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Das Problem mit den aufgebogenen Haken

Dieses Thema im Forum "Rapfen & Co." wurde erstellt von dietmar, 30. Dezember 2006.

  1. dietmar

    dietmar Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Hallo,

    ich habe mich mal in den letzten Tagen durch den Rapfen-König-Thread gelesen. Dabei wurde immer wieder von aufgebogenen Haken und der angeblich schlechten Qualität einiger Drillinge berichtet. Das Hakenversagen wurde eigentlich immer mit einer schlechten Qualität erklärt. Ich glaube das ist zu einfach, das Thema selber etwas komplexer.

    Wenn ein Haken bricht, dann war er zu hart bzw. spröde. Soetwas darf nicht passieren, aufbiegen ja, brechen nein. Dies begründet sich durch eine falsche Wärmebehandlung bei der Produktion und ist ein eindeutiger Qualitätsmangel. Dies bezieht sich auf einen unbeschädigten Haken. Wird ein Haken z.B. durch einen Hänger aufgebogen und man biegt ihn zurück, so macht ihm das beim ersten Mal in der Regel nichts aus, er wird sogar meistens dabei etwas kräftiger. Passiert dies jedoch mehrere Male und der Haken wird immer wieder zurückgebogen, so wird er über kurz oder lang versagen. Das mehrmalige Biegen schwächt ihn, da er dabei versprödet und sich sehr feine Risse bilden können.

    Kommen wir nun zu einem aufgebogenen Haken. Jeder kann einen Haken an einer Holzplatte oder anderweitig grob prüfen ob er zu weich ist. Sollte heute eigentlich nicht mehr vorkommen, das war ein Problem früherer billigster Haken aus China oder Korea. Da gab es manchmal Haken, die selbst einen Vergleich mit einer Büroklammer verloren. Gehen wir jetzt aber mal von einem Haken in ansprechender Qualität aus. Was führt dazu, das er aufbiegt? Es liegt eigentlich nur indirekt an der Belastung. Die eigentliche Ursache ist der Ort der Krafteinleitung in den Haken, wobei das Öhr jetzt mal keine Rolle spielt. Dringt der Haken richtig in das Fischmaul ein, so liegt der Krafteinleitungspunkt im Hakenbogen und besitzt den kleinsten Hebel. Der Hebel ist der Abstand zwischen dem Hakenschenkel und einer Parallelen dazu durch den Krafteinleitungspunkt. So trägt der Haken seine maximale Belastung, bringt seine maximale Leistung.

    Ich will mal nur die reine Tragkraft in gerader Linie zum Hakenschenkel betrachten. Ein besonders langer Hakenschenkel wirkt sich natürlich auch nachteilig aus, wenn der Zug von der Seite kommt. Je länger der Schenkel ist, desto länger ist der Hebel bei seitlichem Zug. Das ist aber wieder ein anderes Thema mit dem eigentlich nur Fliegenfischer zu kämpfen haben, wenn sie mit Fliegen (Hechtstreamer, Lachsfliegen) fischen, die auf langschenklige Einfach-, Zwillings- oder Drillingshaken gebunden sind. Deshalb wird dort heute hauptsächlich mit sogenannten Tube Flies gefischt, Fliegen die auf einem Röhrchen gebunden sind und einen verhältnismäßig kleinen aber sehr stabilen Zwilling oder Drilling besitzen der manchmal auch etwas hinter der eigentlichen Fliege sitzt. Er soll so tiefer im Maul haken. Dieser Zwilling oder Drilling besitzt nur einen sehr kurzen Schenkel und reduziert so die negativen Auswirkungen bei einem seitlichen Zug. Beim normalen Raubfischangeln gibt es eigentlich nur bei dem Gummifischsystem von Cannelle überlange Zwillingshaken, deren lange Schenkel ein Problem darstellen. Bei den 8/0er oder 10/0er Jighaken von VMC oder Profiblinker wird es auch langsam knapp bzw. dürfte der Hakenschenkel nicht noch länger sein. Die 18/0er Jighaken von Gamakatsu sind wahrscheinlich schon zu lang. Deshalb fischen einige Leute z.B. beim Welsangeln Gummishads mit einem eigentlich zu schwachen Jighaken. Der Shad bekommt jedoch noch einen zusätzlichen stabilen Drilling oder Einfachhaken der mit einer starken Schnur am Öhr oder am Karabiner befestigt wird. Dieser kurzschenklige Zusatzhaken soll den Fisch fangen, der Jighaken hält nur den Gummifisch und sorgt für Wurfgewicht.

    Zurück zum Thema. Befindet sich der Krafteinleitungspunkt im Hakenbogen, so werden die meisten Haken den Belastungen im Drill widerstehen. Wieso biegen dann aber immer wieder Haken auf? Wenn der Krafteinleitungspunkt auf der Hakenspitze sitzt, dann hat fast jeder Haken keine Chance einen kurzen und kräftigen Drill zu überstehen.

    Je kürzer ein Drill ist, desto geringer ist die Belastung für den Fisch. Der Fisch wird hauptsächlich durch die Drilldauer, also die Dauer des Stresses belastet und nicht durch die Kraft beim Drill. Deshalb sollte jeder Drill nicht länger als nötig dauern.

    Der parallele Abstand zwischen Hakenschenkel und Krafteinleitungspunkt ist jetzt maximal, der Hebel am größten. Das passiert wenn die Hakenspitze auf einen sehr harten Bereich im Fischmaul trifft, in den sie nicht eindringen kann. Das passiert jedoch auch, wenn die Schnur zu schwach ist oder die Bremse zu weich eingestellt wird, so das die nötige Kraft zum Eindringen der Hakenspitze in das Fischmaul gar nicht an der Hakenspitze zur Verfügung steht. Eine weich eingestellt Bremse ist also nicht unbedingt das beste Mittel gegen aufgebogene Haken. Manchmal sind die Hakenbögen aber auch zu klein. Die Wahrscheinlichkeit, das die Hakenspitze harte Maulbereiche bei Raubfischen trifft, ist bei kleinen Haken am größten. Manchmal schafft da ein größerer Haken Abhilfe. Man kann auch versuchen, die Hakstelle im Fischmaul nach hinten zu verlegen. Der Haken wird also nicht direkt am Köder befestigt, sondern an einem Stück Monofil oder Drahtvorfach mit einem Abstand von ein paar Zentimetern zum Köder.

    Es liegt also nicht immer an der Hakenqualität, sondern oft an der falschen Handhabung oder der falschen Hakengröße.

    Petri, Dietmar
     
  2. CatchAndReleaseIt

    CatchAndReleaseIt Barsch Vader Gesperrt

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    ... denke mal auch, daß beim rapfenangeln viele der spezies, die über aufgebogene haken klagen ihre rollenbremse einfach mal ziemlich dicht haben ... :lol: :lol:

    vielleicht sagt denen mal einer, daß man beim spinnfischen auf rapfen die bremse wesentlich softer einstellt
    :mrgreen:
    bei den einschlägen haken die burschen sich eh von alleine ...
     
  3. clausborn

    clausborn Gummipapst

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    @Andreas

    du sprichst meine Worte, die Burschen ballern so brutal mit Highspeed rein, das man gar nich anschlagen muß. Mit dem Oberflächenköder ist es ganz krass, ich habe da noch nie angeschlagen, man würde dem Schied die vermeintliche Beute ja nur aus dem Maul ziehen.

    @dietmar

    DIe Salmodrillinge sind unter aller ...
    Vergleiche mal mit den Drillingen an Rapalas

    Verbogener Präzisionsdrilling

    Sehr dünne , zu dünne Hakenschenkel...
     
  4. dietmar

    dietmar Dr. Jerkl & Mr. Bait

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    Hi,

    man könnte die Sache auch anders betrachten. Ich fische alle meine Schnüre mit nahezu maximaler Bremskraft. Ein kurzer Drill ist für den Fisch am besten, das gilt beim Fliegenfischen auf Forellen, beim Meerforellenfischen in Dänemark, beim Lachsfischen in Schweden und erst recht beim Zander- und Hechtangeln in hiesigen Gewässern. Das Wohl des Fisches sollte an erster Stelle stehen. Warum soll ich also die Bremse soft einstellen, wenn der Haken richtig sitzt? Wie ich schon schrieb, biegen Haken in den meisten Fällen auf, wenn sie an der Hakenspitze belastet werden. Ich muß also anschlagen um kurzzeitig soviel Kraft auf die Hakenspitze zu bringen, damit der Haken bis zum Hakenbogen eindringen kann. Dies wird übrigens bei nach innen zeigenden Hakenspitzen begünstigt. Oder ich benutze einen größeren Haken der um die Kiefer herum greifen kann.

    @clausborn

    Nimm doch mal einen Salmohaken und binde ihn an deine Angelschnur. Dann hakst Du den Hakenbogen in eine starke Schnurschlaufe oder einen Ring ein. Jetzt versuche mal den Haken aufzubiegen. Klappt es oder reißt deine Angelschnur?

    Petri, Dietmar
     
  5. clausborn

    clausborn Gummipapst

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    @ Dietmar

    Seitdem ich bei allen Salmos die Drillinge austausche (auch Bullhead, Hornet, Boxer.....) habe ich kaum noch Fehlbisse bzw. Aussteiger.
    Gerade beim Bafo angeln mit dem Bullhead, Sting Hornet kamen etliche Forellen wieder los.
    Vielleicht bin ich schlecht in Bezug auf den ANschlag, d.h. schlechte Reaktion.
    ABer seit dem ich austausche habe ich viel weniger Nieten!

    Stell dir mal vor, du fischst mit dem SLider 7 am Rhein, holst ihn zügig ein, plötzlich haut es dir fast die Rute aus der Hand (ein Rapfen 70+ ist der Täter). HAst du die Bremse zu, so hast du den Fisch samt SLider verloren, irgendwas ist gebrochen (100%). Hast du die Bremse geradeso auf die Schnurtragkraft eingestellt, so kannst du Glück haben und den Fisch landen, aber die Drillinge kannst du austauschen, sinds Illex oder Salmo, so siehts ganz übel aus. HAst du aber dieKampfbremse weitauf, so fängst du die Flucht des Rapfens ab. Kannst mir glauben der hängt, auch ohne ANschlag.
     
  6. Spinrute

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    Au weia, die Drillinge der kleinen Illexe...
    Wirklich scharf sind sie ja, aber mir hat dieses Jahr eine Forelle beim 38er Tiny Fry gleichzeitig von beiden Drillingen je einen Schenkel aufgebogen und das an 'ner dünnen Mono mit 2,1kg angegebener Tragkraft!
    Ich bin da noch auf der Suche nach besseren aber eben dennoch leichten Haken. Die Kleine Fritte wiegt komplett mit beiden Originalhaken nur 1,5g. Da werden die Laufeigenschaften schnell verdreht, weil schon die Drillinge einen relativ hohen Anteil am Gesamtgewicht ausmachen.
     
  7. clausborn

    clausborn Gummipapst

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    @Spinrute

    Hast du schon mal den Flat Fry ausprobiert? Der geht noch besser als der Tiny Fry!
     

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  8. Spinrute

    Spinrute Twitch-Titan

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    Ja Claus, den flachen hab' ich auch im Einsatz :)
    Achtung übrigens, der ist im 2007er Katalog nicht mehr zu finden.

    Allen, die hier heute noch vorbeischauen, wünsche ich einen
    GUTEN RUTSCH!
     
  9. clausborn

    clausborn Gummipapst

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    Leider!
    Im ganz schnellen,harten Wasser, habe ich damit sehr gut gefangen. Als ALternative kann ich dir den Salmo Sting empfehlen.
     
  10. Zanderkranker

    Zanderkranker Bigfish-Magnet

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    ich hatte das problem mit den aufgebogenen haken erst einmal beim rapfenfischen, als ein rapfen der den oberflächenköder nahm mit aus dem wasser sprang! aber das lag nur daran, dass ich die bremse zu heavy eingestellt hatte, weil ich vorher mit der skelli gummieren war...
    aber im grunde genommen hab ich beim rapfenfischen die bremse sehr sehr soft eingestellt und habe somit auch nie probleme mit aufgebgenen haken!
     
  11. pacmanfish

    pacmanfish Echo-Orakel

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    die gefangenen rapfen sprechen wohl schon für clausborns theorie, die ja keine theorie ist.. kann mich seiner meinung anschliessen. bremse bis zur grenze zu beim rapfenfischen ist gefährlich für die haken, oder wirbel oder schnur oder für den köder und auch für den rapfen! grad beim rapfenfischen hat man ja das problem nicht, dass die haken nicht fassen können wie bei hecht oder zander mit den harten maulpartien wo ein haken erst mal fassen muss. wenn beim schnellen spinnen ein rapfen reinhaut und den köder nicht verfehlt hängt in der regel der haken auch.
     

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