Back to the Roots: Dicke Barsche vom Ufer

Back to the Roots: Dicke Barsche vom Ufer

Wie bei den meisten Anglern, machte auch ich die ersten Würfe vom Ufer aus. Erst viele Jahre später war es soweit, dass ich es nicht mehr ertragen konnte, wie die glücklichen Kapitäne lächelnd grüßend mit ihren Booten an mir vorbei zum vermeintlich besten Spot fuhren. Ein Boot musste her! So kam es, das ich vor ca.10 Jahren mein erstes Boot mein Eigen nennen durfte und auch seit dem nur noch ca. 4 Stunden vom Ufer fischte. Heute, gut 10 Jahre später wurde das geliebte „erste“ Boot schon viermal ausgetauscht. Aluminium Boot, highend Echolot, höhen verstellbare Sessel und natürlich ein GPS gesteuerter Bugmotor sind Standart und nicht mehr wegzudenken.

Geht es überhaupt noch ohne?

Angetrieben von Erfahrungsberichten erfolgreicher Angler, die ihre besten Fische ausschließlich vom Ufer aus überlisten, plante ich mit meinem Kumpel Stefan, der auch Lust hatte das Ufer zu rocken, eine drei tägige Ufer-Session. Schon bei der Tackle Zusammenstellung zeigte sich das vieles anders ist. Damit wir am Wasser ausreichend beweglich bleiben und ohne totzuschleppen alle Spots erreichen, wurden Köder und Zubehör  auf ein Minimum reduziert. Auch bei den Ruten mussten wir uns umstellen, die kurzen Bootsruten wurden gegen Ruten so um die 2,70m getauscht. Jetzt konnte es dann endlich losgehen!

Nach fünf Stunden Fahrt durch die Nacht waren wir endlich an dem Gewässer unserer Wahl angekommen. Sofort brach die komplette Panik aus! Die Klamotten Folgen im hohen Bogen aus dem Auto, die Ruten wurden in rekordverdächtiger Zeit zusammen gebaut. „Fuck“ ein Ring vergessen! Wir konnten es kaum abwarten ans Wasser zukommen. Dann endlich am Ufer angekommen, mussten wir erstmal feststellen das das Wasser entgegen unserer Erwartungen glasklar war. Damit hatten wir nicht gerechnet und unser Plan war es eigentlich,den Räubern grelle Farben zu präsentieren. Also hieß es erstmal Köder in natürlichen Farben zu montieren.

Jetzt flogen die Köder endlich weit raus zu den Barschen. Barsche? Hoffentlich sind hier ein paar Barsche fragten wir uns. Schon nach 20 Minuten ohne einen Kontakt machte sich ein merkwürdiges Gefühl breit. Ich fragte Stefan schon fast verzweifelt: „Meinste die stehen jetzt am Grund?“ Stefan antworte mit einem Achselzucken. Wir waren es einfach nicht mehr gewohnt, ohne Echolot zu fischen.

Als ich in meinen Gedanken noch alles anzweifelte machte es wie aus dem nichts BÄÄÄÄM !!! Irgendwas knallte mir auf voller Wurfdistanz auf mein Gummi, kurze aber harte Kopfstöße ließen mich auf einen guten Barsch hoffen. Stefan Kescher!!!! Naja, ich musste ihn mit der Hand landen, ich selber hatte den Kescher vor lauter Euphorie im Auto vergessen! Aber alles ging gut. Ich konnte den Barsch sicher landen. Jetzt war sie wieder da, die Euphorie!

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Nach dem kurzen Vermessen war die Freude groß, 48cm groß war unser erster Barsch der Session!

Jetzt lief es, drei Würfe später bog sich Stefans Rute ordentlich durch, wieder ein Barsch! Und wieder ein richtig guter!

Geil, was geht hier ab???

Geil, was geht hier ab???

Jetzt ging es wirklich Schlag auf Schlag und kein Barsch war unter 40cm! Nach ca. einer Stunde war auf einmal Ruhe, nichts ging mehr. Jetzt war es erstmal an der Zeit, den Grill anzuschmeißen und uns zu für den Rest des Tages zu stärken.

Das tut gut nach der langen Fahrt und einem aufregenden Auftakt. Kühl war's - aber egal...

Das tut gut nach der langen Fahrt und einem aufregenden Auftakt. Kühl war’s – aber egal…

Leider passierte trotz der Stärkung nicht mehr viel. Noch ein, zwei kurze Anfasser und das war‘s. Aber wir waren glücklich, schließlich hatten wir an diesem Tag acht schöne Barsche gefangen… Damit hatten wir nicht gerechnet, nicht vom Ufer!

Am nächsten Tag ging es wieder früh raus, schnell das Frühstück inhaliert und direkt ab ans Wasser.

morgenstund

Diesmal war es anders, wir hatten Vertrauen gewonnen und auf einmal fing es an auch ohne Boot richtig Spaß zu machen! Es ist einfach entspannter. Die meisten Bootsangler kennen das, ist kein oder wenig Fisch auf dem Echolot zu sehen, wird man unruhig und man neigt dazu, schnell den Spot zu wechseln. Vom Ufer ist das anders, man verlässt sich wieder mehr auf sein Gefühl, die Erfahrung und den Instinkt. Ein Loch oder eine Kante, alles erfühlt man jetzt über die Rute, Schnur und den Köder. Ich persönlich finde es fast spannender. Und wieder fingen wir gute Barsche, diesmal waren es nur knapp die Hälfte aber immer noch ein super Tag.

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Der letzte Tag, wieder rasch ans Wasser. Es wurde gerade hell, als Stefan den ersten Fisch des Tages am Band hatte, ein fetter Barsch! Ich dachte sofort: ‚Das ist er, der hat 50!‘ Ein richtiger Brocken, fetter Bauch und hoher Rücken ließen ihn noch größer aussehen, als er ohnehin schon war.

Etwas über 48cm! Was ein geiler Fisch!

Etwas über 48cm! Was ein geiler Fisch!

Wieder ging es Schlag auf Schlag, 42, 44, 46 und mit 39cm der „kleinste“ der Tour landeten im diesmal nicht vergessenen Kescher.

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Es war mittlerweile 10 Uhr geworden und da wir noch eine lange Fahrt vor uns hatten machten wir uns langsam auf den Heimweg.

 

Fazit: Ja es geht noch ohne Boot! Und es macht riesigen Spaß. Für uns ist die Uferangelei nicht mehr wegzudenken, auch wenn natürlich auch mal Tage kommen an denen es nicht so super läuft. Wir können es nur jedem Bootsangler empfehlen, sich mal wieder wie früher ans Ufer zu stellen und sich wieder nur auf das Gefühl zu verlassen

TL

Olli von den edersee-junkies

Kategorien: Barsch

Kommentare

  1. Angelspass
    Angelspass 16 Januar, 2017, 08:57

    Schöner Bericht, danke!

  2. heineken2003
    heineken2003 16 Januar, 2017, 09:02

    Schöner Bericht, alle erjiggt? Oder Freiwasser?

    Petri

    Frank

  3. EderseeBassHunter
    EderseeBassHunter 16 Januar, 2017, 09:09

    Alle erjiggt;)

  4. Tim
    Tim 16 Januar, 2017, 09:16

    Olli,

    geiler Bericht und noch geilere Fische…

    vielen Dank !

  5. eggerm
    eggerm 16 Januar, 2017, 11:30

    Wahnsinn,was ihr da raus geholt habt!

    Ich denke mir auch, dass man durch das Boot oftmals zu schnell den Platz wechselt, das ja viel einfacher geht. Dadurch fischt man vom Ufer oftmals viel sauberer und dadurch manchmal erfolgreicher.
    Wobei ich auch ganz gern mal unser Gewässer mittels Boot befischen würde(leider verboten)

    MfG Matthias

  6. spin73
    spin73 16 Januar, 2017, 11:35

    Super Fische und wahre Zeilen. Weniger ist manchmal doch mehr.

    Danke für den Bericht und die schönen Bilder.

  7. aspiusfan
    aspiusfan 16 Januar, 2017, 11:42

    Klasse Barsche und vom Ufer „erarbeitet“ meines Erachtens doppelt so viel Wert! Und zum Nachdenken regt es auch an…..Danke dafür!

  8. Fliegenfisch
    Fliegenfisch 16 Januar, 2017, 12:25

    Super Bericht

    Danke

  9. Aurikus
    Aurikus 16 Januar, 2017, 14:10

    Dicke Barsche vom Ufer aus rockt!
    Danke für den Bericht!!

  10. zero5ive
    zero5ive 16 Januar, 2017, 16:04

    Wow was ne Strecke – und alles vom Ufer. Mega!

  11. PM500X
    PM500X 16 Januar, 2017, 16:25

    Genial! Ihr seid echt Barsch-Fang-Maschinen 😀

  12. Promachos
    Promachos 16 Januar, 2017, 20:07

    Netter Bericht!

    Allerdings wäre es für mich noch überzeugender gewesen, wenn ihr die Aktion an eurem Hausgewässer durchgezogen hättet.

  13. EderseeBassHunter
    EderseeBassHunter 16 Januar, 2017, 20:54

    Leidet aufgrund des Wasserstands so nicht möglich 😉
    Aber vom Edersee kommt auch noch was

  14. gummikind
    gummikind 16 Januar, 2017, 22:07

    richtig stabile fische. kann man sich nicht satt sehen!

  15. altesRotauge
    altesRotauge 17 Januar, 2017, 15:07

    Danke für den schönen Bericht!

  16. donak
    donak 19 Januar, 2017, 18:25

    Toller Bericht, fettes Danke dafür.

  17. kommfischi
    kommfischi 20 Januar, 2017, 16:09

    Sehr schön, aber bitte kein standart;)

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