial!


Jan’s Barsch PB

Am Abend des Rekordbarschtages stößt Jan zu uns. Zusammen mit den Kollegen von nebenan (schöne Grüße an Basti, Friedjoff, Hannes, Benjamin, Gesa, Marco und Co.) feiern wir da gerade „meinen“ Barsch. Es geht ein bisschen fröhlicher daher, als es sein müsste. Ergo haben Jan und ich am nächsten Morgen eine ziemlich dicke Birne. Das Wetter ist gruselig. Windig und feucht. Gut, dass wir erstmal einen Vispas für Jan kaufen müssen. So waren wir erst mittags auf dem Wasser. Und da lief es mal wieder richtig zäh. Bis ich plötzlich einen recht schönen Barsch fing.

Dustin hatte eine Hecht in einem Hafen.

Dazu zog er noch ein paar Zander. Für Jan aber sah es düster aus. Kopfweh, leichtes Magengrummeln. Hoppla! Anhieb!! Rute krumm!!! Kopfstöße!!!! Dick-Barsch-Alarm!!!!! Tatsache: Da kam aus dem Nichts der Jansche Barsch-PB. Ein Fisch mit Pigmentstörung. Den würde man auf jeden Fall wiedererkennen, so man ihn nochmal finge.

Jan’s Hecht-PB

Das Wetter wird immer doofer. Für heute ist sogar Regen angesagt. Wenn wir mal ehrlich sind, hatten wir uns am Vorabend schon überlegt, den Trip abzubrechen. Man hatte ja schon alles erreicht, was zu erreichen war. Aber hey. In der Konstellation kommen wir so schnell nicht mehr zusammen. Also eine Lage mehr druntergezogen und rauf aufs Boot. Kaum sind wir auf dem Wasser, fängt es in Strömen an zu gießen. Ich hab keinen Bock mehr. Dustin schlägt mir vor, mich heimzufahren. „Der Hannes wird doch nicht heimgehen an einem Gewässer mit 50er-Potential!“ Korrekt, Jan. Gut, dass Du mich erinnerst. Meine Klamotten sind zwar schon komplett durchgeweicht, aber was soll‘s. Dann hat Dustin einen heftigen Biss, der Fisch hängt kurz und steigt dann aus. Ein guter Zander. Zwei Würfe später bekomme ich einen Knallbiss. Anhieb. Hängt. Wie geil. Gut, dass ich nicht klein beigegeben habe. Kopfstöße. Sicher ein guter Zander. Plötzlich ist die Leine schlaff. Abgefallen. Oh nee!!! Wenig später bekomme ich nochmal zwei Bisse hintereinander. Zweimal sitzt der Anhieb nicht. Heute ist echt der Wurm drin. Es regnet immer noch in Strömen. „Hey Jungs, was haltet ihr eigentlich davon, wenn wir rüber aufs Hollands Diep fahren und uns unter die Brücke stellen? Hätte mir eigentlich schon ein bisschen früher einfallen können, aber bevor wir uns ganz auflösen…“ Also durchschleusen. Danach regnet es plötzlich nicht mehr.

Also nicht zur Brücke, sondern zu einem Loch, in dem Dustin während eines Wettangelns schon mal ein paar Fische gefangen hat. Da ist aber nix auf dem Lot. Also wohin? „Hey, da ist der Didi!“ Dustin hat Recht. Vor uns steht plötzlich der Dietmar Isaiasch mit zwei Guiding-Gästen. Wir unterbrechen sie beim Schleppen und bekommen erklärt, wo Dietmar heute schon gefangen hat. Wir also mal in Richtung eines von Dietmar empfohlenen Platzes. Da ist es uns aber zu laut. Voll der nervige Baggerlärm. Den brauchen wir jetzt nicht auch noch. Was also tun? „Mal ne Runde schleppen zur Entspannung, Leute?“, wirft einer in den Raum. Zwei Mann nicken den Vorschlag brav ab. Also: Wobbler auf die Ruten. Ich entscheide mich für einen kleinen Arashi Tiefläufer in Gelb – genau richtig für das trübe Wasser und die Zander und Barsche hier. Jan nimmt einen 6 cm-Crank, Dustin was Größeres. Wir schleppen los. Vom Tiefen gehen wir diagonal über eine Kante und schleppen dann die Kante entlang. Keine 5 Minuten später zappelt es an meiner Rute. Dustin nimmt den Gang raus. Jan kurbelt seinen Crank ein, um mir nicht in die Quere zu kommen. Tut er aber doch. Denkt er zumindest. „Hannes, hänge ich bei Dir drin?“ „Nö. Ich merk nix.“ Bei mir schüttelt nur ein kleiner Zander. Dafür geht bei Jan aber auf einmal voll die Post ab! Der Fisch am anderen Ende reißt fleißig Schnur von der Rolle. Wir sind begeistert! Jan drillt vorsichtig. Am anderen Ende schüttelt es sich und zieht es. Langer Rede kurzer Sinn: Irgendwann mal taucht ein kapitaler Hecht vorm Boot auf. Dustin macht wieder den Kesherman und der Hecht tut ihm den Gefallen, kerzengerade in die Maschen zu schwimmen. Sauber!

Jetzt aber echt: Was will man da noch mehr? Eigentlich sollte jetzt doch Schluss sein dürfen. Da wir aber unterwegs noch ein paar gute Spots passieren mussten, kamen wir erst im Dunkeln rein. Nass, durchgefrostet, aber glücklich.

So ist Angeln. Es hätte auch alles anders laufen können. Z.B. hätte einer der beiden kleinen Barsche sitzen können, so dass der große Barsch nicht auf meinen hektisch flüchtenden Gummifisch reingefallen wäre. Jan’s Barsch kam allein. Er hätte auch woanders hinwerfen können, hat aber genau zur rechten Zeit den richtigen Wurf angesetzt. Und am letzten Tag kamen so viele Zufälle zusammen, dass ich die jetzt nicht mehr aufzählen mag. Wobei wir nicht nur Glück hatten. Ich allein habe drei große Fische verloren. Dustin hatte auch noch einige gute Aussteiger. Aber eins ist klar: Viel mehr kann man von einem Angelausflug aber nicht erwarten. Und so komme ich im Moment ganz gut damit zurecht, dass hier vor der Haustür eher Kleinbarsch-Alarm vorherrscht…

20 Kommentare

  1. Ein schöner Artikel und wahnsinns Fische, das läst das schlechte Wetter dann doch schnell vergessen. Petri dazu!

  2. Toller Bericht Hannes ich finde man hat immer das Gefühl das man dabei gewesen ist . Nochmal gratuliere zu deinem PB barsch und natürlich auch Jan der es geschafft hat ihn 2mal zu verbessern

  3. Hi Johannes,

    Petri zu euren schönen Fischen und den PB´s!!!

    Schön, dass ihr euch nicht vom Wetter beeindrucken lassen habt.

    Gruss Marco

  4. hi,
    eigentlich sind ja wir bayern für´s Triple bekannt 😆 aber anscheinend könnt ihr Berliner das auch. 😉
    Spaß beiseite, das muss der absolute Traumurlaub gewesen sein. fettes petri zum Triple-PB von meiner Seite
    mfg

  5. Petri euch dreien , vorallem zum knacken eurer bisherigen Bestmarke!
    Finde ausserdem cool das der Jan und Dustin mal wieder mit von der Partie bei dir waren …
    MfG

  6. Wie lautet denn die PLZ Oude Tonge?
    Und wo gibt es denn die Erlaubniskarten für die umliegenden Gewässer?
    War sehr angetan von deinem Bericht Johannes.

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